„Let there be Rock!“ – und das Publikum tobt

Von: Stefan Reiners
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Wissen wie man richtig abrockt: Die AC/DC-Tribute-Band „Hole full of Love“ bei ihrem Auftritt in der Rockfabrik. Foto: Stefan Reiners

Übach-Palenberg. Fans gepflegter Live-Acts wissen es schon lang: In der Rockfabrik in Übach-Palenberg spielen immer wieder sogenannte Tribute-Bands, die sich voll und ganz den Songs ihrer großen Vorbilder verschrieben haben und diese so gut covern, dass man den Unterschied oftmals nicht hört. So waren in diesem Monat schon Helene Fischer und auch Bon Jovi zu hören, am vergangenen Samstag gefolgt von AC/DC.

Natürlich nicht in natura, aber eben in Person der seit 20 Jahren bestehenden Formation „Hole Full of Love“, die Sound und Show der australischen Hardrocker absolut verinnerlicht hat.

Das hatte sich offenbar rumgesprochen, denn schon um 21 Uhr war der Konzertsaal zum Bersten gefüllt, obwohl als Support Act vorab „Queen’s Revenge“ angekündigt war, eine junge fünfköpfige Band in klassischer Hardrock-Besetzung. Die aus Baesweiler und Übach Palenberg stammenden Musiker gaben ordentlich Gas und es gelang ihnen, mit der Darbietung eigener Songs, die hauptsächlich aus der Feder von Leadgitarrist Sascha Keller und Sängerin Kim Becker stammen, den ganzen Saal am Ende des etwa einstündigen Gigs bei „Change the History“ sogar zum Mitsingen zu bewegen. Die Vorstellung des Veranstalters, „einer frischen lokalen Band ein lohnendes Forum zur Präsentation geben zu können“, ging damit voll auf.

Nach kurzer Umbaupause zog dann das ersehnte Gitarrengewitter von „Hole full of Love“ mit dem Eröffnungssong „Rock’n’Roll Damnation“ ein. Sänger und Frontmann Dario Djurinovac klingt wie sein großes Vorbild Bon Scott und erreicht dessen markanten Gesang mit einer Leichtigkeit, die man ihm aufgrund seiner völlig anders gelagerten Sprechstimme nicht zutrauen würde.

Karsten Kutscher, seines Zeichens der Angus Young der Tributeband, schmirgelt dazu die Saiten im traditionellen Schüleroutfit in kurzer Hose und Krawatte, so dass trotz der nicht zu ändernden optischen Divergenzen zum Original auch die eingefleischtesten Fans sofort ganz in den AC/DC-Modus schalteten.

Die Musik verband Hardrocker aller Altersklassen. Die „Silberlocken“ und Kahlköpfe mögen leicht in der Überzahl gewesen sein, aber auch die jüngeren Generationen schüttelten die mitunter hüftlangen Mähnen zum Sound der 70er-Jahre.

Ein wenig Insider-Wissen war natürlich schon gefragt, spielten „Hole full of Love“ doch nicht nur Hits, sondern auch unbekanntere Songs von den frühen Alben. Ohnehin wird nur gespielt, was AC/DC bis 1980 veröffentlicht haben, dem Todesjahr von Bon Scott. Trotzdem blieben genügend echte Reißer wie „Highway to Hell“ oder „Whole lotta Rosie“.

Daneben mag der ein oder andere, der noch kein Live-Konzert von AC/DC erlebt hat, etwas verwundert geschaut haben, als Karsten Kutscher, ganz wie das Original, dem Publikum den (bestringten) Pöter präsentierte.

Beim fachlich kompetenten Rockfabrik-Publikum kam die ganze Show aber uneingeschränkt gut an, und natürlich durften die fünf Jungs aus Frankfurt nach gut zwei Stunden Vollgas nicht ohne Zugaben von der Bühne. Deswegen wurden am Ende bei „Let there be Rock“ nochmal alle Reserven nicht nur bei der Band, sondern auch bei der Fangemeinde für ein furioses Finale mobilisiert.

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