Metallica-Fans spielen Metallica für Metallica-Fans

Von: Stefan Reiners
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Die Musiker konzentrierten sich auf das Frühwerk ihrer Vorbilder und zockten die legendären Alben „Ride the Lightning“ und „Master of Puppets“ vom ersten bis zum letzten Ton durch. Foto: Stefan Reiners

Übach-Palenberg. Am Samstag wurde es ab circa 21.30 Uhr richtig laut in der Rockfabrik, als alle Gitarren gestimmt, alle Kehlen geölt und alle Verstärker warm gelaufen waren und Cunning Stunts, die als eine der dienstältesten und authentischsten Tribute Band der Metal-Helden Metallica gelten, den vollständig gefüllten Konzertsaal musikalisch auf seine Bausubstanz hin überprüften.

Die Kölner Formation um den früheren Übach-Palenberger Sascha Gerhards alias „MetalSaschA“ hatte die diesjährige Tour bewusst „The Call of Ktulu“ genannt, und zwar nach dem monumentalen Instrumentalschinken von dem 1984 entstandenen Metallica -Album „Ride the Lightning“, dem der erste Teil des Abends vollständig gewidmet war.

Cunning Stunts spielten jedes einzelne Stück aus dem legendären Zweitwerk, bevor sie die Fans nach gut eineinhalb Stunden Trommelfellmassage in eine kurze Pause entließen. Wer aber jetzt gedacht hatte, es käme wie so häufig noch ein kurzes Set, gefolgt von zwei, drei Zugaben, der sah sich auf dem Holzweg.

Die bekennenden „Metalliker“ legten ordentlich nach und hauten noch das komplette dritte Album aus dem Jahre 1986 – „Master of Puppets“ – raus in die begeisterte Menge. Und die kannte sich aus. „Welcome home (Sanitarium)“, ein Stück, dessen Text aus der Sicht eines Insassen einer geschlossenen Anstalt geschrieben ist, wurde schon nach den ersten Tönen des Intros erkannt und frenetisch begrüßt. Textsicher zeigten sich die Fans sowieso.

Es war nicht der erste Gig in Übach von Auswanderer Sascha Gerhards, den es nach dem Studium in die USA verschlug, wo er auch heute noch in der Nähe von Cincinnati/Ohio als Professor für Kulturwissenschaften und deutsche Sprache an der Miami University lehrt. Und es wird auch gewiss nicht der letzte gewesen sein.

Denn jedes Jahr um die Weihnachtszeit zieht es den 37-Jährigen gen Heimat, um hier mit seinen Bandkollegen – allesamt Profimusiker, die das restliche Jahr über im Kölner Raum mit ihren eigenen Formationen Konzerte geben – der gemeinsamen Leidenschaft zu frönen: dem Metallica-Tribute.

Dass die vier Jungs die Musik nicht nur spielen, sondern fühlen und auf der Bühne leben, merkt man Sascha Gerhards, Nicolao dos Santos, Lars Kaufmann und Matthias Bielecke an. Und der Musik auch. Wo die live gespielte Musik den Raum dafür ließ, gab es Showeinlagen, coole Posen mit fliegenden Haaren, heiße Soli mit fliegenden Fingern und Ausflüge ins Publikum mit jaulender Gitarre.

Als Zugabe „Enter Sandman“

Der einzige Song, der nicht von den ausgewählten zwei Alben stammte, war auch die einzige Zugabe, die nach fast drei Stunden geballter Gitarrenpower und Fingerakrobatik gegeben wurde. Das war – natürlich – „Enter Sandman“, einer der wohl bekanntesten Metallica-Songs, der auch unmöglich hätte fehlen dürfen.

Dass es bei diesem einen Song blieb, nahm im Anschluss an diesen Metal-Marathon niemand krumm, zumal es als Dreingabe nach dem Verklingen der letzten gezielten Rückkopplung das Versprechen gab, gemeinsam mit dem Publikum noch „abzufeiern“.

Metallica-Fans spielen Metallica für Metallica-Fans. Ein besonderer Event.

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