Geilenkirchen - Meditative Klänge erfüllen St. Peter

Meditative Klänge erfüllen St. Peter

Von: Renate Kolodzey
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Blick in das Kirchenschiff: Der Chor hat sich vor dem Altar platziert. Foto: Renate Kolodzey
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Hat nicht nur die Gesamtleitung des Konzerts übernommen: Chorleiter Alois Endres dirigiert den St. Katharina Kirchchor .

Geilenkirchen. Draußen vor der Pfarrkirche St. Peter in Immendorf heulte am 1. Adventssonntag ein starker Herbststurm und wirbelte in heftigen Böen Blätter durch die Luft, doch drinnen empfing die Besucher eine heimelige, friedvolle, fast meditative Atmosphäre.

Am wagenradgroßen Adventskranz nahe dem Altar flackerte die erste rote Kerze, und im Mittelgang am Ende jeder Bank brannten zahlreiche weiße Lichter und erhellten stimmig das spärlich beleuchtete Kirchenschiff. Unter dem Motto „Wir haben seinen Stern gesehen“ hatte der St. Katharina Kirchenchor eingeladen, und Flügelhorn (Thomas Steffens) sowie Streicher (1. Violine Lisa Plecikova, 2. Violine Annegret Heesen, Viola Kasia Gasztecka, Cello Miljana Mandaric) leiteten dazu passend mit „Morgenstern der finstern Nacht“ aus dem Gotteslob feierlich das Konzert ein.

Kaum verklungen, verstanden es vier Sopran-, zwei Tenor- und zwei Bass-Solo-Stimmen (Sabrina Endres, Elisabeth Wilwers-Graf, Odi Odenius, Margarethe Deckers, Robert Bürger, Michael Endres, Gerd Odenius, Ulrich Osterwinter), zusammen mit dem Barockensemble, den hymnisch-pathetischen Charakter von „In das Warten dieser Welt“ prachtvoll zur Geltung zu bringen.

Felix Mendelssohn Bartholdy komponierte es 1840 als Festgesang zur Erinnerung an die Erfindung der Buchdruckerkunst. Nach reichlich Applaus für beide Darbietungen ergriff der Hausherr, Pfarrer Norbert Kaluza, das Wort und hieß die zahlreichen Gäste zu dem alle zwei Jahre stattfindenden Adventskonzert des seit 1857 existierenden und 35 Mitglieder zählenden Chores herzlich willkommen. „Hallelujah“ von Leonard Cohen, ausdrucksstark am Klavier begleitet von Alois Endres, der ansonsten dirigierte und auch die Gesamtleitung innehatte, versetzte das Publikum danach ebenso in Entzücken wie „Nimrod“ von Edward Elgar mit den Streichern und Elisabeth Wilwers-Graf als Solistin.

Zwischen den Liedern sprachen einzelne der in elegantes Schwarz gekleideten Sänger und Sängerinnen jeweils kurze, erbauliche Worte. Der sich anschließende Song „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo hatte einen wichtigen Bezug zu einer Geste am Ende des Konzertes, von der die Zuhörer jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nichts wussten – und das auch den geneigten Lesern an dieser Stelle noch nicht verraten werden soll! Das ruhige „Wenn ich alle Sprachen...“ von Markus Pytlik berührte die Herzen besonders mit der Botschaft. Bei „Macht hoch die Tür“ von Christian Matthias Heiß durfte sich die Gemeinde in der zweiten Strophe beteiligen, und kraftvoll hallte das Lied in mehrstimmigem Kanon durch die altehrwürdigen Mauern des teils schon im Jahre 1500 erbauten Gotteshauses.

Mit viel Gefühl präsentierte sodann Alois Endres als Solist am Klavier „River flows in you“ des südkoreanischen Pianisten Yiruma, während Sopranistinnen und Streicher „Die Könige“ von Peter Cornelius klangschön zu Gehör brachten und alle zusammen mit der brillanten Solistin Elisabeth Wilwers-Graf „Wo ist der König der Jüden“ von Johann Sebastian Bach intonierten. Gleich darauf meldete sich die Vorsitzende des Chores, Birgit Münchs, zu Wort, dankte Pfarrer Kaluza, der ihre Veranstaltungen immer unterstütze, den Musikern und Sängern, die stets die vielen Proben auf sich nähmen und natürlich dem Leiter Alois Endres, der den Chor schon seit 17 Jahren über alle Hürden zu harmonischem Gesang führe.

Die Vorbereitung zu diesem Konzert habe ein halbes Jahr gedauert, und man habe sich überlegt, als Erinnerung daran „symbolische ‚Wegesteine‘, beschriftet mit Wünschen“ am Ausgang zu verteilen.

Nach den beiden letzten Beiträgen, Johann Sebastian Bachs „Dein Glanz all Finsternis verzehrt“ und „Herr dein Lob soll laut erklingen“, wobei das ganze Kirchenschiff vom Lobgesang und Klang der Instrumente erfüllt war, zog der Chor hinaus und drückte jedem Gast einen kleinen Stein in die Hand, auf dem beispielsweise „Freude“ oder „Ruhe“ zu lesen war. Die Besucher verließen das Gotteshaus zufrieden, und Stefan Wilms drückte es so aus: „Besonders gefallen hat mir das Zusammenspiel zwischen Instrumenten und Chor – sehr feierlich. Ich liebe eher Rockmusik, aber das hier war richtig klasse.“

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