Literaturkurs begeistert mit neuem Stück

Von: Markus Bienwald
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Ungewöhnlich und spektakulär präsentierte sich der Literaturkurs der Q1 des Carolus-Magnus-Gymnasiums (CMG) bei seiner Umsetzung von Georg Kaisers Drama „Von Morgens bis ...“. Foto: Markus Bienwald
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Bei einem Boxkampf sorgten stets erhöhte Börsen auch nicht für das echte Glücksgefühl. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Hauptrollen sind so eine Sache: Mit ihnen steht und fällt das Stück, mit dem Darsteller natürlich auch. Der Literaturkurs der Q1 des Carolus-Magnus-Gymnasiums (CMG) näherte sich seinem Stück, „Von morgens bis...“ von Georg Kaiser auf eine ungewöhnliche Art und Weise. So wurde die Hauptfigur des Kassierers auf seiner Suche nach Glück einfach auf sieben Mitspieler aufgeteilt.

Herausgekommen ist dabei unter der Leitung von Sandra Terodde ein Stück, das nicht nur Aspekte des Bewegungstheaters, des Tanzes sowie des klassischen und modernen Theaters verbindet. Vielmehr entstand eine überaus beeindruckende szenische Collage, die das Publikum mitriss, forderte, einband und so rundum begeisterte. Das Kernthema des Dramas von Georg Kaiser ist dabei die stete, ewige Suche nach Glück. Eigentlich expressionistisch angelegt, versucht ein Kassierer darin herauszufinden, was Glück ist, wie man es erlangt und was schließlich der Preis des Glücks ist.

Spontan wird er dabei in das Geschehen hineingezogen, als eine schöne Dame aus Florenz in seiner Bank erscheint, um einen großen Geldbetrag in bar abzuheben. Ab diesem Moment geht es für den Mann der Zahlen nur noch nach vorne, ein Zurück kann es nicht geben, denn schließlich bleibt dem Kassierer auf der Einbahnstraße ins vermeintliche Glück nur wenig Zeit, bevor er sich seinen Taten stellen muss. Die Straße hat dabei viele Nischen, viele Gassen, die auch ausweglos scheinen, wie das elendig langweilige, immer gleiche Leben in seiner Familie. Aber sie hat auch Momente scheinbaren Glücks, wie bei einem Boxkampf zwischen einem deutschen und einem US-amerikanischen Boxer, als der Kassierer nicht in Spendierlaune, aber im Sinne seiner Suche nach Glück stetig die Börse der Kämpfer erhöht. Die durch die Rastlosigkeit und den steten Blick auf die Uhr gekennzeichnete Hast nach Glück wird für den Kassierer immer mehr zur Spirale, in der er sich schließlich zu verlieren scheint, ohne wirklich etwas erreicht zu haben.

Den CMG-Schülern gelang dabei eine ebenso brillante wie bunte, vielfältige und nachhaltig beeindruckende Aufführung, die mit intensivem Spiel aller Beteiligter das Thema Glück und die ungewöhnliche Besetzung hervorragend miteinander zu verbinden wusste. So blieb am Ende zwar die Erkenntnis, dass Glück kaum käuflich zu erwerben sein dürfte, aber auch das Wissen, an diesem Abend im Pädagogischen Zentrum (PZ) ein großartiges Stück Theater miterlebt zu haben. Dafür gab es zu Recht den mehr als verdienten Applaus eines begeisterten Publikums.

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