Geilenkirchen - Meisterhaft: Zwei der besten Prüflinge ihres Jahrgangs

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Meisterhaft: Zwei der besten Prüflinge ihres Jahrgangs

Von: Christina Kolodzey
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Ausgezeichnet: Friseurmeisterin Verena Donder. Foto: C. Kolodzey
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Ebenfalls ausgezeichnet: Korbmachermeister Ricardo Bäcker. Foto: C. Kolodzey

Geilenkirchen. Zwei jungen Handwerkern aus Geilenkirchen ist kürzlich eine besondere Ehre zuteil geworden: Sie erhielten nicht nur in festlicher Atmosphäre ihre Meisterbriefe von Repräsentanten der Handwerkskammer Aachen, sondern auch Meisterpreise der Kreissparkasse Heinsberg im Wert von je 1000 Euro für „gute“ Leistungen in allen Prüfungsteilen.

„Ich werde Friseurin.“ Dies stand für Verena Donders (28) schon als kleines Mädchen fest. Begeistert drehte sie erst ihren Puppen schwungvolle Locken und später, als Jugendliche, ihren Freundinnen und Klassenkameradinnen zu festlichen Anlässen. Ihre Eltern hatten eigentlich andere Pläne: Studieren sollte sie nach ihrem Abitur am St. Ursula Gymnasium in Geilenkirchen. Doch die Leidenschaft für Haare ließ das junge Mädchen nicht los. Es setzte sich durch und machte eine Ausbildung als Friseurin.

„Ich habe das ‚Haar-Gen‘ geerbt“, meint Verena Donders lachend, „Schon meine Mutter und ihr Vater haben diesen Beruf ergriffen.“ Er sei zwar körperlich sehr anstrengend und der Verdienst hielte sich in Grenzen, doch Geld sei für sie nicht das Wichtigste, sondern die Freude an der Arbeit. Ihre Lehrzeit absolvierte sie in einem Friseursalon in Gereonsweiler, dessen Inhaber, der sie stets gefördert hat und für den sie noch heute tätig ist, später einen weiteren in Würm erwarb. Sie sei tageweise in beiden Salons tätig und zusätzlich in zwei Seniorenheimen. Alles sei sehr familiär, erzählt die talentierte Friseurin. So würde es ihr Chef gern sehen, wenn sie später einen der Salons übernähme. Sie sei dem nicht abgeneigt, möchte am liebsten in der Region bleiben. Andere, die ihren Meister gemacht hätten, würde es in Großstädte ziehen, wo sie die „Schickeria“ frisierten, doch ihr seien die Menschen hier ans Herz gewachsen. Sie möchte einfach vom Kind bis zur Oma alle mit ihren Frisuren glücklich machen und besuche regelmäßig Fortbildungsseminare, um diesem Anspruch gerecht zu werden. „Bei der Vorbereitung zur Meisterprüfung haben die Kunden mitgelitten und waren stolz, als ich es geschafft hatte“, berichtet sie gerührt. Neben ihrer Passion für die „haarigen Angelegenheiten“ bleibt Verena Donders noch genügend Zeit, Musik zu hören und Freunde zu treffen.

Einer von ihnen ist der Meisterpreisträger Ricardo Bäcker (24), mit dem sie die kaufmännische Klasse zur Prüfungsvorbereitung besucht hat. Der begabte Handwerker wollte eigentlich Schreiner werden. Durch ein Praktikum bei einem Korbmacherbetrieb in Geilenkirchen lernte er diesen seltenen Beruf kennen und lieben, erzählt er. Es war die richtige Entscheidung und schon bei seiner Gesellenprüfung im Jahre 2008, als er auf Anraten der Handwerkskammer an einem Leistungswettbewerb teilnahm, errang er den ersten Platz auf Landesebene. Noch heute ist er in seinem Ausbildungsbetrieb vollzeitbeschäftigt. „Mein Chef hat mir an vielen Abenden alte Kniffe und Tricks für die Bearbeitung meiner Meistertruhe verraten und ich habe mehrere handgeschmiedete Werkzeuge und Maschinen, die heute so nicht mehr hergestellt werden, von ihm und anderen alten Meistern bekommen“, sagt Ricardo Bäcker dankbar.

Vor einigen Jahren hat er sich eine Werkstatt in Immendorf eingerichtet und ein zweites Standbein als Teilselbstständiger geschaffen. Hier baut er wissbegierig auf einem Versuchsfeld verschiedene Weidenarten an, um zu testen, welche sich für bestimmte Objekte, die er herstellt, am besten verwenden lassen. Diese sind äußerst vielfältig und reichen von Körben und Truhen aller Art und in allen Größen über Stubenwagen für Babys, Sessel, DVD-Regale, Hocker, Tische, Lampenschirme und Mittelalterkiepen bis zu Grundgerüsten für Sitz- und Rückenpolster von Oldtimern.

Kunden kommen mit Ideen

„Meine Kunden, die durch Mundpropaganda, über Internetauktionshäuser oder allgemein übers Internet auf mich aufmerksam werden, kommen mit ihren Ideen auf mich zu und ich versuche, diese umzusetzen, was mir bisher stets gelungen ist“, merkt er zufrieden an. Sein Original-Gesellenstück und eines seiner Meisterprüfungsstücke kann man im „Rurtal-Korbmachermuseum“ in Hilfrath bewundern, in dem er ehrenamtlich tätig ist, Besuchern die Kunst des Flechtens vorführt und erklärt. In seiner Freizeit ist der Auto-Fan gerne mit Freunden unterwegs oder geht ins Kino.

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