Malerei, Fotografien und Skulpturen an einem Ort

Von: Renate Kolodzey
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Freuen sich auf die Ausstellung: Horst-H. Zocher, Kunsthistorikerin Alexandra Simon-Tonges, Katharina Sauer, Ingo Veltum, Uschi Zantis, Erika Giegla, Marlen Krings, Herbert Aretz, Willi Arlt, Karin Thiel (v.l.n.r.). Nicht im Bild: Rita Gehlen-Marx. Foto: Renate Kolodzey
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Intensive Bildbetrachtung: Beim Rundgang durch die Ausstellung bekommen die Besucher ganz unterschiedliche Werke zu sehen.

Übach-Palenberg. Wo gibt es verschiedenste Kunststile und Ausdrucksformen wie Malerei, Skulptur, Zeichnung und Fotografie an einem einzigen Ort zu sehen? Auf einer Kunstmesse? In einer Galerie? Richtig, aber zur Zeit auch in einem alten, geschichtsträchtigen Gebäude – dem Carolus-Magnus-Centrum in Übach-Palenberg, kurz CMC genannt.

Die Idee dazu hatte Herbert Aretz, und schnell fanden sich neun weitere Mitglieder des „Künstlerforums Schloss Zweibrüggen“ als Mitstreiter für dieses Projekt. „Anderthalb Jahre Vorbereitungszeit waren nötig“, erläutert Aretz, „und 150 Exponate werden in der ehemaligen Lohnhalle, dem ersten Stock und einem weiteren Raum des CMC präsentiert.“ Im Rahmen des Kulturprogramms der Stadt organisierte Martina Waliczek die Ausstellung, sie betont: „Ich hatte noch nie eine solch angenehme Zusammenarbeit wie mit diesen zehn Künstlern.“

Endlich war der lang ersehnte Tag der Vernissage gekommen, und viele Kunstinteressierte hatten sich versammelt. Herbert Aretz stellte bei der Begrüßung fest: „Dieses einmalige Ambiente hier mit dem besonderen Flair war Ansporn, unsere Werke zu zeigen.“ Er dankte Martina Waliczek „für die tolle Zusammenarbeit“ und dem Hausherrn Heinz Waliczek sowie der Stadt Übach-Palenberg „für die großzügige Unterstützung“.

Der stellvertretende Bürgermeister Hans-Georg Overländer ergriff das Wort mit dem Ausspruch Picassos: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“ Er sei gespannt, wie die Kunstwerke von den Besuchern in dieser einzigartigen Atmosphäre wahrgenommen werden und verabschiedete sich nach alter Bergmannstradition mit „Glück auf!“

Die Aachener Kunsthistorikerin Alexandra Simon-Tonges hob hervor, dass zeitgenössische Kunst hier in einem historischen Gebäude des sogenannten Backstein-Expressionismus gezeigt werde und stellte die Künstler im Einzelnen vor: Herbert Aretz greife in seinen Aquarellen unter anderem die vergangene Industriekultur auf und verleihe den mächtigen Bauten mit zartem Farbauftrag eine transparente Leichtigkeit. Horst-H. Zocher verleihe seinen Fotografien mit Grau- und Sepiatönen den Charme des Vergangenen und habe einen Blick für geschichtsträchtige und zugleich zeitlose Motive.

Karin Thiel arbeite mit großen Farbflächen und dem häufig kontrastreichen Zusammenprall von Farben und Formen. Die Farbe werde gewischt, geschoben, gekratzt und mit viel Energie auf die Leinwand aufgetragen. Erika Gieglas Gemälde wirkten auf den ersten Blick völlig abstrakt, doch die Kombination von kalten und warmen Farben und das Nebeneinandersetzen von rechteckigen Flächen erzeuge in unserer Wahrnehmung Räumlichkeit. Katharina Sauer arbeite mit ähnlichen Mechanismen, es eröffneten sich Räume vor dem Betrachter, wo gar keine sind, aus geometrischen Formen würden räumliche Illusionen erzeugt.

Rita Gehlen-Marx beschäftige sich mit Seidenmalerei, und ihre Werke erschienen wie Farbexplosionen mit ungewöhnlichen Konturierungen, denn es gäbe keine fließenden Übergänge zwischen den Formen, sondern äußerst exakt angelegte Konturen. Willi Arlt schaffe menschliche Skulpturen, die eine enorme Leichtigkeit und Eleganz ausstrahlten, obwohl sie aus starrem Eisen seien.

Durch die starke räumliche Reduzierung der Körperlichkeit werde der reine Ausdruck der Gestik betont. Ingo Veltum stelle ebenfalls den Menschen in den Mittelpunkt seiner plastischen Arbeit, jedoch abstrahiere er die dargestellten Körper viel stärker. Fast surreal erschienen die Gestalten in Bronze oder Eisenfinish, und er arbeite auch mit Sand, Spachtelmasse und Steinmehl. Marlen Krings‘ Werke in Aquarell und Tusche resultierten aus der Beschäftigung mit dem Existenziellen.

Beim Betrachten ihrer Werke würden wir auf uns selbst zurückgeworfen und verknüpften das Gesehene mit eigenen Erfahrungen. Uschi Zantis setze auf die assoziative Wirkung ihrer Malerei. Jedes Kunstwerk werde erst durch den Betrachter „fertig geschaut“. Mit den Titeln ihrer Gemälde gebe sie uns jedoch eine entscheidende Hilfestellung. Die Kunsthistorikerin lud zum Ende ihrer Rede die Gäste dazu ein, „auf Ihre ganz eigene Entdeckungsreise durch diese Ausstellung zu gehen“.

Marita Pelzer aus Geilenkirchen und Dr. Kazem Foroutan aus Mönchengladbach stellten nach ihrem Rundgang fest: „Ungewöhnliche Skulpturen, ansprechende Gemälde, beeindruckende Fotos – eine sehr gelungene Ausstellung.“

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