Lesung: Manfred Brüning, Autor und Beobachter

Von: jh
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Die Krimis von Manfred Brüning fesseln. Das gilt auch dann, wenn er selbst aus ihnen vorliest, so wie nun in der evangelischen Kirche. Foto: Jennifer Hapke

Geilenkirchen. Tatort: Die evangelische Kirche in Geilenkirchen, Tatzeit: Vergangener Samstag, 19.30 Uhr. Manfred Brüning, der Autor der bekannten Oldenburg-Krimis, war für eine Lesung zu Gast in Geilenkirchen.

Brüning wurde 1944 in Bad Salzuflen geboren. Der gelernte Schlosser, der später eine Ausbildung zum Diakon machte, arbeitete 27 Jahre als Pastor einer evangelisch-reformierten Kirchengemeinde in Ostfriesland und lebt jetzt im Ammerland. Nachdem er mehr als eintausend Predigten geschrieben hat, erschien 2012 sein erster Kriminalroman „Gnadenlose Engel“, dem mit „Teuflische Stiche“ der zweite folgte, und 2015 veröffentlichte er „Tödliche Mauern“.

Auf die Frage, wie er zum Schreiben gekommen sei, antwortet Brüning: „Erzählt habe ich schon immer gerne, vor allem Bibeltexte in der Jugendarbeit und in meiner Arbeit als Pastor für die Gemeinde.“ Nur die Zeit fürs Schreiben habe ihm in seiner aktiven Zeit gefehlt, und deshalb habe er die nun freie Zeit durch den Ruhestand genutzt, so Brüning weiter.

Seine Bücher drehen sich immer wieder um den eigenwilligen Oldenburger Kommissar Adi Konnert. Im ersten Roman „Gnadenlose Engel“ wird ein Mann auf einem Autobahnparkplatz in der Nähe von Oldenburg von einem Lkw überrollt. Wie sich später herausstellt, war dieser aber schon vorher tot. Das Ermittlerteam um Kommissar Konnert findet die Identität des Opfers schnell heraus, sieht sich dann aber mit weiteren Todesfällen und einem Vermissten konfrontiert. Die Ermittlungen führen in eine Welt voller Brutalität, und sie setzen alles daran, den Täter zu fassen.

Der zweite Fall, „Teuflische Stiche“, dreht sich um das Verschwinden des smarten und exzentrischen Sibelius Freiherr von Eck. Konnert wird von der „schönen Gertrud“ gebeten, ihr bei der Suche nach diesem Mann zu helfen. Denn dieser scheint nicht nur spurlos verschwunden zu sein, sondern mit einer falschen Identität zu leben. Als dann im Laufe der Ermittlungen auch noch eine Leiche in Freiherr von Ecks Wohnung gefunden wird, wächst der Druck auf Konnert und auf sein gesamtes Team.

Im dritten Buch, „Tödliche Mauern“, erhält Kommissar Konnert einen Hilferuf aus der JVA Oldenburg. Geiselnehmer Sascha Knieling, den er selbst ins Gefängnis gebracht hat, fürchtet um sein Leben und bittet ihn um die Verlegung in ein anderes Gefängnis. Noch bevor Konnert ihm helfen kann, wird Knieling tot in seiner Zelle gefunden. Als offizielle Todesursache wird Selbstmord angegeben.

Doch Konnert und sein Team zweifeln daran und stoßen schon bald auf rätselhafte Querverbindungen zu einem längst geschlossenen Erziehungsheim der Kirche. Konnert erkennt, dass er tief in die Vergangenheit eintauchen muss, wenn er weitere Morde verhindern will. Eine Vergangenheit, die seiner eigenen sehr nahe kommt.

In die Geschichte gezogen

Wenn man sich während der Lesung so umschaute, konnte man die Spannung von den Gesichtern der Anwesenden ablesen. Brüning schaffte es mit jedem Satz aufs Neue, seine Zuhörer zu begeistern und sie weiter in die Geschichten hineinzuziehen.

Zwischen den einzelnen Teillesungen ließ Manfred Brüning seine Zuhörer auch an seiner Arbeit als Autor teilhaben. Für ihn ist nicht nur das reine Schreiben ausschlaggebend, sondern viel mehr auch das Beobachten von Menschen. „Wenn ich zum Beispiel auf einer Messe bin, dann habe ich immer etwas zu schreiben dabei, und wenn mir Menschen auffallen, die etwas Besonderes an sich haben, dann schreibe ich mir das auf. So entstehen unter anderem auch meine Figuren in den Romanen.“

Birgit Schulz war begeistert von seiner Art zu schreiben. „Von Anfang an war ich an die Geschichten gefesselt. Sie sind so spannend, da sie so lebensnah geschrieben sind, und man sich einfach so gut hineinversetzen kann“, erklärte sie.

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