Geilenkirchen - Lehrreiches zur Sicherheit im Internet

Lehrreiches zur Sicherheit im Internet

Von: mabie
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Der sogenannte Hacktivism ist nicht nur strafbar, sondern auch sehr gefährlich wie nun in einem Vortrag von Volker Kozok deutlich wurde. Foto: stock/Eibner Europa
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Volker Kozok ist einer der Sicherheitsexperten, wenn es um die Themen Hacker und Cyberkriminalität geht. Foto: Markus Bienwald
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Geilenkirchen. „Locky“ ist derzeit ein nicht nur aktuelles, sondern auch gutes Beispiel dafür, wie sogenannte Hacker, also Menschen, die mit voller und schlechter Absicht in Computer und EDV-Systeme eindringen, agieren.

Was es abseits dieses populären Falls von unfreundlicher Datenübernahme und Erpressung auf dem PC gibt, zeigte Volker Kozok bei seinem Vortrag „Hacktivism“ auf Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, Sektion Aachen/Heinsberg, und der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg nun im Haus Basten.

Gut 50 Interessierte waren gekommen. Ob allen Besuchern die vom Referenten gebrauchten Fachbegriffe bekannt waren, durfte jedoch bezweifelt werden. Das lag allerdings nicht an der Gästeschar, sondern am ausgesprochen fachspezifischen Thema. Kozok – beruflich als Technischer Referent in der Rechtsabteilung des Verteidigungsministeriums beschäftigt – freute sich ausdrücklich, dass auch Frauen anwesend waren, „die trauen sich wenigstens, Fragen zu stellen“.

So direkt und augenzwinkernd wie dieser Ausspruch war der Parforceritt mit dem Experten durch die Geschichte und Geschichten aus der Cyber-Kriminalität. Eine Stunde war im Nu verflogen, und ob sich die Anwesenden grobe und kleinteilige Unterscheidungen zwischen Gruppen von Cyber-Aktivisten nun merkten oder nicht, tat dem Informationsfluss keinen Abbruch. Im Gegenteil vermochten die vom Privatmann Kozok – er trat ausdrücklich als solcher vor das Mikrofon – locker eingebundenen Geschichten aus der Historie der elektronischen Kriminalität auch so Eindruck zu hinterlassen.

Ein prominentes Beispiel dafür, dass selbst die Bosse größerer Sicherheitsunternehmen nicht davor gefeit sind, selbst zum Ziel von Hackerangriffen zu werden, hatte er auch parat. So drehte sich am Superbowl-Wochenende Anfang Februar 2011 nicht nur alles darum, das kühlste Bier und die größten Steaks zum amerikanischen Sportereignis schlechthin zu servieren.

In der oft fälschlicherweise so bezeichneten „Netzgemeinde“, zu der laut Kozok alle Nutzer des Internets gehören, ging es um die Ankündigung eines Sicherheitsexperten, Gesichter hinter der bekannten „Anonymous“-Gruppe von Netzaktivisten zu enthüllen. Aufgeschreckt von dieser Ankündigung ließen die Aktiven ihre, in viele kleine Verzweigungen und kleinere Gruppen oder Einzelpersonen ausgeprägten, „Hacker-Muskeln“ spielen, kehrten den Spieß um, und ließen das Unternehmen, das sich auf Sicherheit von Computern und Netzwerken spezialisiert hatte, an nur zwei Tagen wie eine Seifenblase platzen.

Auch wenn der Referent durchaus Sympathie für die Vorgehensweise zeigte, stellte er als Fan eines starken Rechtsstaates mit kontrollierenden Instanzen aber stets die Illegalität solchen Handelns heraus. „Das ist kriminell“, betonte er. Wenig Zweifel ließ er auch daran aufkommen, ob das moderne Individuum in der aktuellen Informationsgesellschaft in der Lage sei, seine Kommunikation geheim zu halten. „Machen Sie sich keine Sorgen, die kriegen alles mit“, so der Experte in Bezug auf die vor allem aus und in den USA mittlerweile gebräuchlichen Vorgehensweisen.

Klare Worte hatte er für diejenigen, die meinen, dass Information mit Wissen zu verwechseln ist. „Wir leben in einer Informationsgesellschaft, nur durch Verfügbarkeit der Dinge wird sie noch lange nicht zur Wissensgesellschaft“, unterstrich Kozok. Wie Freiwild verfügbar sind allerdings Identitäten von Menschen im Netz, und auch deren Wirkungsfelder und Aussagen, wie er noch demonstrierte. Denn das beliebte „googeln“ einer Person lieferte beim Referenten selbst nicht nur abstruse Wirkungsfelder, die er nie innehatte, ab, sondern zeigte auch auf, wie einmal getätigte Aussagen von manchen Protagonisten immer wieder in wahllosen Zusammenhängen eingefügt wurden.

So bleibe das Internet zwar ein Quell endloser Daten und sicherlich auch gefährlich. „Aber nachts um drei im Stadtpark in Geilenkirchen spazieren zu gehen, kann genauso gefährlich sein, wenn sich dort dunkle Gestalten herumtreiben“, schloss er.

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