Geilenkirchen - Lebensraum für Tiere am Ackerrand erhalten

Lebensraum für Tiere am Ackerrand erhalten

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
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Feldgrünstreifen und Ackerrandstreifen waren früher Lebensräume für die heimische Tierwelt, doch das nimmt in Zeiten technisierter Landwirtschaft immer mehr ab. Foto: Bienwald

Geilenkirchen. Gerade in einer ländlich geprägten Region wie rund um Geilenkirchen fällt es wohl nicht nur den Spaziergängern oder Hunde-Gassi-Gehern auf: Früher gab es auf den schmalen Streifen zwischen den Feldern oder direkt am Wegesrand nicht nur eine reichhaltige Vegetation.

Es gab auch entsprechende Bestände an Tieren und Insekten, die diese zur Kulturlandschaft gehörenden Bereiche als Lebensraum brauchten und nutzten. Aber die Vergangenheitsform deutet schon an, dass dieser Lebensraum immer stärker bedroht wird.

„Wir haben doch mittlerweile nur noch ganz schmale Streifen am Feldrand, die teilweise auch noch untergepflügt werden“, sagt die ehemalige Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin der Grünen Christa Nickels. „Den Tieren, die früher diesen Raum genutzt haben, wird der Platz genommen“, sagt auch Wolfgang Davids, Jäger und Naturfreund.

Vor dem Hintergrund, dass beispielsweise Lerche und Kiebitz bei den jüngsten Zählungen des Nabu kaum noch vorkommen und die Landschaft immer leergeräumter wirkt, wollen beide nun wissen, wie es mit dem Naturschutz am Feldrand weitergeht.

Schon im Dezember hatte es dazu eine vielbeachtete und von rund 70 Landwirten wie auch engagierten Umweltschützern besuchte Veranstaltung im Sportpark Loherhof gegeben. Dort wurde nicht nur aus Sicht der Naturschützer über diese Thematik gesprochen, auch Jäger, Landwirte und Vertreter aus der Politik kamen in der vielschichtigen und fairen Debatte zu Wort. Dass sich Landwirte immer im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bewegen müssen, war dort ebenso Konsens wie die Idee, dass sich in diesem Punkt etwas tun muss.

Ein Ausweg aus dem Konflikt zwischen der immer weiter industrialisierten Landwirtschaft mit größeren, immer spezielleren Maschinen, einer abgestimmten Fruchtfolge und Düngekonzepten könnte auch in der Anfrage der Grünen-Kreistagsfraktion zum Vertragsnaturschutz sein. So verweisen die Grünen darauf, dass auf Basis der Rahmenrichtlinie „Vertragsnaturschutz“ des Landes NRW der Kreis Heinsberg ein Kulturlandschaftsprogramm für die Landwirtschaft anbietet.

Inhalt sind auch verschiedene Fördermöglichkeiten bei einem mindestens fünfjährigen Vertrag. Dort würde dann beispielsweise die naturschutzgerechte Nutzung von Ackerrandstreifen und Äckern geregelt. „Damit sollen engagierte Landwirte und Naturschützer dabei unterstützt werden, auch im Kreis Heinsberg stärker von den Möglichkeiten des Vertragsnaturschutzes in der Feldflur Gebrauch zu machen“, so Christa Nickels.

Wolfgang Davids findet dafür die noch eindringlicheren Worte. „Wir müssen uns wieder trauen, unordentlich zu sein“, sagt er, „sonst sind diese Lebensräume, die vor allem für unsere heimischen Tiere wichtige Nahrungsketten vorhalten, einfach verloren.“

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