Geilenkirchen - Medizinischer Dienst benotet Franziskusheim mit 1,0

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Medizinischer Dienst benotet Franziskusheim mit 1,0

Von: Udo Stüßer
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Sie freuen sich über die Gesamtnote „Sehr gut”: Pflegedienstleiter Joachim Bartosch, Hausleiter Mario Ohnesorg, Geschäftsführer Alfons Nickels und Qualitätsmanagemetbeauftragte Senaida Zenkovic (von links) mit den Bewohnern Barbara Gnahs (links) und der 100-jährigen Helene Edel. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Pflege und medizinische Versorgung: 1,0. Umgang mit demenzkranken Bewohnern: 1,0. Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung: 1,0. Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene: 1,0. Befragung der Bewohner: 1,0. Gesamtergebnis: 1,0. „Wir gehören zu den Besten im Westen”, erklärt Alfons Nickels, Geschäftsführer der Franziskusheim gGmbH, nicht ohne Stolz.

Dazu hat er auch allen Grund: Vier gutachter und eine Sachverständige des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen haben unangemeldet eine Qualitätsprüfung des Franziskusheimes vorgenommen. Mehr als neun Stunden lang haben sie sich mit der Prozess- und Strukturqualität und mit der Pflegequalität dieser Einrichtung beschäftigt. Zwölf vom Zufallsgenerator ausgesuchte Bewohner wurden stundenlang befragt, ihr körperlicher Zustand in Augenschein genommen. Das Ergebnis: Alle überprüften Komplexe wurden mit der Note 1,0 bewertet. Damit ist nun offiziell bestätigt, dass das Franziskusheim zu den besten Einrichtungen bundesweit gehört.

„300 Standards und 200 Checklisten wurden überprüft”, erklärt Senaida Zenkovic, Qualitätsmanagementbeauftragte der Franziskusheim gGmbh. „Was in unseren Büchern nicht drin steht, gibt es nicht”, sagt sie und nennt ein Beispiel: Für alle selbstverständlich ist, dass die Bewohner die Größe der Essensportion selbst bestimmen. Wenn das allerdings nicht schriftlich festgehalten ist, ist das für die Prüfer nicht möglich. Punktabzug ist die Folge. „Deshalb führen wir mit Hilfe von EDV ein Qualitätshandbuch. Jeder Mitarbeiter muss nach unserem Leitbild arbeiten. Ich kann das jederzeit überprüfen”, erläutert Zenkovic. „Dieses EDV-System sorgt für große Transparenz. Um diese gute Qualität zu erreichen, brauchen wir natürlich auch die Akzeptanz der Mitarbeiter”, ergänzt Nickels.

Aber die Struktur- und Prozessqualität alleine sorgte natürlich nicht für die Gesamtnote „Sehr gut”. Wie ist die Ergebnisqualität? Wie sieht der Bewohner aus? Wie wird er gepflegt? Gibt es eine soziale Betreuung? Dies waren nur einige Fragen, denen die Gutachter nachgingen.

Zwölf Bewohner aller Pflegestufen wurden jeweils eineinhalb Stunden befragt. „Die Prüfer haben den Zustand der Bewohner mit der Pflegedokumentation verglichen. 35 Kriterien wurden jeweils abgefragt”, erklärt Pflegedienstleister Joachim Bartosch. Alles musste genau begründet werden, und alles muss verschriftet sein: die Zusammenarbeit mit dem Arzt, die Gabe von Medikamenten, die Vermeidung oder Behandlung von Dekubitus.

„Fast 30 Prozent unserer Zeit verbringen wir mittlerweile mit dem Ausfüllen von Dokumenten”, klagt Bartosch. Derweil hält es Alfons Nickels für sinnvoll, dass bestimmte Prozesse dokumentiert werden, „denn Pflege darf kein Zufallsprodukt sein”. Aber: „Die Dokumentation hat Ausmaße angenommen, die nicht mehr stimmen. Wir haben die Pflege gelernt, um zu pflegen.”

„Steht in der Biografie, dass der Bewohner gerne Bohnensuppe isst und er möchte plötzlich keine Bohnensuppe essen, muss das dokumentiert werden. Auch müssen wir dokumentieren, welche Alternativen wir ihm zur Bohnensuppe aufgezeigt haben”, beschreibt Nickels den Aufwand. Hausleiter Mario Ohnesorg glaubt, den Grund zu kennen: „Altenheime stehen grundsätzlich unter Generalverdacht.”

Die Bürokratie und die Aufgaben in den Pflegeeinrichtungen nehmen immer mehr zu. Dabei weiß Nickels auch: „Wenn das Geld knapp ist, wird beim Schwächsten gespart. Das sind Kinder und Alte. Deshalb können wir nur mit Fantasie und effektivem Personaleinsatz diese gute Qualität anbieten. Aber irgendwann ist eine Zitrone ausgepresst. Dann kommt kein Saft mehr raus”, verweist Nickels auf einen Personalschlüssel, der aus den 60er-Jahren stamme. „Qualität kann man nur mit einem multiprofessionellen Team erreichen, und da müssen alle an einem Strang ziehen”, sagt Joachim Bartosch. Dies unterstreicht auch Mario Ohnesorg. „Das Zusammenspiel der Kräfte ist das Entscheidende.”

Eine Überprüfung von Burg Trips nach den bundeswqeit einheitlichen Kriterien hat noch nicht stattgefunden. „Allerdings wird für diese Einrichtung ein vergleichbar sehr gutes Ergebnis erwartet”, zeigt sich Nickels optimistisch.
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