Lesefest: Mit Bildern die Liebe zum Buch wecken

Von: Udo Stüßer
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Erzieherin Sonja Apweiler sorgt bei den Kindern mit Handpuppe Max für Interesse am Buch. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Kinder lieben Max. Max ist dabei, wenn sie spielen. Max ist dabei, wenn sie basteln oder singen. Und Max ist auch dabei, wenn Dipl.-Sozialpädagogin Birgit Royé und ihre Kollegin Sonja Apweiler im Gruppenraum zu einem bunten Bilderbuch greifen und es mit den Mädchen und Jungen betrachten.

Auch Max, die fröhliche Handpuppe, scheint Bücher zu lieben. Wenn am Freitag deutschlandweit Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken und Schulen am UNESCO-Welttag des Buches ein wahres Lesefest feiern, sind sich auch Birgit Royé, Leiterin der Integrativen Kindertagesstätte der Lebenshilfe in Bauchem, und die Erzieherin Sonja Apweiler der Tatsache bewusst, dass der Grundstein für die Freude am Lesen bereits im Kindergarten gelegt wird.

„Jedes Kind hat die natürliche Motivation, sich mit Büchern auseinanderzusetzen. Egal, auf welchem Entwicklungsstand es sich befindet”, weiß Birgit Royé „Vom ersten Monat an genießen Kinder es, wenn man mit ihnen spricht. Dazu gehört auch das Vorlesen.” Später, wenn die Kinder Bilder erkennen können, werden Erstkinderbücher betrachtet. Es sind große Bilder von Dingen aus dem täglichen Leben: ein Auto, ein Ball, eine Puppe. Ohne Text. Mit etwas weiterentwickelten Kindern werden Bilder betrachtet, die eine Tätigkeit zeigen: der Bär schläft, der Bär spielt, der Bär isst...

Auf der nächsten Entwicklungsstufe kommt schon ein Satz hinzu. „Den Satz lesen wir vor, und später fragen wir nach dem Inhalt. Im Laufe der Zeit werden die Texte immer länger, und es werden mehr Inhalte vermittelt”, erklärt Birgit Royé. Bei Kindern mit Sprachauffälligkeiten wird die Bilderbuchbetrachtung von einem Logopäden begleitet.

Insgesamt sind es vier Therapeuten - Logopäden und Physiotherapeuten - die die neun Erzieherinnen unterstützen. Denn bei „Triangel” handelt es sich um eine Integrative Kindertagesstätte, in der Mädchen und Jungen mit geistiger oder körperlicher Behinderung und mit sprachlichen oder motorischen Entwicklungsverzögerungen neben Regelkindern aufwachsen. 16 Kinder mit einer Entwicklungsverzögerung oder mit einer Behinderung sind hier in zwei heilpädagogischen Gruppen untergebracht. Hinzu kommen zwei integrative Gruppen, in denen jeweils fünf Kinder mit Förderbedarf und zehn Regelkinder untergebracht sind. Aber auch die Regelkinder haben die hier eingesetzten Logopäden fest im Blick.

Schon bei der Bilderbuchbetrachtung kommt Max ins Spiel. „Wir arbeiten nach dem Sprachförderungsprogramm Max, das in den Niederlanden für Regelkinder entwickelt wurde”, erläutert Sonja Apweiler. Den Kindern werden Texten aus bestimmten Themenbereichen, wie beispielsweise „Max auf dem Bauernhof”, vorgelesen, wodurch ihr Wortschatz erweitert wird. Zu dem Thema werden dann passende Lieder gesungen oder kleine Kunstwerke gebastelt. Und Max ist immer dabei. „Die Handpuppe begleitet die Kinder den ganzen Tag”, sagt Birgit Royé.
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