Mercatorschule: Potenzial dieser Schule ist Trumpf

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Die individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers steht bei der Arbeit in der Gangelter Mercatorschule in Vordergrund. Hervorragende Vermittlungsquoten bei den Entlassschülern sind das Ergebnis. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Der Kampf ums Überleben der Mercatorschule treibt den Förderschulzweckverband auf Brautschau. Den einhelligen Willen der jetzigen Verbandsmitglieder Gangelt, Selfkant und Geilenkirchen fasste der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler, so zusammen: „Wir setzen alles daran, den Standort Gangelt für die Schüler mit Förderbedarf zu erhalten!“

Vorangegangen war der jährliche Bericht des Schulleiters Marcel Driessen, der auf der einen Seite von einer angespannten Personalsituation berichtete: „Die Mercatorschule ist zur Zeit die am schlechtesten besetzte Förderschule Lernen im Kreis Heinsberg.“ Von den 16 Lehrkräften arbeiten aktuell sieben im gemeinsamen Unterricht an vier Regelschulen. Für Beratungsbedarf an anderen Schulen bleibt da kaum Raum. Positiv wertete Marcel Driessen die vielen Angebote rund um den Schulbetrieb, die den Zusammenhalt stärken.

Das Pfund, mit dem man seit Jahren in Gangelt wuchern kann, ist Qualität, die sich unter anderem darin äußert, dass von den jüngsten 14 Entlassschülern einige eine reguläre Ausbildung machen, beziehungsweise in Aussicht haben und acht in berufsvorbereitenden Maßnahmen sind. „Nur von einem wissen wir nicht, was aus ihm geworden ist.“

Gesetzliche Vorgaben

Herbert Corsten, Bürgermeister der Gemeinde Selfkant, stellte fest, dass das neue auf die speziellen Anforderungen der Schule zugeschnittene Gebäude ebenso wie die Menschen, die die Kinder betreuen, ein wichtiger Teil dieser Entwicklung sind. Er machte zudem darauf aufmerksam, dass die gesetzlichen Vorgaben letztlich für den Erhalt der Schule maßgebend sind. Das, was dieser speziellen Schülergruppe in Gangelt geboten werde, sei von enormer Wichtigkeit: „Das Potenzial dieser Schule erreicht keine andere.“

Dieser Satz umreißt den Gegenpol zu dem, was Verfechter der Inklusion ins Feld führen. Sind die Kinder an einer Sonderschule besser aufgehoben oder lieber doch die Regelschule? Auch Jürgen Benden (Grüne/Geilenkirchen) ist seit langem ein Fürsprecher der Inklusion. „Aber sie muss gut gemacht sein“, sagte er. Mit Blick auf die Situation der Hauptschüler in Geilenkirchen sprach er davon, dass es nicht zu verantworten sei, Inklusion in Geilenkirchen voranzutreiben. „Die Mercatorschüler sind in Gangelt gut aufgehoben.“

Das Unterstrich auch der Gangelter Bürgermeister Bernhard Tholen: „Unsere Regelschulen brauchen noch Zeit, und auch die Gesamtschule ist noch lange nicht soweit, Inklusionsschüler aufzunehmen.“

Es wurde über den entscheidenden Elternwillen diskutiert, die Zusammenlegung von Förderschwerpunkten und vorsichtig nach eventuellen Partner-Zweckverbänden Ausschau gehalten. Die magische Zahl lautet 144. So viele Schüler braucht man, um eine Förderschule weiter zu betreiben – erlaubt sind dabei auch zwei Standorte.

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