Meisterkonzert mit Menachem Har-Zahav im historischen Schloss

Von: mabie
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Beim Meisterkonzert mit Menachem Har-Zahav im Schloss Zweibrüggen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Menachem Har-Zahav zeigte im wundervollen Ambiente von Schloss Zweibrüggen, warum seine ausgesuchten und exzellent interpretieren „Perlen der Klavierliteratur 2“ so eindrucksvoll sind. Ein Meisterkonzert.

Etwas war anders an diesem Abend im edlen Saal. Denn der Flügel, sonst eher optisch schmückendes Beiwerk des im klassizistischen Stil errichteten Bauwerks, rückte in das Zentrum der Blicke. Und das freute nicht nur Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der schon vor einem Jahr den meisterhaften Klängen von Pianist Menachem Har-Zahav gelauscht hatte.

Auch an diesem Abend war eine Schar von Menschen in das Schloss gekommen, um die außergewöhnlichen Interpretationen eines Ausnahmekünstlers zu genießen. Seine rund 70 Konzerte pro Jahr hört man ihm an, und das im positiven Sinne.

Denn so abgeklärt und ruhig er als Mensch wirkt, lebt der Pianist Menachem Har-Zahav seine Leidenschaft, sein Feuer, seine Dynamik, aber auch seine wie zerbrechlich wirkenden feingeistigen Qualitäten als Pianist am Flügel aus.

Das war auch jetzt im Schloss der Fall. Und schon, als er die Ballade in g-Moll (Op. 23) von Frédéric Chopin aufleben ließ, leuchteten nicht nur die Augen der wissenden Zuhörer. Dem Pianisten gelang es problemlos, auch Menschen, die hier einfach nur in aller Stille und für sich ein exzellentes Konzert genießen wollten, in seine Welt der Musik hineinzuziehen.

Musikalischer Fluss

Vier Beispiele von Sergej Rachmaninoff und Klavierstücke aus dem Opus 119 von Johannes Brahms bewiesen, dass der große Künstler nicht nur der gröbsten und feinsten Dynamik habhaft ist, sondern vor allem den musikalischen Fluss, das Bruchlose einer überragenden Interpretation generieren kann.

Für so viel Können gab es schon vor der Pause, die eigentlich nur dem tiefen Luftholen vor dem zweiten Teil diente, reichlich Beifall.

Drei Präludien aus der Feder George Gershwins, der leicht beschwingte, dennoch nicht minder tiefgründige Stil Claude Debussys und zum Schluss eine strahlende Étude d’éxécution transcendente in f-Moll von Franz Liszt ließen die Zuhörer erahnen, warum der Pianist sein ausgesuchtes Programm mit „Perlen der Klavierliteratur 2“ überschrieben hat.

Das lässt natürlich hoffen, dass der Pianist mit dem Gespür für feinste Dynamik auch im kommenden Jahr, wenn die Blätter wieder fallen, wieder den Weg ins Schloss finden wird.

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