Leuchtende Kunstwerke: Hinterglasmalerei im Krankenhaus

Von: Andrea Schever
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Hedwig Heinrichs (l.) und Meinolf Schrage (r.) von „Kunst im Krankenhaus” freuen sich, Octavia Molea mit ihren Hinterglasmalerei-Werken den Patienten und Gästen zeigen zu können. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen. Irgendwie kommen einem die meist farbintensiven, schimmernden Motive bekannt vor, die derzeit im St.-Elisabeth-Krankenhaus ausgestellt sind – auch wenn man nicht genau weiß woher. Sei es nun der Händler mit Uhren auf dem Rücken, die heitere Feier einer Hochzeit, der Flug mit einem Heißluftballon oder eins der Marienbilder – sie alle laden den Betrachter zum Verweilen und Geschichten-Erfinden ein.

Geschaffen werden die strahlenden Werke mit den vielen Gold-Akzenten von Octavia Molea. Die aus Rumänien stammende Künstlerin hat die Hinterglasmalerei schon vor Jahrzehnten für sich entdeckt und zeigt ihre Bilder in Zusammenarbeit mit der Gruppe „Kunst im Krankenhaus“ nun in Geilenkirchen.

Ausstellungen in Europa

Mit ihren zahlreichen Werken, die über die Jahre entstanden, stellte sie bereits mehrfach in Rumänien, Deutschland, Niederlande und Frankreich, aber auch Italien und der Schweiz aus und demonstrierte damit die Transparenz und Leuchtkraft der Bildgestaltung ohne eine eigene Lichtquelle.

Die Technik für die Herstellung solcher Bilder stammt aus der Antike, doch hat sie ihre eigene Note über die vergangenen 40 Jahre hinweg mit eingebracht. Wenn sie eine Idee für ein Bild hat, bringt sie das Motiv skizzenhaft auf Papier. Dabei gibt sie sich stets Mühe, die gesamte Fläche mit großen oder kleinen Elementen auszufüllen und möglichst wenig Freiräume zu lassen. Ist sie mit der Skizze zufrieden, nimmt sie sich eine Glasscheibe und überträgt die Konturen spiegelverkehrt mit Tusche auf das klare Medium.

Sind die Konturen trocken, nimmt sie sich mit Ölfarben des Ausmalens an: Dabei achtet sie vorausschauend darauf, dass Stellen, die sie später goldfarben haben möchte, nicht mit Farbe bedeckt werden, und Bereiche, wo die Farben besonders intensiv schimmern sollen, dünner bemalt werden. Je dünner die Farbe, desto besser kann das im letzten Arbeitsschritt aufgetragene Blattgold dann das einfallende Licht reflektieren und das Bild zum Strahlen bringen.

Inspirierende Träume

Durch diese mehrstufige Technik erhalten die Bilder ihre hohe eigene Strahlkraft und Leichtigkeit. Selbst bei Motiven wie der Sonnenfinsternis, bei denen viel Schatten herrscht, strahlen der Kranz der Sonne und die Figuren lebendig. Die verschiedenen Motive sind durch die Heiligendarstellungen der orthodoxen Kirche und vor allem ihre Träume inspiriert. So tummeln sich auf dem einen Bild seltsame Fantasiewesen, während auf einem anderen eine Frau an einem Regenschirm in die Lüfte steigt und woanders ein flammender Jesus über einem Kelch steht.

Begonnen hat sie mit dieser Kunsttechnik ganz spontan: „Ich wusste von dieser Technik und hatte eines Tages eine Glasscherbe in der Hand. Dann habe ich das einfach mal ausprobiert.” Bis heute hält sie an der Hinterglasmalerei fest und fertigt die Bilderrahmen aus Holz zu jedem Bild passend an. Über die kreativen Werke kamen bei der Ausstellungs-Eröffnung die Gäste rasch ins Gespräch und begeisterten sich für diese Technik.

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