Legehennenstall: Viel Automatik beim Eierlegen

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Viele Gäste nutzten den Tag der offenen Türe, um sich in dem Hühnerstall für 80 000 Hennen umzusehen. Die Tiere werden auf dem Boden gehalten. Für Wasser, Futter und die Eierablage gibt es eine ausgeklügelte Voliere.
Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Die Hauptdarsteller sind noch gar nicht dagewesen: 80.000 Legehennen werden, verteilt auf zwei Stallbereiche, in dieser und in der nächsten Woche in das imposante Gebäude einziehen, das jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

„Den Geruch werden Sie gar nicht gewahr”, erläuterte Leon Lichtenberg mit feinem niederländischem Akzent vor und nach der Eröffnungsfeier des Legehennenstalls hinter Nachbarheide an der L 228 (Selfkant-Heinsberg) vielfach. Von der fast zwei Jahre währenden Diskussion rund um dieses Thema blieb von den vielen Ängsten und Sorgen, die bei den Bürgern rund um den Neubau mit diesem Projekt entstanden waren, die einer möglichen Geruchsbelästigung übrig.

Nachbarheide ist rund 1000 Meter entfernt. Unterbrochen von einem Verpackungs- und Sortierraum für die Eier, ist die Halle 240 Meter lang und durchgehend 24 Meter breit. Der Boden, auf dem die Hühner laufen können, wird mit Sägespänen ausgestreut; die Volierenanlage bietet den Tieren auf drei Etagen oben ein Legenest, darunter Futter- und Wasserversorgung.

Die Tiere sind 17 bis 18 Wochen alt, wenn sie in den Stall kommen und beginnen ein bis zwei Wochen später mit dem Eierlegen. Rund 13 Monate verbleiben die Hennen in Nachbarheide. Leon und Herwin Lichtenberg erwarten in Spitzenzeiten von 96 Prozent der Tiere Eier. Im Durchschnitt sind das rund 75.000 Eier pro Tag.

Nur drei bis vier Mitarbeiter sorgen, unterstützt von einem Roboter, dafür, dass die mehr oder weniger vollautomatische Anlage läuft und die Eier unsortiert verpackt, verladen und rund zweimal die Woche abgefahren werden. Lieferadresse ist ein Großhändler in Ahaus. Warum der deutsche Standort, wenn die Familie Lichtenberg doch in der nahe niederländischen Heimat Koningsbosch schon Betriebe hat?

„Die Kunden wollen das DE als Kennzeichnung auf den Eiern sehen”, erläutert Leon Lichtenberg. 220 Eier isst der Deutsche durchschnittlich pro Jahr, erläutert der Geschäftsführer. „Aber nur 70 Prozent ihres eigenen Bedarfs wird im Land gedeckt.” Und am liebsten greift man hier zu Lande zu DE-gekennzeichneten Eiern aus Bodenhaltung - „Ausländer” haben es da schwer.

Auf dem Dach des Legehennenstalls sorgen 3500 Solarmodule dafür, dass das Doppelte von dem Energiebedarf der Anlage von der Sonne erzeugt wird. Eine halbe Million Kilowattstunden Storm werden pro Jahr erwartet. Der Hühnerkot wird getrocknet und einmal pro Woche in die nahe Biogasanlage nach Schümm geliefert. Die damit erzeugte Energie kommt zum Sonnenstrom noch dazu.

„Als vor drei Jahren der Architekt Houben zu mir kam und sagt, dass man auf unserm Gemeindegebiet einen Stall zur Massentierhaltung bauen wolle, bat ich ihn, dass doch im Selfkant zu tun”, eröffnete Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen vor vielen hundert Besuchern, die der Einladung zur Eröffnung gefolgt waren.

Die Planungsphase sei nicht einfach gewesen, und es habe Diskussionen im Rat und in der Bevölkerung gegeben. Bernhard Tholen erinnerte an die Standortdiskussion (Nachbarheide oder Birgden) und an die Angst einiger, dass in diesem Betrieb auch Puten, Schweine oder gar Kühe in großer Zahl gehalten werden könnten. „Aber es wurde Vertrauen aufgebaut, und am Ende bin ich mir sicher, dass die Emissionen dieser Anlage Nachbarheide nicht erreichen werden.”
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