Lächeln macht das „Jambo” erst perfekt

Von: Wilfried Rhein
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Jede Menge Rummel in der Festh
Jede Menge Rummel in der Festhalle Breberen. Vor den Augen zahlreicher Eltern der Schulkinder wurde mit der Gruppe „Black & White” (Bühnenbild) vorgeführt, was in den Kurzkursen an „afrikanischer Lebensfreude” zu vermitteln war.

Gangelt. Kein gewöhnlicher Montag an der Nikolaus-Grundschule in Breberen. Ein „Guten Morgen” hat man zwar schon ausgetauscht, aber am Montag klang das ungewöhnlicher. „Jambo” verstanden nach kurzer Zeit auch schon die Erst- und Zweitklässler.

Der tageszeitgemäße Gruß aus dem Swahili (Kisuaheli), der afrikanischen Bantusprache, der auch als „Willkommen” gelten kann, hatte sich bis zum Mittag festgesetzt.

Eine „Begrüßung mit einem Lächeln” sollte diesen Projekttag begleiten, dem sich 205 Kinder und die Lehrkräfte sowie andere Helfer engagiert widmeten. Im Zentrum des ausgefüllten Vormittags für alle vier Klassen stand der im hessischen Wanfried residierende Verein „Black & White”. Diese Initiative ist aktiv in Fragen der Globalisierung und bei der Umsetzung der so genannten Millenniumsziele, letztere im Jahr 2000 von etlichen Regierungen vereinbart. Im Kern geht es darum, Armut und Hunger in den - vorrangig - afrikanischen Ländern wirkungsvoll zu bekämpfen.

Das heißt aber auch, sich mit Details vertraut zu machen. „Wir möchten Verständnis bei den Kindern entwickeln für diejenigen, die nicht im Überfluss leben, mehr noch Überlebenshilfe brauchen”, sagt Schulleiterin Claudia Seidel. Die Gruppe „Black & White” - Schwarz und Weiß - hat dafür ein praktikables Rezept: „Afrikanische Lebensfreude für ein menschenwürdiges Leben.”

Das kam dem Projektgedanken entgegen, den die Nikolaus-Grundschule in Breberen in dieser Form alle vier Jahre einmal umsetzt. „Dabei ist es uns wichtig, das soziale Engagement der Kinder zu stärken”, sagt Vizeschulleiterin Stefanie Kuhlmann. „Bei diesem Projekt erhalten sie einen Einblick in das Leben afrikanischer Kinder und erfahren, dass es nicht allen Kindern so gut geht.”

Das Programm für den Montag auf die Beine zu stellen, kostete rund zwei Monate Organisationszeit, schildert Stefanie Kuhlmann, in der man auch Unterstützung des Schulfördervereins gefunden hat, so durch die Bereitstellung der Festhalle neben dem Schulgebäude. Dort und in einigen Klassenräumen spielt sich Handlung des aufregenden Tages ab.

Ein Lichtbildvortrag machte alle vier Klassen mit dem Thema vertraut. Ganz so neu ist es in Breberen und Umgebung nicht, dass der Gangelter Unternehmer Johannes Heinrichs und dessen Familie wertvolle Hilfen im tansanischen Kisongo leistet, dort die Struktur für eine Schule und ein Krankenhaus legt. Der Erlös aus den beim Projekttag verkauften Muffins und ein Spendenappell beim Schlussauftritt sollten für dieses Ziel mehr Geld aufbringen.

Singen, Tanzen und die Trommel schlagen hieß bis zum Mittag die Beschäftigung für die Schulkinder nach den erklärenden Worten. Wobei das Ziel, Lebensfreude weiterzugeben, nicht ohne Bewegung auskommt. Auch nicht beim Liedtext „Der Zug fährt schnell nach Südafrika...” Die Arme hoch und raus aus den Sitzen, das alles geht beim Mitsingen - in der Sprache der Zulu! Eine halbe Stunde Crash-Kurs in afrikanischen Dialekten; da machen auch die Lehrerinnen tapfer mit. Und es reicht sogar zum Schluss bei Lucas-Justin für ein textsicheres Solo, das ordentlich Beifall bekommt.

Etwas lauter wird es in der Festhalle beim Trommeln. Viel Geduld hat Sarpong mitgebracht, um die gerade eingetroffenen Gruppe von 80 Kindern mit der Schlagtechnik vertraut zu machen. Und wieder mit einem fast gymnastischen Teil, dem die Schüler mit Eifer folgen. Da kommt es nicht nur auf den Rhytmus mit dem Trommelfell an, erklärt Sarpong mit seinem auf wenige Kommandos reduzierten Deutsch. Er macht es vor beim „Jambo”-Lied: Der Körper schwingt zu beiden Seiten, und das Gesicht zeigt ein Lächeln.
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