Gangelt-Langbroich - Markante Bauwerke im Maßstab 1:22,5

Markante Bauwerke im Maßstab 1:22,5

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Es war das erste und ist heute eines von vielen Projekten, die sich mit der Kreisbahnzeit beschäftigen: Der Lagerschuppen am Bahnhof in Gangelt. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Die Kirchturmspitze kann er im Keller nicht aufsetzen, und die Kirche bekommt er aktuell nicht aus dem Keller heraus. Dieter Meerts nimmt es mit Humor. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Langbroich. „So etwas machen nur Verrückte!“ Dieter Meerts kann begeistert davon erzählen, wie denn wohl das Dach auf dem historischen Bahnhof von Schierwaldenrath entstanden ist. Wellpappe hat er von Trägermaterial befreit, um es dann besser formen zu können und dem Original näherzukommen. „Eine Heidenarbeit“, so Meerts.

Dabei ist es alles andere als verrückt, was der 70-jährige Modellbaubegeisterte da abliefert. Dieter Meerts hält die markanten Gebäude, die einst die Strecke der Kreisbahn säumten, im Maßstab 1:22,5 für die Nachwelt fest und hat zuletzt bei der Modellbauausstellung in Gangelt wieder ein interessiertes Publikum getroffen, das ihn in seinem Vorhaben bestärkte.

Geboren wurde die Idee nach einem Projekt, das Meerts und Rolf Brock – beide sind Mitglieder des Vereins Modell-Eisenbahn-Freunde Gangelt – zusammen mit dem Lehrer Peter Dreissen vor Jahren in der Gangelter Hauptschule angeboten hatten. Modellbau war angesagt, und es entstand der Nachbau des historischen Lagerschuppens, der sich heute noch gegenüber dem Penny-Markt in Gangelt befindet.

Erstes Soloprojekt

Angedacht war, die komplette Ecke mit dem Bahnhofsgebäude, der Rübenrampe, RWZ und dem markanten Thelen-Haus zu bauen. Vollendet wurde nur der Schuppen, und auch der von Rolf Brock begonnene Bahnhof wurde in diesem Rahmen nicht fertig.

„Das konnte ich aber doch so nicht da stehen lassen“, zeigte sich die „alte Schule“ bei Dieter Meerts, und in Absprache mit Rolf Brock wanderte der Bahnhof in den Meerts-Keller. Der Schierwaldenrather Bahnhof, der heute am Eingang zur Selfkantbahn steht, war das erste Soloprojekt von Dieter Meerts. Er hatte eine Abbildung in einem Buch gesehen und begann sogleich begeistert mit dem Nachbau. Das heißt: Bevor der Nachbau begann, mussten die Maße des Hauses ermittelt werden, denn Maßstabstreue ist dem Bastler ein hohes Gut. Zollstock und Augenmaß sind hier vonnöten.

Natürlich nicht zu kaufen

Augenmaß deshalb, weil Dieter Meerts es sich einfach macht. „In der Höhe zähle ich die Klinkersteine, um dann damit zu rechnen!“ Kreisbahn hieß natürlich in erster Linie Eisenbahn. Auch die gibt es im Meerts-Ensemble. Maßstabsgetreu, aber eher kurz. Die Lok ist eine, wie sie wirklich bei der Kreisbahn gefahren ist, die Wagons sind natürlich nicht zu kaufen. Also werden auch die selber gebaut. Es gab eine Zeit, da spielte die H0-Eisenbahn die Hauptrolle in seinem Leben. „Das war in meinen ganz jungen Jahren“, schildert er die Infizierung mit dem Modellbau-Virus. Als Zeugen stehen in einer Vitrine im Wohnzimmer fein säuberlich aufgereiht Lokomotiven verschiedener Baureihen und Jahrgänge.

St. Marien ist für den Langbroicher natürlich ein ganz besonderes Anliegen. Zwar hatte die Pfarrkirche nichts mit der Kreisbahnstrecke direkt zu tun; jeder Fahrgast aber, der sich von Geilenkirchen mit der Bimmelbahn auf den Weg in den Selfkant machte, konnte den Kirchturm sehen. Im Keller von Dieter Meerts ist die Kirche mit dem gewölbten Saalbau im neugotischen Stil von 1856 in stundenlanger Feinarbeit entstanden. Dabei bastelte er sich zwei Probleme. Zum einen ist für Meerts’ Maßstabstreue die Kellerdecke zu niedrig. Den oberen Teil, die Kirchturmspitze, kann er deshalb nur außerhalb des Hobbyraums aufsetzen. Dafür muss er nur die Kirche aus dem Keller tragen. Die misst allerdings 1,50 mal 1,60 Meter und ist so ohne Weiteres durch den engen Flur und die schmale Treppe nicht zu transportieren.

Aus Kreuzrath stammt das Projekt der alten Ziegelei. Das ist noch nicht ganz fertiggestellt und wird eine Besonderheit enthalten: Das Dach bleibt teilweise offen, so dass der Betrachter sehen kann, was innerhalb des Gebäudes passierte. In der Endphase befindet sich auch der Bau der Rodebachbrücke, die in Höhe der Wehrer Bahn (Süsterseel) stand.

Und dann weiß Meerts noch von einer Windmühle, die zwischen Kreuzrath und Schierwaldenrath an der Bahnlinie stand. Die würde sich natürlich gut in seinem Portfolio machen. Das ist aber alles auch eine Frage der Zeit. Da ist die Familie, da sind die Modell-Eisenbahn-Freunde und da ist auch noch seine Tätigkeit als Hausmeister im Kindergarten Schierwaldenrath. „Da werde ich wohl Arbeit an meine Enkel weitergeben müssen“, lacht der Bastler, um gleich darauf hinzuweisen, dass er die Maße der Windmühle schon hat...

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