Lidl sorgt eiskalt für Wachstum

Von: Markus Bienwald und Thorsten Pracht
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Die Kräne bleiben stehen: Lidl baut in Übach-Palenberg eine neue Produktionsstätte. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Die Spekulationen der vergangenen Wochen sind beendet. Und wie es nach den Berichten fast schon zu erwarten war, gibt es für den Standort Übach-Palenberg erneut positive Nachrichten zu vermelden.

Wenn die Zahlen stimmen, die die „Wirtschaftswoche“ ins Spiel bringt, lässt sich Lidl das Projekt „Nordpol“ eine Summe zwischen 200 bis 250 Millionen Euro kosten. Nach Schokolade und Backwaren wird in Übach-Palenberg dann auch Eis produziert. Gebaut und erweitert wird am Fuße der Halde Carl-Alexander ohnehin schon seit Jahren. Jetzt entstehen weitere Arbeitsplätze. Die Schwarz Dienstleistung KG, zu der Lidl gehört, bleibt in ihrer Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung gewohnt knapp.

Ausführliche Öffentlichkeitsarbeit ist nicht die Sache des Unternehmens aus dem schwäbischen Neckarsulm, in dem der gebürtige Marienberger Walter Pötter bekanntlich lange die Fäden gezogen hat. „Wir haben gerade mit der Mitarbeitersuche, der Planung und Sondierung begonnen.

Wir bitten um Verständnis, dass wir diesbezüglich keine Angaben machen“, teilt die Kommunikationsabteilung mit. Dem Vernehmen nach soll die Produktion 2017 beginnen. Natürlich macht es aus Sicht des Unternehmens Sinn, die vorhandene nagelneue Infrastruktur an der David-Hansemann-Straße weiter auszubauen. „Übach-Palenberg ist international verkehrstechnisch hervorragend angebunden“, heißt das aus Lidl-Sicht. Viel mehr Worte braucht es nicht, um die Standortentscheidung zu erläutern.

Pötter hält damit sein Wort. Er hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, die Zahl der Arbeitsplätze in den Übach-Palenberger Anlagen werde sich mittelfristig von 400 auf bis zu 650 erhöhen. Im Rathaus dürfte die Nachricht mit Freude aufgenommen worden sein.

Die Stadt begrüße die „deutlich erkennbare positive Firmenentwicklung vieler Unternehmen in Übach-Palenberg und die damit verbundene Schaffung weiterer Arbeitsplätze für Menschen aus der Stadt, dem Kreis Heinsberg wie der gesamten Region Aachen“. Dies führe über erhöhte Steuereinnahmen zu mehr Lebensqualität. „Die insbesondere in Übach-Palenberg deutlich rückläufigen Arbeitslosenzahlen unterstreichen diesen Entwicklungstrend“, erklärt die Stadt in einer Stellungnahme.

Zu den Gründen für die Entscheidung, selbst in die Produktion einzusteigen, äußert sich Lidl nicht konkret. Die Aussage „Warenverfügbarkeit und langfristige Lieferbereitschaft sollen durch circa 20 Prozent eigene Produktion unterstützt werden“ darf allerdings so gedeutet werden, dass der Discounter mit der Leistung der bisherigen Lieferanten nicht vollends zufrieden war.

„Nicht die Produktion steht im Vordergrund, sondern die Warenverfügbarkeit und die Lieferfähigkeit sollen langfristig sichergestellt werden. Dabei werden wir uns an der zukünftigen nationalen und internationalen Entwicklung unseres Unternehmens orientieren“, heißt es in der Lidl-Stellungnahme.

Weiter offen ist, was die Grundsatzentscheidung für das Deutsche Milch-Kontor (DMK) bedeutet. DMK betreibt bekanntlich die Eisfabrik in Waldfeucht-Haaren und soll laut Branchenkennern rund ein Drittel der 300 Millionen Euro, die die Eissparte jährlich an Umsatz erzielt, mit der Belieferung von Lidl gemacht haben. DMK wollte diese Zahlen nicht kommentieren und will laut Aussagen des Unternehmenssprechers an der Modernisierung des Werkes in Waldfeucht festhalten. Zusammen mit der neuen Produktion in Übach-Palenberg steht dem Kreis Heinsberg eine neue „Eiszeit“ bevor.

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