Männergesangverein Übach begrüßt musikalisch den Frühling

Von: Johannes Gottwald
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Von der Wiener Klassik bis zum modernen Schlager: Wilfried Hirche und der Übacher Gesangverein 1848 boten im Palenberger CMC ein überaus abwechslungsreiches Programm und ernteten viel Applaus. Foto: Johannes Gottwald

Übach-Palenberg. Der Übacher Männergesangverein zählt zu den traditionsreichsten Chorgemeinschaften unserer Region und kann in Kürze auf stolze 170 Jahre Bestehen zurückblicken.

Zwar ging auch an ihm die derzeitige Nachwuchs-Krise nicht spurlos vorüber, von der viele Vereine betroffen sind, die bevorzugt das Liedgut von Klassik und Romantik pflegen. Dennoch präsentierten sich die Chorsänger unter der bewährten Leitung ihres Dirigenten Wilfried Hirche keineswegs altmodisch und verstaubt, sondern höchst munter, spritzig und auch bemerkenswert offen für moderne Stilrichtungen.

„Mit Musik in den Frühling“ war auf den Programmzetteln zu lesen, was in Anbetracht der schon hochsommerlichen Schwüle ein wenig verspätet wirkte. Gleichwohl war die Lohnhalle des CMC restlos gefüllt, und auf die Zuhörer wartete ein vorzüglicher Musikgenuss. Denn neben dem MGV Übach wirkten auch vier auswärtige „Verstärkungen“ mit – die Pianistinnen Karine Ganser und Fabienne Crutzen sowie Henning Jendritza (Tenor) und Fabio Lesuisse (Bariton).

Beide Sänger studieren derzeit an der Musikhochschule in Köln, während Karine Ganser und Fabienne Crutzen in Belgien am Königlichen Konservatorium in Lüttich ausgebildet wurden und im Wechsel für die musikalische Untermalung der Gesangvorträge sorgten.

Einzug der Gäste

Nach dem traditionellen „Sängergruß“ wurde das Konzert mit dem festlich-bewegten „Einzug der Gäste“ aus der Wagner-Oper „Tannhäuser“ eröffnet. Viel weniger bekannt ist die Mozart-Kantate „Dir, Seele des Weltalls“ KV 429, deren Text einen weltlichen Hymnus auf die Sonne darstellt. Im zweiten Teil des Werkes, einer breit auskomponierten Tenor-Arie „Dir danken wir die Freude“, konnte Henning Jendritza erstmals mit einem prachtvollen Solo glänzen. Noch größeren Applaus bekam er bei der anschließenden Arie des Tamino „Dein Bildnis ist bezaubernd schön“ aus der Oper „Die Zauberflöte“.

Mit der „Landerkennung“ von Edvard Grieg brachte der MGV Übach dann eines der bekanntesten Stücke für Männerchöre überhaupt. Hier boten Wilfried Hirche und seine Sänger Nordland-Romantik pur, wobei Fabio Lesuisse die Solopartie übernahm. Anschließend hatte Lesuisse mit „The Impossible Dream“ aus „The Man of La Mancha“ einen Solo-Auftritt, der klangschön und souverän gemeistert wurde. Dagegen war das deftig-burschikose Trinklied aus der Verdi-Oper „La Traviata“ den Sängern des MGV allein vorbehalten.

Dann zeigten Karine Ganser und Fabienne Crutzen, dass sie nicht nur zum Begleiten des Gesanges erschienen waren: Vierhändig spielten sie den ersten Satz aus Mozarts „Kleiner Nachtmusik“. Dieses wohl populärste Instrumentalwerk des Salzburger Meisters entstand 1787 für einen unbekannten Auftraggeber. Was aber nicht jeder weiß: Die „Kleine Nachtmusik“ hatte ursprünglich fünf Sätze – der zweite (ein Menuett mit Trio) ging entweder verloren oder wurde von Mozart nachträglich aussortiert.

Pralle, böhmische Folklore

Einen stimmungsvollen Kontrast zu dem bekannten Mozart-Werk bildeten danach die impressionistisch angehauchten „Pages intimes op. 55 von Joseph Jongen und die von praller böhmischer Folklore erfüllten „Slawischen Tänze“ aus der Feder von Antonin Dvorak.

Im zweiten Teil des Abends blieben Wilfried Hirche und seine Sänger mit der „Heimat-Hymne“ von Jean Willems und dem ebenfalls sehr bekannten Jägerchor aus der Oper „Der Freischütz“ zunächst noch in der Welt des 19. Jahrhunderts verhaftet. Dies änderte sich aber mit dem „Phantom der Oper“ und den „Melodien zum Verlieben“, worin der MGV Übach bewies, dass sich die Mitglieder auch in der Welt von Musical und Schlager zu Hause fühlen.

Zuvor hatten Henning Jendritza und Fabio Lesuisse in den bekannten Arien „Dein ist mein ganzes Herz“ von Franz Lehár und „Dunkelrote Rosen“ nochmals ihr ausgezeichnetes Können unter Beweis gestellt.

Den Schlusspunkt setzte der MGV mit dem englischen Greensleve „Amazing grace“ – aber infolge des großen und hochverdienten Beifalls war noch eine Zugabe fällig. Bleibt zu hoffen, dass der Werbe-Aufruf des Chorvorsitzenden auf eine möglichst gute Resonanz stößt.

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