Mini-Jets durchpflügen den Himmel mit Tempo 300

Von: Georg Schmitz
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Oberst Werner Nemetschek, Bürgermeister Thomas Fiedler und Modellflugclub-Vorsitzender Ralf Muhlberg (v.r.) zeigen sich begeistert von den verschiedenen Jet-Modellen, deren Piloten beim Wettbewerb in Teveren ihr Können zeigten. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Teveren. Mit Spitzengeschwindigkeiten von über 300 Stundenkilometern, aber einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 25 Kilo düsten die Jet-Modelle durch die Lüfte. Die originalgetreu nachgebauten Kopien echter Verkehrs- und Militärflugzeuge fanden auch beim Flughafenkommandeur Oberst Nemetschek und Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler Bewunderung.

Der Internationale Modellflugclub MOB Geilenkirchen e.V. hatte mit Unterstützung der Deutschen Unteroffizier Kameradschaft (DUK) einen Flugwettbewerb auf dem Fluggelände in Teveren ausgerichtet, an dem das Jet-Team Germany teilnahm. Die neun Mitglieder des Jet-Teams, aus dem sich auch die Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaften rekrutiert, kommen aus ganz Deutschland.

Erst 2009 hat das Deutsche Nationalteam den Weltmeistertitel in Israel erfolgreich verteidigt. Der Weltmeister-Titel ist für die Deutschen Jetflug-Profis eigentlich schon „Tradition”, denn bei bisher neun WMs hat das deutsche Nationalteam achtmal gewonnen. Das kommt nicht von ungefähr, denn die ersten Turbinen für die Jet-Modelle sind in Deutschland entwickelt worden.

„Derzeit gibt es weltweit etwa 40 Teams, die an den Weltmeisterschaften teilnehmen”, weiß Jet-Team-Mannschaftsführerin Evi Theophil, und das mit zunehmendem Interesse. Namibia, Indien und Luxemburg seien seit Kurzem mit im Boot, und Interessensbekundungen kämen auch aus der Karibik.

Theophil berichtete, dass jährlich eine Deutsche Meisterschaft im Jet-Flug stattfinde. Die über zwei Jahre gesammelten Punkte werden addiert, wobei die höchsten Punktzahlen Grundvoraussetzung für eine Aufnahme im Jet-Team Germany sind. Die derzeit nur neun Mitglieder sind quasi die Profis unter den Jet-Piloten, und sechs von ihnen können 2011 an der nächsten Weltmeisterschaft in den USA teilnehmen.

Geilenkirchens Modellflugclub-Vorsitzender Ralf Muhlberg und DUK-Vorsitzender Klaus Ulrich Dickel waren erfreut, mit Stephan Völker aus Frankfurt (2001, 2003, 2007, 2009) und Wolfgang Klür aus Eitorf bei Köln (1997 und 1999) auch zwei Weltmeister im Jet-Flug begrüßen zu können. Muhlberg erinnert an die Anfänge des Modellflugclubs auf der Airbase, der vor 35 Jahren aus einer Betreuungseinheit des Flugkörpergeschwaders II der Bundeswehr entstanden sei.

Seit 1994 bestehe ein Nutzungsvertrag zwischen dem Modellflugclub und der Nato Airbase. Das erklärte Ziel des Vereins ist der Flugbetrieb mit Modellflugzeugen und, wenn auch noch Gleichgesinnte aus ganz Deutschland zu Gast sind, ist hier mächtig was los.

Der amtierende Weltmeister Stephan Völker steuerte auf der Airbase eine originalgetreu nach gebaute „BAe Hawk MK 66” mit der er auch im vergangenen Jahr die WM gewonnen hatte. „Für unsere Jets haben wir eine Dokumentation beizubringen, die besagt, dass alles detailgenau mit dem Original übereinstimmen muss”, erklärt Völker.

Selbst die Farbe müsse stimmen und sogar der Schleudersitz sei original nachgebaut. Zusammen mit Wolfgang Klür arbeitet Völker auf dem Fluggelände im Nordbereich der Airbase gerade an einem Business-Jet aus Kohlefaser, und dabei ließen sich beide gerne über die Schulter schauen.

Parallel dazu erhielt Joel Eckert viel Applaus für seine Vorführung in der Sportklasse. Der heute Elfjährige aus Baesweiler hat trotz Konkurrenz durch erwachsene Jet-Piloten vor zehn Tagen in Hessen die Deutsche Meisterschaft in der Sportklasse gewonnen, was auch die „Großen” stark beeindruckte.

Im Alter von damals zehn Jahren gewann Joel als bisher Jüngster diese Deutsche Meisterschaft. „Beim Jet-Flug kommen vier Klassen in die Wertung”, erläutert Jet-Team-Chefin Evi Theophil. Dies seien die Sportklasse (Einsteiger), Kunstflug sowie Semi-Scale und Scale. Letztere ist die Profi-Klasse. Zwei Dutzend ferngesteuerte Flugzeuge mit Triebwerken und Spannweiten von 40 Zentimetern bis drei Metern kamen beim Wettbewerb zum Einsatz.

Neben Jagdbombern und Business-Jets war auch ein Hubschrauber dabei, und der zeigte wahre Kunststücke in der Luft. Loopings und „Kopfüber-Fliegen” brachten die Besucher zum Staunen und hinterließen bleibende Eindrücke.
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