Menschliche Abbilder in Natur und im warmen Licht

Von: mabie
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Peter Dorscheid, in Köln lebender Maler aus Übach-Palenberger, zeigt derzeit Werke seines künstlerischen Schaffens („Formen und Farben der alten Ägypter“) im Schloss Zweibrüggen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Kunst im Schloss: Was passt besser zusammen, als die Kombination aus anspruchsvoller Malerei und dem reduzierten, aber edlen Ambiente eines klassizistischen Baus? Diese Mischung macht sich auch des Künstlers Peter Dorscheid zu Nutze, der jetzt seine Bilder in Schloss Zweibrüggen zeigt.

Peter Dorscheid, eigentlich ein Sohn der Stadt mit der Bergbauvergangenheit, lebt seit fünf Jahren in Köln und ist gelernter Malermeister. Vor zehn Jahren war er zum bis dahin letzten Mal im Schloss zu Gast, porträtierte den damals amtierenden Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll.

Bei der Vernissage dieses von Martina Waliczek seitens der Stadtverwaltung organisierten Kulturprogrammteils lobte nun dessen Nachfolger Wolfgang Jungnitsch das Wirken und Schaffen des Künstlers. „Bis jetzt ist es Peter Dorscheid immer wieder gelungen, das Publikum mit neuen, überraschenden, immer aber nachdenkenswerten und interessanten Aussagen und Techniken zu konfrontieren“, fasste der Ratsvorsitzende zusammen.

Aktuell schafft Peter Dorscheid den künstlerischen Spagat, der ihn so interessant macht, durch gleich zwei Themen, die im Schloss thematisch getrennt untergebracht sind. So kehrt er zu „Formen und Farben der alten Ägypter“ im ersten Untertitel der Ausstellung zurück, lässt aber im zweiten Untertitel auch die „Freude an Oldtimern und Musik“ durchscheinen.

Ägypten und Mallorca

Ein interessantes Spannungsfeld, mit dem sich auch die Kunsthistorikerin Alexandra Simon-Tönges gerne beschäftigte. „Häufig steht der Mensch im Mittelpunkt seiner Malerei, Menschen des alten Ägypten, im warmen Licht Mallorcas, Menschen, die musizieren“, sagte sie. Aber auch dann, wenn der Mensch in den sächlichen Darstellungen von Fahrzeugen und Architektur unsichtbar bleibe, so Alexandra Simon-Tönges weiter, sei die menschliche Anwesenheit spürbar. „Peter Dorscheid ist immer ein Maler des Realen. Er orientiert sich stets an der äußeren Form der Dinge, geht dabei aber immer über das rein Dokumentarische hinaus“, beschrieb sie seine Kunst weiter.

So würden Motive nicht nur naturalistisch wiedergegeben, sondern vom Künstler transformiert. Durch die Umwandlung, so schloss die Kunsthistorikerin, werde eine Konzentration auf wesentliche Elemente erreicht, eine Gegenüberstellung von Formen und Farben.

Das Beeindruckende für den Betrachter bleibt dabei stets der faszinierende Spannungsbogen des Hin- und wieder Wegschauens. Peter Dorscheids Bilder wirken beim flüchtigen Blick zunächst wie längst betrachtete „Ab-Bilder“, doch entwickeln spätestens beim zweiten, beim meist genaueren Blick eine Intensität, die den Betrachter stutzen und schließlich ganz tief ins Werk eintauchen lässt.

Sonntag noch zu sehen

Wer sich die Bilder nicht entgehen lassen will, kann sich noch am Sonntag, 8. Dezember, die Motive in der Zeit von 11 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt ansehen.

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