Lokaler Hegering wird 50 Jahre alt

Von: Georg Schmitz
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Leiter Theo Grein (l.) und Geschäftsführer Stefan Scholz sehen in freudiger Erwartung dem 50-jährigen Bestehen des Hegeringes Geilenkirchen entgegen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Der Hegering Geilenkirchen feiert am Sonntag, 29. August, sein 50-jähriges Bestehen. Der Hegering konstituierte sich in seiner heutigen Form aus dem damals weitaus größeren, über 80 Jahre alten Hegering Geilenkirchen, der seinerzeit auch die heute selbstständigen Bezirke Baesweiler, Brachelen-Randerath und Übach-Palenberg umfasste.

Am 5. August 1960 fand die Gründungsversammlung für den neuen Hegering Geilenkirchen im Hotel Jabusch statt, nachdem die Jägerschaft der anderen Bereiche eigene Hegeringe (Untergliederung der Jägerschaften) bilden wollten. Nach der Aufteilung verfügte der neu gebildete Hegering Geilenkirchen über 71 Mitglieder, Heinrich Ruers wurde zum ersten Leiter gewählt.

„Vor dem Krieg war jeder Jäger verpflichtet einem Hegering beizutreten”, weiß der heutige Leiter Theo Grein. „Entgegen der landläufigen Meinung, dass die Jagd ein elitäres Hobby sei, ist sie in Wirklichkeit ein Bestandteil des Naturschutzes”, stellt sich Theo Grein einem Vorurteil entgegen. Dem Jagdwesen komme seit jeher eine besondere Bedeutung für die Erhaltung des Wildes und seiner Umwelt zu.

„Nur in einem ausgewogenen Gleichgewicht mit den Tierarten untereinander lässt sich eine funktionstüchtige Kulturlandschaft erhalten”, nennt Theo Grein das Beispiel, dass sich der Wald nicht in notwendigem Maß erneuern und entwickeln könnte, wenn das Schalenwild (Rehe, Wildschweine) sich übermäßig vermehre. Rehe würden den im Wachstum befindlichen jungen Bäumen die Triebspitzen abbeißen oder ihr Gehörn daran fegen. „Diese Bäume gehen ein”, sagt der Hegeringleiter. Auch die Landwirtschaft sei betroffen, weil Rehe, Kaninchen aber auch Tauben die Saat und Jungpflanzen fressen. So sei es eine Pflicht der Jägerschaft, ein Gleichgewicht herzustellen, wobei aber der Erhaltung des Tierbestands oberste Priorität eingeräumt werde. Theo Grein: „Deswegen ist es Ziel und Aufgabe des Hegerings, dem Schutz einer artenreichen, frei lebenden Tierwelt sowie der Sicherung ihrer Lebensgrundlagen sein Hauptaugenmerk zu widmen.”

Darüber hinaus fördere der Hegering die Ziele des Umwelt- und Naturschutzes, der Landschaftspflege und des Tierschutzes. Eine wichtige Aufgabe der Jägerschaft sei auch die Fütterung des Wildes in harten Wintern, so genannten Notzeiten. So hätten die Jäger des Hegeringes in Eigenverantwortung im vorigen Winter das Wild drei Monate lang durchgehend gefüttert und so vielen Tieren ein Überleben ermöglicht.

Theo Grein schätzt den Bestand an Rehwild im Gebiet des Hegeringes Geilenkirchen auf über 300 Stück. Dem Jagdpächter komme auch die unangenehme Aufgabe zu, sich dem von Autos angefahrenem, verletztem Wild anzunehmen und dieses in letzter Konsequenz zu erlösen. „Da die Entwicklungs- und Kulturgeschichte der Menschheit eng mit der Jagdgeschichte verbunden ist, gehört auch die Pflege von Tradition und Brauchtum zu den Aufgaben des Hegeringes”, nennt er eine weitere Prämisse. Wem Jägersprache und Hörnerklang nicht fremd sei, dem sei auch „Waidgerechtigkeit” ein Begriff für fairen, natur- und tierschutzgerechten Umgang mit der Kreatur und deren Lebensraum.

Dies erfordere aber qualifizierte Kenntnisse und qualifizierten Umgang mit Jagdgeräten, also Waffen und Fanggeräte, sowie mit Jagdhilfen, beispielsweise Hunde und Frettchen. „Auch hier sehen wir uns in der Pflicht und bieten unseren Mitgliedern ständige Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten an”, sagt Theo Grein.

Keine Männerdomäne

Schon lange sei die Jagd keine Männerdomäne mehr, immer mehr Frauen hätten sich dem Hegering angeschlossen. „In den letzten Jahren konnte wir auch ein erfreuliche Zunahme von jungen Mitgliedern verzeichnen”, freut sich Theo Grein. Wobei für die jungen Leute der Naturschutz oft über den Hegering gehe.

Jährlich veranstaltet der Hegering zu Ehren seines Schutzpatrons St. Hubertus in der Geilenkirchener Pfarrkirche eine Hubertusmesse, die von Jagdhornbläsern begleitet wird. Jeden letzten Montag im Monat findet im Hotel Jabusch um 20 Uhr ein Jägerstammtisch des Hegeringes statt, zu dem auch interessierte Nichtjäger eingeladen sind.
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