Luftwaffenorchester nimmt Zuhörer mit ins Weltall

Von: Johannes Gottwald
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Faszinierende Musik- und Lichtshow: Das Orchester der niederländischen Luftwaffe begeisterte rund 800 Zuhörer im Übach-Palenberger CMC. Foto: Johannes Gottwald

Übach-Palenberg. Bei unseren niederländischen Nachbarn werden Kunst und Musik bekanntlich großgeschrieben. Chorgesang und Blasmusik erfreuen sich dort großer Popularität und werden auf einem außerordentlich hohen künstlerischen Niveau ausgeübt.

Kürzlich konnte man in Übach-Palenberg ein Event besonderer Art erleben: Aus Anlass des 125-jährigen Bestehens des Rimburger Blasorchesters Viktoria Fanfare gastierte das Orchester der Königlich Niederländischen Luftwaffe im Carolus-Magnus-Centrum (CMC) und präsentierte auf spektakuläre Art und Weise sein großartiges Können. Es handelte sich um ein Benefizkonzert zugunsten der Stiftung Kwecoo, die sich besonders für betreutes Wohnen schwerbehinderter Personen einsetzt.

Der Publikumsandrang war enorm, bereits eine halbe Stunde vor Konzertbeginn musste man am Eingang Schlange stehen. Am Ende war die ehemalige Waschkaue nahezu ausverkauft, rund 800 Besucher füllten den Saal. Und auf die Fans und Freunde der Blasmusik wartete kein gewöhnliches Konzertprogramm, vielmehr sorgten Lichtorgeln, große Monitoren und Scheinwerfer für zusätzliche Showeffekte, so dass die Veranstaltung streckenweise den Charakter einer Vernissage annahm.

Das Thema des Abends lautete „Sterne und Weltraum“ und war somit für ein Luftwaffen-Orchester geradezu maßgeschneidert. Bereits in der festlichen Ouvertüre unterstrichen Chef-Dirigent Major Jasper Staps und seine Musiker ihre herausragende Klasse, die in jeder Hinsicht professionellen Anforderungen entsprach.

Da gab es keinerlei Unreinheiten im Klang und auch bei der Rhythmik stimmte jeder Griff haargenau. Überraschend war der umfangreiche Einsatz von Solosängerinnen und -sängern: Sie bildeten ein Quintett, gestalteten viele der Nummern im Programm mit und traten bei „Fly like an Eagle“ sogar als A-capella-Ensemble auf. Selbst Jasper Staps gesellte sich hinzu und bewies damit, dass er nicht nur ein hervorragender Dirigent ist, sondern auch über eine ausgezeichnete Singstimme verfügt.

Zu der Reise durch das All gehörte selbstverständlich auch ein Mondspaziergang („Walking on the Moon“), wobei auf dem Monitor zahlreiche Aufnahmen des Erdtrabanten gezeigt wurden. Zu den besonders faszinierenden Stücken an diesem Abend gehörte sicher „Exoplanets“, denn hier entfaltete sich eine außerordentlich vielschichtige Harmonik, die streckenweise an Hindemith und Bela Bartók erinnerte, aber auch impressionistische Klangeffekte im Stil von Ravel nicht aussparte. Unwirklich zart erklang „Leia‘s Theme“ und steigerte sich am Ende zu einem pathetisch-romantischen Gefühlsausbruch.

Dramatisch wurde es bei „The Asteroids Field“, wo in düsteren, aufpeitschenden Klangfarben die gefährliche Reise durch den Asteroidengürtel musikalisch dargestellt wurde. Vielleicht hatte der Komponist dabei auch die potenzielle Bedrohung der Erde im Visier: Erst vor kurzem flogen bekanntlich wieder einige Brocken von wenigen Kilometern Durchmesser haarscharf an unserem Heimatplaneten vorbei. Bei „Cosmic Girl“, „Space Oddy“ und „Another Star“ konnten dagegen die Solisten im Zusammenspiel mit dem Orchester nochmals ihr Können zeigen.

Im zweiten Teil begannen die Musiker zunächst mit „Adventures on Earth“, bevor dann erneut ins All aufgebrochen wurde: Mit „Moondance“ und „Drops of Jupiter“ wurden wieder Himmelskörper unseres Sonnensystems besucht. Nachdem man in „Down to Earth“ wieder sicher auf dem Heimatboden gelandet war, führten „Exploration of Space“ und „Locked out of Heaven“ vollends in die Tiefen des Universums.

Das abschließende „Treasure“ setzte nochmals einen funkelnden Glanzpunkt. Am Ende tobte das Publikum vor Begeisterung und wollte sich gar nicht mehr von den Musikern trennen, so dass mehrere Zugaben nötig waren. Das Konzert wird den Besuchern sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

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