Lesung aus Weltkriegs-Tagebuch

Von: a.s.
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Mit zahlreichen Texten und Bildern, die er mit dem Beamer präsentierte, verdeutlichte Heiner Coenen die Umstände des Ersten Weltkriegs, in dem das Tagebuch seines Großonkels entstand.

Geilenkirchen-Lindern. Heiner Coenen las unter der Überschrift „Lage unverändert“ jüngst aus dem Kriegs-Tagebuch seines Großonkels Wilhelm. Etwas länger als einen Monat hatte dieser im Ersten Weltkrieg seine Erlebnisse als Soldat fein säuberlich festgehalten.

In der katholischen Bücherei zeigte Heiner Coenen, Studiendirektor a.D., nicht nur Bilder seines Großonkels in verschiedenen Lebensphasen, sondern auch dessen eingescannte Tagebucheinträge – das Original liegt derzeit in der Ausstellung „Heim@t Front 1914-1918“ im Begas-Haus Heinsberg aus. Auf diese Weise bot sich den 25 Zuhörern des Abends die Möglichkeit, die für Kriegsbedingungen überaus ordentlichen Einträge in Sütterlin-Schrift selber zu lesen.

Manche Passagen klangen dabei nicht nur berichtend, sondern wirkten sogar literarisch: „Wir kamen zu dem Bewusstsein, dass es Krieg sei“, heißt es im Eintrag vom 22. August. Sein Großonkel habe zwar „keinen höheren Dienstgrad, aber eine höhere Betrachtungsebene“ gehabt, kommentierte Heiner Coenen. Ebenso ließ der Begriff eines „frischen“ Schlachtfeldes Heiner Coenen erst mit 67 Jahren klar werden, was semantisch in diesem Begriff steckt.

Politische Hintergründe

Mit einem Prolog über die geschichtlichen und politischen Hintergründe, die zum Ersten Weltkrieg und damit zum Kriegseinsatz seines Großonkels führten, und einem Epilog über die öffentlichen wie privaten Folgen, unterschied sich dieser Abend von einer typischen Lesung. Zudem bot sich im Anschluss an den Vortrag des historisch interessierten Linderners für die Gäste die Möglichkeit, Fragen und eigene Erfahrungen im Plenum oder im Gespräch mit dem Referenten zu besprechen.

Heiner Coenens Lesung „Lage unverändert“ wird er noch einmal am 28. Januar 2015 ab 19.30 Uhr im Begas-Haus in Heinsberg halten. Die Wechselausstellung „Heim@t Front 1914-1918“ ist bis zum 1. Februar 2015 im Begas-Haus in Heinsberg an der Hochstraße zu besichtigen. Heiner Coenen bietet dort jeweils sonntags um 16 Uhr eine Führung an.

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