Militärmusikerer spenden für Karlskapelle

Von: mabie
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Viel Geld für den guten Zweck
Viel Geld für den guten Zweck und strahlende Gesichter bei Pfarrer Winfried Müller (2.v.l.), General Jürgen Beyer (3.v.l.), Oberstleutnant Holger Kunkel (4.v.l.), Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (M.), Martina Waliczek (2.v.r.) und Dieter Zilgens (r.). Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Manche Geschichten schreibt das Leben von ganz alleine. So wie die des ungenannt bleibenden Spenders aus Heinsberg, der beim Benefizkonzert des Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz spontan das Kleingeldfach seiner Börse umkehrte und alles gab.

„Der Mann sagte, er wolle was Spenden, hatte aber keine Scheine dabei”, erzählte Martina Waliczek vom Kulturamt der Stadt Übach-Palenberg die kleine Anekdote am Rande der Scheckübergabe im großen Sitzungssaal. Genau 11,87 Euro seien dabei herausgepurzelt, ein stolzes Sümmchen für ein Kleingeldfach, und eine Zahl, die auf den Reinerlös des gesamten Konzertabends aufgerechnet exakt einen Erlös von 2352,87 Euro ergibt. Eine erkleckliche Summe, die nun der im Volksmund „Karlskapelle” getauften Petruskapelle in Palenberg zugute kommt.

Denn die dringend notwendigen Arbeiten an diesem nicht nur kirchengeschichtlich höchst bedeutenden Bauwerk verschlingen Unsummen. Die ursprünglichen Planungen, so berichtete Dieter Zilgens von der katholischen Kirchengemeinde St. Petrus Übach-Palenberg, gingen von Gesamtkosten von 230.000 Euro aus. Bei einer Finanzierung von 116 000 Euro durch das Bistum Aachen, 28.500 Euro von der Bezirksregierung Köln und rund 61.100 Euro aus Spenden - den Ertrag aus dem Benefizkonzert der Militärmusiker schon eingerechnet - verbleiben noch gut 40.000 Euro.

Vorerst, denn, wie Zilgens offen darlegte, zieht sich das Projekt länger hin als erwartet, so steigen beispielsweise die Kosten für die benötigte Einrüstung mit jedem Tag, den die Reparaturarbeiten andauern, weiter an. „Wir finden immer wieder was Neues, dazu muss jedes Mal, wenn eine Fläche aufgemacht wird, neu gesichtet werden”, so Zilgens. „Unterm Strich kostet das im Moment sehr viel Zeit, was das Ganze nicht wirklich günstiger macht”, schloss er. Dennoch freute er sich gemeinsam mit Pfarrer Winfried Müller und weiteren Vertretern der Gemeinde über die Spende von der Bundeswehr.

„Wir sehen durch die laufenden Spenden, die hereinkommen, was die Kapelle den Menschen wert ist”, dankte Müller. Auch Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der im Namen der Stadt durch die enge finanzielle Situation leider ohne offizielle Zugabe der Stadt zu den Renovierungsarbeiten auskommen muss, dankte sehr für den ehrenamtlichen Einsatz des Musikkorps. „Diese Konzerte sind regelmäßig im Jahr ein großes Highlight”, sagte Jungnitsch. Und er freute sich, dass trotz der gerade erst überstandenen neuen Runde in Sachen Bundeswehrreform die 1999 gestartete Tradition der Benefizkonzerte von Musikkorps der Bundeswehr in Übach-Palenberg weiter aufrechterhalten werden kann. Insgesamt sind so übrigens seit dem Start 1999 Spenden im Gesamtwert von 37 113,13 Euro zusammengekommen.

So teilte Martina Waliczek schon jetzt die kommenden Konzerttermine mit: Am 15. November 2012 gastiert das Luftwaffenmusikkorps 3 Münster und am 7. November 2013 das Heeresmusikkorps 300 Koblenz. Ob die Namen der Musikabteilungen dann noch die selben sind, wusste auch Brigadegeneral Jürgen Beyer vom Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBw) in Geilenkirchen nicht zu sagen. „Die Bundeswehr hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Musikkorps, die es gibt, für gemeinnützige Zwecke einzusetzen”, machte er deutlich. Beyers Amtsvorgänger, Brigadegeneral a.D. Hans Hübner, hatte die Idee des Benefizkonzertes in der Stadt mit den zwei Herzen damals aus den Angeln gehoben. Die Stadt ist aber ebenso gut mit der Nato-Airbase in Geilenkirchen verbunden, so dass auch Oberstleutnant Holger Kunkel vom Nato-E3A-Verband seiner Verbundenheit Ausdruck verlieh. „Wir sind ein Teil ihrer Gemeinde, ihrer Umgebung und ich freue ich, dass wir für kirchliche und kulturhistorische Zwecke eintreten können”, so Kunkel.
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