Übach-Palenberg - Langeweile droht in Übach-Palenberg nicht - ein Jahresrückblick

Langeweile droht in Übach-Palenberg nicht - ein Jahresrückblick

Von: Jan Mönch
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Übach-Palenberg verändert sich – nur an dem über die Stadt wachendem Wahrzeichen, dem Wasserturm, wird sich nichts ändern. Foto: Jan Mönch

Übach-Palenberg. Wenn das Land die Möglichkeit einräumen würde, den Haushalt mit zerschlagenem Porzellan zu sanieren, wäre die Stärkungspaktkommune Übach-Palenberg längst aus dem Schneider. Auch 2017 war die ehemalige Zechenstadt für manch kontroverses Thema gut. Doch es wurde auch wieder einiges auf den Weg gebracht.

Januar

In Übach-Palenberg gibt es zu wenige Hausärzte: Neuzugängen winkt ab sofort eine Förderung durch das Land. Traurige Nachricht für alle Karnevalisten: Die KG Scherpe-Bösch-Wenk löst sich auf. Die Gründe: sinkende Mitgliederzahlen und finanzielle Schwierigkeiten.

Februar

Ein Antrag der Grünen findet die Unterstützung der übrigen Ratsfraktionen: Die Stadt soll das Freifunk-Netz in Übach-Palenberg voranbringen. Die SPD sorgt mit einer Personalie für Schlagzeilen: Heiner Weißborn legt Ratsmandat und Fraktionsvorsitz nieder. Der Partei bleibt er aber treu. Der Rat lehnt den Antrag der Verwaltung ab, die Wochenendkarte für das Ü-Bad zu streichen.

Ein Übach-Palenberger singt sich ins Rampenlicht: Dennis Kranz tritt bei „Deutschland sucht den Superstar“ auf. Der Straßenkarneval enttäuscht zunächst: Am Fettdonnerstag zieht es bei Wind und Wetter nur rund 350 Jecke auf den Rathausplatz. Wesentlich besser fällt wenige Tage später der Rosenmontagszug aus.

März

Übach-Palenberg ist zum Stichtag 1. März eine Stadt ohne Stadtbücherei. Politisch entwickelt das Thema sich in den kommenen Wochen zum ersten großen Zankapfel des Jahres. Die Gründung des Runden Tisches zur Weiterführung des Verleihs in anderem Rahmen kommt ins Gespräch.

Ein weiteres Thema kommt in Fahrt: Nachdem Ende 2016 bekannt geworden ist, dass ein Baugebiet in Marienberg geplant wird, bringt die zwischenzeitlich gegründete Bürgerinitiative nun ins Gespräch, aus dem Landschaftsschutzgebiet ein Naturschutzgebiet zu machen. Auch einen inoffiziellen Namen hat das Baugebiet schon: Der Volksmund tauft es „Neu-Marienberg“.

Derweil wird bekannt, dass Übach-Palenberg erneut die zweithöchste Kriminalitätshäufigkeit im Kreisgebiet hat – erneut liegt es hinter Geilenkirchen. Die SPD wählt nach dem Ausscheiden von Heiner Weißborn einen neuen Fraktionsvorsitzenden: Es ist Alf-Ingo Pickartz, der ja schon den Parteivorsitz bekleidet. Läuft sich da einer für die Bürgermeisterkandidatur 2020 warm?

April

Der Runde Tisch hat erstmals getagt: Als Standort für den Buchverleih wird das Mehrgenerationenhaus ins Auge gefasst. Auch das Outbaix kommt wieder ins Gespräch: Der einstige Kultclub ist mit dem Wort Schrottimmobilie noch freundlich beschrieben. Vor Ort häufen sich Splitter und Sperrmüll, nächtens werden offenbar in größerem Stile Saufgelage zelebriert. Die Stadt vertröstet alle, die auf eine Klärung der Situation drängen. Es tut sich: nichts.

In Sachen „Neu-Marienberg“ beantragt die CDU-Fraktion ein Artenschutzgutachten. Die Bürgerinitiative legt sich bei einer Versammlung derweil auf ihre konkrete Zielsetzung fest: Sie will das Baugebiet komplett verhindern. Im zukünftigen Industriegebiet Drinhausen-Süd (Lidl) wird gegraben: Archäologen haben Hinterlassenschaften unserer Vorfahren aus der Jungsteinzeit entdeckt.

Mai

Die SPD beantragt eine „ökologische Stadtentwicklung“. Mit Blick auf „Neu-Marienberg“ positionieren sich die Oppositionsfraktionen immer deutlicher gegen das Projekt. Übach-Palenbergs Schulleiter begehren auf: Im Schulausschuss machen sie den aus ihrer Sicht teils desolaten Zustand der Schulgebäude öffentlich und erheben schwere Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung. Sie sehen den Bildungsstandort in Gefahr.

