Leckere Küche beim Clan der Mobilisten

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Weihnachtsbaum am Fenster und Tischdekoration erinnern noch ans Fest. Uschi und Jürgen Koza (l.) besitzen seit einem Jahr ihr Wohnmobil - und waren schon 30 mal in Gangelt, wie auch jetzt wieder. Rechts Frank Schätzle und Sabine Krings vom Infocenter, des Verwaltungs- und Touristikhauses zwischen Weiher und Freibad. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Einen kleinen Tannenbaum haben sie alle an Bord. Feuerwerk hat niemand dabei. Die meisten der Wohnmobilisten, die auf dem Platz nahe dem Gangelter Kahnweiher Weihnachten gefeiert haben und sich auf heute auf die Silvesterparty freuen, sind in einem gesetzteren Alter und lassen es ruhig angehen.

N 50°59´09" - E 05°59´53" sind die Koordinaten für die modernste Einrichtung in den rollen Wohnungen, den GPS-Geräten, die Gangelt ansteuern. Aber nicht diese geodätischen Maße sind es, die aufgesagt werden, wenn sich auf den diversen Stellplätzen im In- und Ausland über Geheimtipps für die nächste Tour unterhalten wird.

Entspannen, Natur genießen

„Fahrt mal nach Gangelt”, lautet die gängige Formel, die dafür sorgt, dass die Auslastungsquote für den herrlich gelegenen Platz am Naherholungsgebiet so hoch ist. „Auch wir sind über diese Mundpropaganda an diesen Platz gekommen”, erzählen Uschi und Jürgen Koza, die aus Duisburg kommen und deren erste Fahrt mit dem großen Wohnmobil sie 2009 nach Gangelt führte.

„Und mindestens 30 Mal sind die beiden seit dem unsere Gäste gewesen”, freut sich Frank Schätzle, der stellvertretende Leiter des Platzes, über so treue Besucher.

Aber was macht man im Winter, wenn, wie in diesen Tagen, manchmal mehr als 20 Zentimeter Schnee die Wohnmobile umgeben? Es ruhig angehen, entspannen und die Natur genießen, zeigen sich nicht nur die Städter aus Duisburg begeistert von der Umgebung in Gangelt.

Sie bleiben über Weihnachten und Neujahr, genau so, wie es Miennie und Henk Smeekens vorhaben. „Wenn wir den Freibadberg nicht rauf kommen wegen des Schnees, dann bleiben wir halt ein paar Tage länger”, freut sich Miennie, deren Heimweg gerade mal zehn Minuten betragen würde. Aus Sittard kommen sie und wohnen dort in einem Hochhaus. Da ist es nicht nur für die beiden, sondern auch für Hund Boy eine Wohltat, so nahe an der freien Natur zu wohnen und mit wenigen Schritten im Landschafts- und Naturpark zu sein.

„Prachtelig”, sagt Miennie Smeekens auf Niederländisch, wenn sie auf all das blickt, was zu Fuß zu erreichen ist. Das ist es auch, was die Kozas aus Duisburg anspricht. Die herrliche Umgebung. Wenn das Wetter mitspielt, wird die Landschaft bis in die Niederlande hinein mit dem Fahrrad erkundet, das Freibad oder die anderen Angebote rund um das Infocenter genutzt.

„Der Gangelter Platz hat eine tolle Lage und ist sicher”, sind weitere Kriterien, die Uschi Koza anfügt. „Dieser Platz ist einmalig”, vergleicht Jürgen Koza die Adresse Gangelt mit den diversen Anlagen am Niederrhein bis rauf nach Kleve und Xanten. Die Tagespreise wären grundsätzlich gleich, das Angebot in Gangelt - von den sanitären Anlagen bis hin zur Videoüberwachung des Platzes - sehr gut. Vier Wohnmobile standen noch am Heiligen Abend auf dem Platz, sechs weitere waren für den nächsten Tag angemeldet. „Insgesamt haben wir bis Silvester 30 Reservierungen”, so Frank Schätzle. Leider gab es in diesem Jahr nicht genug Anmeldungen, um das Infocenter für eine Silvesterfeier offen zu halten.

Da sind die Wohnmobilsten eigen: Weihnachten wurde in allen Mobilen gekocht. „Lecker essen”, nennt das Miennie Smeekens. „Dann werden wir sehen, ob sich vielleicht mit den Nachbarn eine kleine Feier ergibt”, hält man sich alle Optionen offen.

Passend zum „Fest der Liebe” weiß Frank Schätzle noch eine ebenso neumodische wie romantische Geschichte zu erzählen. Das Moderne: Es gibt eine Single-Börse für Wohnmobilfahrer. Die romantische Seite: Zwei dieser Gruppe hatten sich auf dem Platz in Gangelt zum ersten Treffen verabredet. „Die sind dann gemeinsam nach Frankreich gefahren”, schmunzelt Frank Schätzle. Was aus den modernen Romantikern geworden ist, hat er aber noch nicht erfahren. Vielleicht trifft man sich mal wieder, auf dem Mobilistenplatz in Gangelt. Egal zu welchem Fest.
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