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Milde Strafe für Autodieb

Von: Herbert Keusch
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen/Gangelt. Eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten hat Richter Thomas Schönig gegen einen 46-jährigen Angeklagten aus Gangelt verhängt. Das Urteil fiel deshalb so mild aus, weil dem insgesamt in 37 Fällen vorbestraften Angeklagten inzwischen eine recht günstige Sozialprognose gestellt wird.

Das Urteil ist rechtskräftig, weil Staatsanwalt Hubert Herwartz wie auch der Angeklagte auf Rechtsmittel verzichten. „Der 46-Jährige hat zwei Autodiebstähle und, einmal zum Nachteil des Krankenhauses Heinsberg, den Diebstahl einer Bohrmaschine im Wert von 1500 Euro begangen und ist viermal ohne Versicherungsschutz mit einem Auto gefahren”, begann der Richter die Urteilsbegründung.

Zudem habe er sich des Fahrens ohne Fahrerlaubnis schuldig gemacht. „Was zur Folge haben muss, dass zwölf Monate die Ausstellung einer Fahrerlaubnis gesperrt sein muss”, fuhr der Richter fort.

Wenn man sich vorstelle, dass jemand einen erheblichen körperlichen Schaden davontrage, für den eine Versicherung nicht aufkomme und der Angeklagte in seiner finanziellen Lage ganz sicher nicht aufkommen könne, dann müsse man dem Angeklagten bescheinigen, dass er ein Fahrzeug benutze, ohne sich Gedanken über mögliche Folgen zu machen. Zur Verhandlung war der 46-Jährige mit seinem Betreuer erschienen. Der erklärte vor Gericht, dass der Angeklagte an „Borderline” leide, die durch Alkoholmissbrauch entstehe.

Staatsanwalt Hubert Herwartz hatte dem 46-Jährigen vorgegeworfen, am 1. September 2010 in Kreuzrath einen BMW gestohlen zu haben; das gab der Angeklagte zu. Am gleichen Tag habe er in Sittard einen Opel gestohlen. Am 26. Dezember war er in Birgden mit einem gestohlenen VW von der Polizei angehalten worden. Schon am 14. Dezember habe er einen Koffer mit Bohrmaschine im Krankenhaus Heinsberg entwendet. Am 3. November war er gegen 13.45 Uhr mit einem unversicherten Opel in Wassenberg und am 6. November in Birgden mit dem gleichen unversicherten Fahrzeug in Birgden von der Polizei angehalten worden.

Staatsanwalt Hubert Herwartz in seinem seinem Plädoyer: „Bei 37 Vorstrafen hat man zunächst einmal den Eindruck, es mit einem kriminellen Schwergewicht zu tun zu haben.” Aber nach dem Hintergrundbericht des Betreuers glaube er jetzt, dass es mit dem Angeklagten langsam klappen müsse. Vier Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz, einmal Fahren ohne Fahrerlaubnis und drei Diebstähle seien abzuurteilen.

„Ich fordere eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten, mit der Sperre der Fahrerlaubnis tue ich mich schwer”, schloss der Staatsanwalt.
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