Juni

Stadt und Investor S-Bauland geben bekannt: Im Baugebiet Beyelsfeld sind alle Grundstücke verkauft oder reserviert. Der Rechtsstreit um den Einkaufspark Magnus geht nach viereinhalb Jahren zu Ende: Das Oberverwaltungsgericht Münster lehnt ein Berufungsverfahren ab, die Anwohner, die gegen das Projekt vorgegangen sind, haben endgültig das Nachsehen. Der Ton im Streit um Neu-Marienberg wird schärfer. Nichtsdestotrotz setzt die CDU gegen erheblichen Widerstand aus der Opposition die Bauleitplanung durch. Mittlerweile gibt es auch einen offiziellen Namen: Mariental.

Juli

Die SPD beantragt eine Stadtentwicklungsgesellschaft. Ein Denkmal des Bildhauers Willi Arlt am Hühnermarkt in Scherpenseel wird auf eine Idee der CDU hin eingeweiht. Übach-Palenberg wird in den Kreis der Bockreitergemeinden aufgenommen.

Übach-Palenberg feiert Geburtstag: Vor 50 Jahren wurden die Stadtrechte verliehen. Die Schulleiter legen im Streit mit der Stadt nach und werfen ihr vor, auch sicherheitsrelevante Mängel trotz Kenntnis nicht beseitigt zu haben. Die Stadt weist die Vorwürfe zurück. Unterdessen erhält die aus Containern bestehende Hauptschule einen Außenbereich für die Pausen.

August

Im Streit mit den Schulleitern kommt es zum Skandal: Um sich gegen die Vorwürfe zu wehren, hatte die Stadt im Frühjahr noch behauptet, seit 2009 mehr als 28 Millionen Euro in ihre Schulen gesteckt zu haben. Nun muss sie einräumen: Es war weniger als die Hälfte. Die Stadt behauptet, dass ein Versehen vorliege. Angesichts der Tatsache, dass man seit Jahren jeden Euro zweimal umdrehen muss, fällt es vielen schwer, das zu glauben.

Als wäre das nicht genug, fühlen sich auch noch die Mitglieder des Seniorenvereins Palenberg hinters Licht geführt. Sie ärgern sich darüber, dass sie den Pavillon an der Barbarastraße verlassen müssen. Dort sollen demnächst die aus der Stadtbibliothek verbliebenen Bücher verliehen werden. Derweil steht der Förderverein zur Rettung der Bücherei vor der Auflösung.

Doch der August bringt auch gute Nachrichten: Das Landgericht entscheidet im Rechtsstreit um die Klangbrücke zugunsten der Stadt.

September

Richard Riediger wird mit dem Kunst- und Kulturpreis ausgezeichnet. Erste Details zu einem Parkraumkonzept werden bekannt, stoßen aber noch auf wenig Gegenliebe. Die Feuerwehr nimmt eine neue Drehleiter in Empfang.

Oktober

Unklarheiten bei der Verwendung von Geldern für die Schulen: Die Stadt kann oder will die genaue Verwendung von fast 11 Millionen Euro nicht erklären. Highlight in der lokalen Musikszene: „The Hobbyraums“, früher bekannt als „Silvi und die Awacs“ treten zum ersten Mal seit 30 Jahren auf – es wird eine magische Nacht. Das Planspiel „Kids – Kommunalpolitik in der Schule“ legt los.

An der Roermonder Straße sollen 57 Bäume gefällt werden – am Ende fallen 13 zu viel, die Stadt verspricht Aufklärung, bleibt diese aber bislang schuldig. Die Rockfabrik wird verkauft und heißt jetzt Rockfabrik & Eden.

November

Im Streit mit den Schulleitern kommt es endgültig zum Eklat, als die Schulleiter den Schulausschuss verlassen. Das Verfahren zu den Wasserkonzessionen am Düsseldorfer Oberlandesgericht wird kurzfristig abgesagt. Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch mahnt in seiner Haushaltsrede, trotz sich bessernder Finanzlage den „Pfad der Tugend“ nicht zu verlassen. Heißt: Es muss weiter gespart werden. Am Aachener Landgericht geht es um die Zukunft von Stadthalle und Stadthotel, es streiten der Besitzer und sein Pächter.

Dezember

Die Wogen zwischen Schulleitern und Stadt glätten sich allmählich. Die Stadt gibt eine neue Verwaltungsstruktur bekannt: Der Erste Beigeordnete Helmut Mainz gibt die Fachbereiche Bildung und Soziales sowie Öffentliche Sicherheit und Recht an Marius Claßen ab, der das neu geschaffene Dezernat III leiten wird. Im Rahmen der Haushaltsdebatte geht es noch einmal zur Sache: Die drei Oppositionsfraktionen Grüne, SPD und UWG üben heftige Kritik an der Informationspolitik der Stadtverwaltung, letztere beiden lehnen den Haushalt auch ab.

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