Mit aufsuchender Jugendarbeit gegen Kriminalität

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Sie wollen Angebote für alle Jugendlichen schaffen: Jugendamtsleiter Wilfried Schulz (links), Birgit Gerhards, Koordinatorin der sozialen Sienste, und Markus Kaumanns, der die jungen Leute auch an ihren Treffpunkten aufsucht. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Sozial- und Jugendamtsleiter Wilfried Schulz denkt nur ungern an die Zeit zurück, in der Vandalismus, Graffiti und Gewalt zum Stadtbild gehörten. „Das war die Zeit, in der wir noch kein eigenes Jugendamt hatten, aber von der Politik aufsuchende Jugendarbeit gewünscht wurde”, blickt Schulz zurück.

Damals suchten jugendliche Einbrecher fast alle Schulen in der Stadt heim und der ehemalige Bürgermeister Andreas Borghorst beauftragte einen privaten Sicherheitsdienst, für Ordnung in der Stadt zu sorgen. Im Jahre 2005 diskutierte man in den politischen Gremien die Frage, ob man eine solche Stelle schaffen oder gleich ein eigenes Jugendamt einrichten sollte.

An die Verwaltung wurde der Auftrag erteilt, Aufgaben und Kosten eines eigenen städtischen Jugendamtes, losgelöst vom Kreis Heinsberg, zu ermitteln. „Sicherlich wollten wir damals schon aufsuchende Jugendarbeit. Aber eine solche Stelle ohne Anbindung an das Jugendamt isoliert einzurichten, macht keinen Sinn”, sagt Schulz. Im Jahre 2006 schließlich entschied der Stadtrat, zum 1. Januar 2008 ein eigenes Jugendamt einzurichten. Und kurze Zeit später wurde die „Mobile Jugendsozialarbeit” installiert.

Heute kennt der Diplom-Sozialarbeiter/Pädagoge Markus Kaumanns nicht nur die Sorgen und Wünsche der meisten Jugendlichen im Stadtgebiet. Er kennt auch deren offizielle und informelle Treffpunkte. Und, ganz wichtig, er hat auch das Vertrauen vieler Jugendlicher gewonnen. Nicht nur als Geschäftsführer des Stadtjugendringes und durch die Zusammenarbeit mit den beiden Jugendeinrichtungen „New Com” und „Zille” hat er die Kontakte zur Jugend, sondern auch durch Gespräche mit den unorganisierten Gruppen wie den Skatern, den Sprayern und den Dirt Bikern. „Viele kennen mich bereits. Wir kommen beispielsweise im Wurmauenpark miteinander ins Gespräch, weitere Jugendliche kommen dann meist hinzu”, schildert er, wie es zu den Kontakten kommt.

Wichtig für ihn ist, dass er stets „auf Augenhöhe” mit den Jugendlichen spricht. „Die gemeinsame Sprache und Vertrauens- und Beziehungsarbeit sind wichtig”, unterstreicht auch Birgit Gerhards, Koordinatorin der sozialen Dienste im Jugendamt, die auch auf die Zusammenarbeit von Jugendgerichtshilfe, sozialem Dienst und mobiler Jugendsozialarbeit hinweist: „Schließlich muss Herr Kaumanns wissen, was seine Schützlinge mit dem Jugendamt zu tun haben.” Derweil weist Wilfried Schulz auf den präventiven Ansatz des Jugendamtes hin. „Wir wollen nicht eine Reparatur, sondern bereits in einer frühen Phase eine Hilfe sein”, sagt er.

Deshalb arbeitet auch Kaumanns gemeinwesenorientiert. Im Klartext: Er ist Ansprechpartner für alle Jugendlichen und nicht nur für Problemgruppen.
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