Geilenkirchen - Landrat Pusch freut sich über lebendige Partnerschaft

Landrat Pusch freut sich über lebendige Partnerschaft

Letzte Aktualisierung:
europa-bild
Bestaunt wird der „Gast” in schottischer Tracht von Hermann Gerichhausen, Leiter des Flachs- und Volkstrachtmuseums Wegberg-Beeck, Bürgermeister Andreas Borghorst, Landrat Stephan Pusch und Prof. Gerd Wassenberg, Vorsitzender der Europa-Union (von links nach rechts).

Geilenkirchen. „Die Partnerschaft, die am 24. November 1973 mit einem formalen Akt in einer Festsitzung des County of Midlothian besiegelt wurde, hat sich seitdem zu einer wahren Erfolgsgeschichte des menschlichen Miteinanders in Europa entwickelt”, sagt Land Stephan Pusch in einem Vortrag in der Begegnungsstätte Haus Basten.

„Denn einige hundert Austauschkontakte haben rund 10.000 Personen aus dem Kreis Heinsberg und dem schottischen Kreis Midlothian zusammengeführt.”

„Und”, ergänzte Landrat Pusch, „aus diesen organisierten Begegnungen ist eine sehr große Zahl privater Freundschaften entstanden.”

Rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer begrüßte der Vorsitzende der Europa-Union Geilenkirchen, Prof. Gerd Wassenberg, auch im Namen von Bürgermeister Andreas Borghorst zu diesem Vortrag, der im Rahmen der Länderpräsentation „Geilenkirchen blickt auf Europa: 2009 Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland” stattfand.

„Europa wächst nicht aufgrund von Verordnungen von oben zusammen, sondern Europa wächst zusammen, weil die Bürger dies wollen”, betonte Wassenberg in seiner Begrüßung. „Die nicht mehr zu zählenden grenzüberschreitenden lebendigen Städte- und Kreispartnerschaften leisten hierzu einen enorm wichtigen Beitrag”, so Wassenberg und gab damit das Wort weiter an den Landrat.

Landrat Pusch lenkte zunächst den Blick zurück auf die bisherige Geschichte der Partnerschaft zwischen dem deutschen und schottischen Kreis, die 1999 um die Partnerschaft mit dem ungarischen Kreis Komárom-Esztergom erweitert wurde. Wie der Kreis Heinsberg war auch Midlothian eine traditionsreiche Bergbauregion. Auf deutscher Seite zeugen heute von dieser Vergangenheit die beiden Hückelhovener Museen, das Museum der Mineralien- und Bergbaufreunde und das „Schacht 3”-Museum.

In der schottischen Partnerregion vermittelt die ehemals größte Zeche Midlothians, die Lady Victoria Colliery in Newtongrange, als das „Scottish Mining Museum”, dass die Region ein sehr bedeutendes Zechengebiet war. Immerhin deckten die Zechen den Kohlebedarf der Industrien und Kraftwerke des benachbarten Edinburgh nahezu vollständig ab.

Nach Ende der Kohleförderung und Wegfall der traditionellen Industrien der Papierherstellung und der Teppichknüpferei hat sich die industrielle Landschaft in Midlothian grundlegend verändert. So entstanden neue Arbeitsplätze in Tourismus und Gastronomie, in Umweltwissenschaften und Biotechnologie. Gerade in der Biotechnologie haben sich die dortigen Forschungseinrichtungen weltweit einen Namen gemacht. Das Rosslin Institute, in dem Forscher das Schaf „Dolly” 1996 klonten, ist hierfür ein bekanntes Beispiel.

Aber auch mit seinen historischen Sehenswürdigkeiten wisse der schottische Partnerkreis, so Landrat Pusch, international auf sich aufmerksam zu machen. Als Beleg führte er die Rosslyn Chapel, die bedeutendste gotische Kirche Schottlands, an. Die Kirche, deren Grundriss dem Herodianischen Tempel in Jerusalem entspricht, ist wegen der komplizierten Steinmetzarbeiten weltberühmt.

Die in Stein gehauenen Pflanzendarstellungen nähren die Vermutung, dass hier die Pflanzenwelt Mittel- und Südamerikas bereits vor der Entdeckung durch Christoph Kolumbus 1492 bekannt gewesen sein könnte.

Naturparks, vor allem in den gebirgigen Gegenden der Pentland Hills, laden zu ausgedehnten Wanderungen ein, in die Landschaft eingebettete Golfplätze zu sportlichen Vergleichen, nicht zu vergessen Europas längste künstliche Skipiste, über die der schottische Partnerkreis ebenfalls verfügt.

Von dem angeblichen Geiz, der den Schotten nachgesagt werde, könne also keine Rede sein, meinte der Landrat am Ende seiner informativen Ausführungen. Denn dieses Klischee resultiere aus der früheren Armut der schottischen Landbevölkerung, die in einem - im Gegensatz zu den reichen Engländern - weniger ertragreichen Landstrich lebte und mit dem, was man hatte, sehr sparsam umgehen musste.

Nach dem Hinweis, dass zum nächsten Freundschaftsfestival im Herbst dieses Jahres auf schottischem Boden, erneut rund 50 Teilnehmer aus den musischen, tänzerischen und kulturellen Bereichen im Kreis Heinsberg eingeladen sind, stellte der Vorsitzende des in Wegberg-Beeck beheimateten Flachs- und Volkstrachtenmuseums Hermann Gerichhausen schottische Trachten vor.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert