Machtkampf im Aktionskreis: Geheimnisvolle Andeutungen

Von: Jan Mönch
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Leerstehendes Ladenlokal in der Geilenkirchener Innenstadt: Wer auch immer in Zukunft die Geschicke des Aktionskreises lenken wird, wird sich auch daran messen lassen müssen, inwieweit ihm eine Belebung des Geschäftslebens gelingt. Die Vorstandsmitglieder Jörg Stamm und Heinz Arno Plum sehen einen wichtigen Schritt in der Verzahnung von Aktionskreis und Stadtmarketing. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Nachdem Rüdiger Strübig von seinen Funktionen zurückgetreten ist, deutet sich eine Machtprobe zwischen ihm und dem verbliebenen Vorstand des Geilenkirchener Aktionskreises (AK) an. So und nicht anders lässt sich eine E-Mail interpretieren, die Strübig am Donnerstagvormittag an die AK-Mitglieder richtete.

Die ersten Absätze sind eher unspektakulär geraten, Strübig erklärt sich darin zu den Beweggründen dafür, dass er überraschend die Posten als Vorsitzender sowie als Geschäftsführer des Vereins niedergelegt hat.

Der letzte Absatz aber hat es in sich: Strübig empfiehlt darin den verbliebenen Vorstandsvorsitzenden den geschlossenen Rücktritt, „um wirklichen Schaden für den AK abzuwenden und in vorgezogenen Vorstandswahlen den Weg freizugeben für einen Neubeginn“. Er kenne ein „AK-Urgestein“, das „kompetent und durchschlagskräftig“ sei und als Vorsitzender zur Verfügung stünde. Diese Person wäre in der Lage, „eine kompetente und arbeitsaktive Mannschaft mit mir um sich zu scharen“. So weit der E-Mail-Text.

Auf telefonische Nachfrage unserer Redaktion hin konkretisierte Strübig seine Mail dahingehend, dass er gerne den Posten des Geschäftsführers weiter ausfüllen wolle. Er sei nämlich nur mit dem bestehenden Vorstand „fehl am Platze“. Es sei nun mal „Tatsache, dass man mich als Vorsitzenden nicht respektiert, sondern mich im Gegenteil brüskiert und demontiert hat. In einem Fußballverein stellt ja auch nicht der Zeugwart die Mannschaft auf.“

Hiermit spielt Strübig besonders auf die an ihm vorbei einberufene Vorstandssitzung an, durch die er sich übergangen fühlte und deshalb am Mittwoch die Brocken hinwarf. Dies war jedenfalls der unmittelbare Auslöser. Schon vor Wochen hatte Strübig davon gesprochen, nicht mehr als Vorsitzender kandidieren zu wollen und nur noch die Position als Geschäftsführer beizubehalten.

Die Angaben zu dem „Urgestein“ blieben indes reichlich kryptisch. Derjenige stünde jedenfalls nur dann zur Verfügung, wenn der von ihm vorgeschlagene übrige Vorstand von den Mitgliedern gewählt würde. Zu diesem Vorstand zähle Rüdiger Strübig als Geschäftsführer. Um wen es sich bei dem ominösen Mister X handelt, wollte Strübig am Donnerstag partout nicht sagen, so dass Spekulationen nun Tür und Tor geöffnet sein dürften.

Jörg Stamm, bisher Rüdiger Strübigs Stellvertreter im AK-Vorstand, zeigte sich irritiert vom Inhalt der E-Mail. „Ganz grundsätzlich muss ich sagen, dass ich es schon reichlich merkwürdig finde, uns erst die Brocken hinzuwerfen und sich dann keine 48 Stunden später selbst wieder als Geschäftsführer ins Gespräch zu bringen.“

Die Rücktrittsforderung würden er und die übrigen Vorstandsmitglieder selbstverständlich ignorieren. „Dazu gibt es überhaupt gar keine Veranlassung.“ Man arbeite zurzeit an einer „tragfähigen und nachhaltigen“ Lösung für die Organisation des Vereins. „Ich kann Ihnen versichern, dass Herr Strübig dabei keine Rolle spielt.“ Richtig sei aber natürlich auch, dass letztlich die Mitglieder entscheiden.

Ganz unabhängig von Strübigs E-Mail ranken sich weiterhin auch um die Personalie Ronnie Goertz Spekulationen. Der Gillrather Banker und ehemalige CDU-Bürgermeisterkandidat war dem Aktionskreis Ende vergangenen Jahres beigetreten, und zwar gemeinsam mit dem ebenfalls stadtbekannten ehemaligen SLV-Prokuristen Toni Stumpf sowie dem Studenten Christopher Mondschein, der abseits von seiner Funktion als Beisitzer in der Jungen Union ein bislang eher unbeschriebenes Blatt ist.

Auf Nachfrage wollte Goertz die im Städtchen kursierenden Gerüchte, er wolle im Aktionskreis die Führungsposition einnehmen, nicht bestätigen. Ebenso wenig schloss er dieses Szenario allerdings kategorisch aus. Mondschein, Stumpf und er selbst hätten schlicht noch keinerlei Entscheidung getroffen, wie umfangreich ihr Engagement ausfallen soll. Dass sie sich für eine Schlüsselrolle zur Verfügung stellen, sei ebenso möglich wie dass es bei der einfachen Mitgliedschaft bleibt.

Mit Blick auf die E-Mail von Rüdiger Strübig, die auch er erhalten hatte, machte Goertz allerdings deutlich, erst einmal abzuwarten, was im Aktionskreis geschieht. „Ich weiß nicht, was dort tatsächlich vor sich geht. Ganz bestimmt werde ich mich nicht zwischen die Fronten begeben.“

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