Leberwurst und falscher Adel in drei Akten

Von: agsb
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„Du bleibst jetzt unten und macht den Heiratsantrag” drückt hier Werner Jansen als Otto Fauler den Bäckerburschen Udo (Thomas Jansen) nach unten. Fotos (2): agsb Foto: agsb

Gangelt-Birgden. Das Premierenpublikum war ebenso begeistert wie die Besucher am ersten Theaterwochenende in Birgden. Traditionell lud die Dorfbühne die Bewohner der Einrichtungen behinderter Menschen ein. Die Dorfbühne Birgden präsentierte den Dreiakter „Leberwurst und falscher Adel” und traf damit erneut den Nerv des Publikums.

Die zahlreichen Besucher erlebten in der gut gefüllten Mehrzweckhalle vorab eine kleine Entertainer-Show von Sandra Nobis. Als Toilettenfachfrau stimmte sie die Theaterfreunde prächtig auf die folgenden Stunden ein.

Rund drei Stunden Spaß boten die Laienschauspieler anschließend unter der Regie von Walburga Kohnen. Bei der Dorfbühne haben die „Alten” das Heft zwar fest in der Hand, aber der ganze Stolz ist der Nachwuchs und dies hatte auch das Publikum erkannt. Es gab schon Szenenapplaus, als die Nachwuchsschauspieler die Bühne betraten.

Lieber Fleischwurst als Kaviar

Das Theaterstück spielte im Wohnzimmer von Berta Fauler, eindrucksvoll dargestellt von Walburga Kohnen. Berta ersehnt sich einen Schwiegersohn, aber es sollte schon bitte ein „Adliger” sein. Ihre Rechnung scheint aufzugehen, der adelige Rüdiger möchte Tochter Manuela ehelichen. Doch Bertas Gatte Otto (Werner Jansen) möchte seiner Holden einen Strich durch die Rechnung machen. Otto hätte lieber den Bäckerburschen Udo (Thomas Jansen) als Schwiegersohn, denn dieser könnte in der heimischen Metzgerei besser mit anpacken. Ottos Motto lautet: „Lieber Fleischwurst als Kaviar”. Tochter Manuela (Daniela Krückel) hat sich „mehr” in Udo verliebt als in den adligen Rüdiger (Jürgen Franken).

Alles wird zur großen Verlobungsfeier gerichtet, sogar ein Butler (Willi Dohmen) wird eingestellt. Aber der Butler hat Ziegenpeter und wird durch seinen Bruder (Doppelrolle von Willi Dohmen) vertreten. Der Bruder ist Handwerker, hat gerade eine Zwölf-Stunden-Schicht hinter sich und hat seine eigenen Manieren. Eingeladen ist die Adelsfamilie Durstmacher (Jeanette Franken, Siggi Hermanns) mit Sohn Rüdiger (Jürgen Franken). Und es kommt die verführerische Tante Lisa (Sandra Nobis) mit ihren unendlich langen Beinen, sie hat den Verlobten Hans dabei.

Hans und Lisa bringen die Verlobungsfeier mit ihren Enthüllungen aus der Häschenbar (dort arbeiten beide) so richtig in Wallung, denn die gesamte Adelsfamilie liebt nicht nur den Kaviar.

Hormone in Wallung

Karl von Durstmacher versinkt während der Enthüllungen in seinem Jackett. Und da ist Oma Hulda (Mechtilde Scheufen), deren Liebeshormone in Wallung geraten. So wird das exotische Verlobungsfestessen zur Nebensache, und das Chaos nimmt unaufhaltsam seinen Lauf. Besonders, als Hans dem Casanova Rüdiger die Kleider vom Leibe reißt, um die Peitschenhiebe aus der Häschenbar vorzuführen. Der Abend scheint gelaufen zu sein - die Adelsfamilie macht die Fliege. Doch dann schlägt die Stunde des Bäckerburschen Udo. Der Möchtegern-Dichter gewinnt das Herz von Manuela. Und dann lässt Robert (Achim Müller), der Sohn der Familie Fauler, seine Eltern noch mehr leuchten. Er präsentiert seine Paula, die bald für Nachwuchs im Hause Fauler sorgen wird. Viel Szenenapplaus gab es besonders für die deftige Sprüche. Zum Schluss war das Publikum von der exzellenten Leistung der Dorfbühne restlos begeistert und spendete minutenlang Applaus.

Für den Erfolg sorgten zudem die Souffleusen Maria Sonnenschein und Lea Schmitz, für die Maske zeichnete Yvonne Tholen und Jeanette Franken verantwortlich. Die Technik lag in Händen von Gerhard Kohnen und das Bühnenbild entwarf Karl-Heinz Scheufen. Weitere Veranstaltungen: Samstag, 29. Januar, 19.30, Sonntag, 30. Januar, 18 Uhr, in der Mehrzweckhalle Birgden.
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