Minutenlanger Beifall nach Beweis großer Virtuosität

Von: rk
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Die Zuschauer beklatschten begeistert das Eröffnungskonzert von Albert Mamriev. Foto: Kolodzey

Geilenkirchen. „Liebe Geilenkirchener – ich habe eine tolle Zeit hier!“, konstatierte Albert Mamriev beim Eröffnungskonzert des 5. Klaviersommers in Geilenkirchen. Der in der früheren Sowjetunion geborene Konzertpianist, Dirigent und Musikpädagoge hatte seit seinem fünften Lebensjahr Klavierunterricht und studierte mit 17 am Konservatorium in Moskau. Heute lebt er mit seiner Frau Regina Chernychko in Hannover.

Zum Eröffnungskonzert in der Kreissparkasse Geilenkirchen begrüßte Filialleiter Michael Kämpgen die Gäste, insbesondere die Organisatoren Gort Houben, Roswitha Beckers und Rebecca Rahmen vom Kulturamt der Stadt sowie Florian Koltun von der Künstlervermittlung und dessen Frau, Xin Wang als künstlerische Leiterin. Leonhard Kuhn, stellvertretender Bürgermeister Geilenkirchens, schloss sich ihm an und dankte allen Sponsoren, ohne die solch eine Veranstaltung nicht angeboten werden könne. Koltun, selbst Pianist, führte dann durch das Programm und begrüßte die rund 260 Besucher. Er betonte, dass die Stücke, die Albert Mamriev spielen werde, technisch höchste Anforderungen stellen und schwer zu bewältigen seien.

Mamriev trat auf die Bühne und gab mit der „Ungarischen Rhapsodie Nr. 8“ von F. Liszt, eine Kostprobe seiner Virtuosität: Nur mit der linken Hand begann er, spielte sensibel jeden einzelnen Ton fein akzentuierend, dann wieder mit viel Elan und übereinander greifenden Händen, so dass ein gewaltiger Tastendonner den Raum erfüllte.

„Baccarole“ von A. Rubinstein, sehr leise und sanft beginnend, steigerte Mamriev, immer lauter werdend, mit flirrenden Fingern, die so schnell über die Tasten glitten, dass man ihnen kaum folgen konnte, um dann wieder mit getragener Melodie zu romantischen Träumereien zu verleiten. M. Moszkowskis „Love Waltz, Op. 57, Nr. 5“ hingegen, mit eingängiger Melodie, verführte die Zuhörer dazu, sich im Tanz zu wiegen, vor allem, da Mamriev ihn technisch brillant und äußerst gefühlvoll wiederzugeben vermochte.

Zwei Transkriptionen von F. Liszt, die auf Liedern von R. Wagner basieren „Oh du meine holder Abendstern“ und „Reminiscence Rienzi“ folgten. Bei ersterer, die nur mit wenigen Tönen begann, war atemlose Stille im Saal – der Interpret streichelte geradezu die Tasten und hob betonte und unbetonte Stellen bravourös hervor, dann wiederum flogen seine Hände wie Schmetterlinge darüber, und seine Spielfreude riss das Publikum mit. Die zweite Transkription startete bombastisch, ging dann in schwermütige Klänge über bis zum super schnellen, fulminanten Finale mit geradezu akrobatischen Fingerbewegungen.

Auch in den weiteren Kompositionen von G. Verdi/S. Thalberg „Fantasie über ‚La Traviata‘“; L. Godowsky „Walzer ‚Old Vienna‘“, „Tango (nach I. Albeniz); A. Skrjabin „4 Preludes“ und Ch. V. Alkan „Etudes de Bravoure Op. 16, Nr. 1, 2,3“ zeigte Mamriev sein überragendes Können. Kein Wunder, dass die Musikfreunde ihm am Schluss mit stehenden Ovationen und Bravo-Rufen minutenlangen Beifall zollten, und er die Bühne nicht ohne Zugabe verlassen durfte.

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