Gangelt - Menschen mit Behinderung Freude stiften

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Menschen mit Behinderung Freude stiften

Von: Udo Stüßer
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Die Biker und Triker sind der ViaNobis GmbH sehr verbunden, was auch gemeinsame Ausfahrten zeigen. Foto: agsb/Privat
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Die Stiftung hat kürzlich zwei Rollstuhlfahrräder für 15.000 Euro finanziert, die beim Schützenfest vorgestellt wurden. Foto: agsb/Privat
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Derweil freut sich der Stiftungsrat mit Horst Wiegand, Klaus Schumacher, Bernd Krückel (von links) sowie Leo Wennmacher (rechts) und Ute Kelleners über die Fortbildung von Nils Jütten zum Therapeuten für tiergestützte Therapie (vorne mit Hund Malou), die ebenfalls die Stiftung finanziert hat. Foto: agsb/Privat

Gangelt. Nein, es geht nicht alleine nur um Geld. Es geht auch um Freude. Für die Verantwortlichen der Stiftung „Mit gleichen Chancen leben“, die sich für Menschen mit Behinderungen der Gangelter ViaNobis GmbH einsetzen, stehen die Menschen mit Handicap und ihre Rechte auf Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Freude erfahren kann man schon durch den Einsatz von recht geringen finanziellen Mitteln, beispielsweise bei einem Ausflug nach Maastricht, wo es neben schönen Eindrücken „een kopje koffie“ zum Abschluss gibt. Mehr Geld nimmt der Stiftungsvorstand in die Hände, wenn Ferien- und Ausflugsfahrten für die Bewohner finanziert werden. Und sicherlich bringt auch die von der Stiftung mit vergleichsweise geringen Mitteln finanzierte Hollywood-Schaukel frischen Schwung in das Leben einer Wohngruppe.

Für die beiden Rollstuhlfahrräder, die kürzlich angeschafft wurden, musste man aber immerhin 15.000 Euro auf den Tisch legen. Deshalb ist Leo Wennmacher, als Leiter Konzern-Personalmanagement der Dernbacher Gruppe für 5750 Mitarbeiter verantwortlich, in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender der Stiftung stets bemüht, neue Geldquellen zu erschließen.

Seit fast 20 Jahren geht es der Stiftung darum, Teilhabe zu fördern. „Das sind oft ganz triviale Geschichten, mit denen man das Leben der Menschen mit Behinderung verbessern kann“, hat Wennmacher erfahren. So sehr sich manche Bewohner von ViaNobis beispielsweise auf eine bevorstehende Kirmes freuen, so sehr haben sie bisher eine behindertengerechte Toilette vermisst.

Für die jüngste Kirmesveranstaltung schließlich hat Leo Wennmacher einen behindertengerechten Toilettenwagen gefunden und für 300 Euro gemietet. „Aber das war gar nicht so einfach, einen solchen Wagen zu finden. Wir überlegen derzeit, ob wir solch einen Toilettenwagen kaufen oder bauen lassen“, erklärt Wennmacher.

Der Manager weiß aber auch: „Da sind wir mit 15.000 Euro dabei. Aber damit können wir bei vielen Veranstaltungen Barrieren abbauen.“ Natürlich werden die Versorgung und Betreuung der behinderten Menschen von der ViaNobis GmbH als Träger selbst finanziert. „Die Stiftung bezahlt das, was noch oben drauf kommt, sozusagen das Tüpfelchen auf dem i. Wir bezahlen alles, was das Leben schön macht“, sagt Leo Wennmacher.

Das sind beispielsweise spezielle behindertengerechte Sättel für die Reittherapie oder therapeutische Geräte, die nicht unbedingt medizinisch notwendig, aber hilfreich sind.

Aber auch wenn es um die Fortbildung der Mitarbeiter geht, greift der Stiftungsvorstand in die Kasse. Die Ausbildung von Nils Jütten zum Therapeuten für tiergestützte Therapie mit seinem Hund Malou hat die Stiftung ebenso übernommen wie die Ausbildung „heilpädagogische Basisförderung“ von Mitarbeitern des Hauses. Und auch die Besinnungstage im Dernbacher Kloster wurden aus der Stiftungskasse bezahlt.

Suche nach Einnahmequellen

Um all diese Vorhaben finanzieren zu können, ist Leo Wennmacher stets auf der Suche nach Einnahmequellen. Einmal ist es ein gemeinsamer Konzertabend mit den Bikern und Trikern, der Geld einbringt, ein anderes Mal ist es eine große Kunstauktion gemeinsam mit der Kreissparkasse, die Geld in die Kasse spült. Die Stiftungsmitglieder freuen sich aber auch über jede ideelle Unterstützung.

Da lobt Leo Wennmacher beispielsweise die Gangelter Schützen für ihren Festabend unter dem Motto „Come together“, an dem behinderte und nichtbehinderte Menschen gemeinsam gefeiert haben. Große Anerkennung zollt er auch den Gangelter Realschülern, die sich in der Gangelter Einrichtung ehrenamtlich engagieren. „Mit ihnen haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Vorurteile gegenüber den jungen Leuten kann ich nicht teilen“, sagt Wennmacher.

Der Vorsitzende der Stiftung hofft, noch weitere Ehrenamtler für ein Engagement in der ViaNobis GmbH gewinnen zu können. Er kennt aber auch die Probleme: „Vom Ehrenamt wird immer mehr abverlangt, und die Ressourcen sind begrenzt. Überall werden Freiwillige gebraucht, und so findet ein Ringen um diese Ehrenamtler statt.“ Aus diesem Grund hat die Stiftung ein Ehrenamtsforum initiiert und finanziert. Wennmacher freut sich, dass sich etliche Mitarbeiter des Hauses nach ihrem Eintritt in den Ruhestand ehrenamtlich für die Bewohner engagieren.

Der Leiter des Personalmanagements hat für die Zukunft noch Wünsche: „Wir wollen Spielgeräte anschaffen, weiter in die Ausbildung investieren und neue Methoden in der Therapie und Pädagogik finanziell unterstützen. Und wir sind stets auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern für gemeinsame Veranstaltungen.“ Und dann sind da noch so manche individuellen Wünsche, die erfüllt werden möchten, sozusagen das Tüpfelchen auf dem i.

Wer die Stiftung unterstützen möchte, wende sich an Leo Wennmacher, Telefon 02454/59746. Spendenkonten gibt es bei der Kreissparkasse (BLZ: 31251220, Konto: 3006103) und bei der Raiffeisenbank (BLZ 37069415, Konto 506666012).

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