Waldfeucht-Braunsrath - Männergesangverein Cäcilia lädt zum Wohlfühlen im Lindenpark ein

Männergesangverein Cäcilia lädt zum Wohlfühlen im Lindenpark ein

Von: sche
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Waldfeucht-Braunsrath. Klimmzüge muss ein Männerchor heutzutage machen, um auf dem neuesten Stand zu sein und an neue Mitglieder zu kommen.

Der MGV Cäcilia Braunsrath von 1877 machte einen der mutigsten Schritte in Richtung Zeitgeschmack und konnte zumindest ein großes beifallsfreudiges Brei-tenecho verbuchen, indem hunderte Besucher den Klostergarten an Maria Lind bevölkerten und sich rundum wohl fühlten.

Man muss sich wundern, dass in diesem prächtigen Lindenpark nicht schon früher konzertiert wurde. Nun werden sicher weitere Veranstaltungen folgen, wenn die Clarissinnen einverstanden sind.

In England waren solche Freiluft-Konzerte namentlich in Klostergärten in den 20er Jahren außerordentlich beliebt und Gegenstand von Kompositionen. Albert William Ketelbey verfasste eine beliebte Suite mit diesem Titel, wo sich auch die Vögel mit ihrem Gesang in die Musik mischten.

Mozart und Co. waren eingetauscht gegen Webber und Co. Ausschließlich „alternativ” wurde in Braunsrath gesungen und musiziert. Dazu standen viele Mitwirkende bereit: die Sopranistin Natalie Diart, Braunsrather Sangesurgesteine Arnold Schmitz bzw. Leon Sturmans, das Jugendorcheter des Musikcorps unter Achim Tholen, eine Combo, bestehend aus Jaques Jütten (Keyboard, Saxophon), Helmut Migaiski (Klavier), Robert Schmitz (Bass), Tim Wawrzinek (Schlagzeug), der MGV unter der Leitung von Pierre Gerits und nicht zuletzt Franz Grefen mit erfrischender Moderation.

Harfenspiel erlernen

Entsprechend lang fiel das Konzert mit drei Teilen aus, wobei weniger mehr gewesen wäre. Sämtliche Mitwirkenden hatte man so noch selten gehört, voran die Solistin, die sich in immer neuen Roben allein und mit Partner beherzt ganz dem Musical in die Arme warf und dabei sicher so gut aussah wie manche Stars und Sternchen.

Der bevorzugte Webber stand ihr absolut nicht schlecht zu Stimme. Neuerdings lernt die Solistin das Harfenspiel. Auch für den Jazz hat sie neue Partner gefunden, mit denen sie demnächst auftritt und somit ihre Einsatzmöglichkeiten erheblich erweitert.

Schon in Kaarst leitete sie eine Musicalklasse, stellte die Arbeit aber zugunsten des klassischen Gesanges zurück. Dabei hat sie durchaus Musicalqualitäten wie auch Arnold Schmitz, der in der Rolle des Milchmannes Tevje geradezu aufblühte. Er prunkt er seit Jahrzehnten mit seiner Stimme.

Allein er veranlasste einen auswärtigen Hörer zu der Feststellung, dass Braunsrath sein Lieblingschor sei.

Dabei sind die Schwunderscheinungen beängstigend geworden. Ein Drittel der Sänger ging verloren. Nachwuchs tut Not wie Brot. Darum auch diese Form des Auftritts. Freiluftveranstaltungen stehen unter eigenen akustischen Gesetzen.

Da muss man Kompromisse machen. Dafür wiegt die freie Luft um so mehr. Die genoss man mit jedem Atemzug. Das Juniororchester des Musikcorps spielte eine eigene Rolle. Achim Tholen war bemüht, es bestens in Szene zu setzen und es sich in verhaltenem Spiel üben zu lassen bis zum erstaunlichen pianissimo. Das war schon Kammermusik.

Chor und Solisten blieben sich im dritten Teil treu. Er war ausschließlich den Schlager-Evergreens gewidmet. „Was kann schöner sein - que sera, sera”.

So dachten und denken nicht wenige darüber. Hier gab auch Leon Sturmans seine Visitenkarte ab und war hitverdächtig. Die Sommerpause bietet Gelegenheit, über die Effizienz des Konzertes nachzudenken.
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