L42n: Scherpenseel lässt sich nicht mit einem „Nein“ abspeisen

Von: Nicola Gottfroh
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Übach-Palenberg. Von einem einfachen „Nein“ der Landesregierung lassen sich Helmut Grundmann und Dietmar Lux von ihren Forderungen nach einer Umgehungsstraße nicht abbringen. Sie kämpfen weiter für die L42n, die den Ortsteil Scherpenseel vom Verkehr entlasten soll.

Die neue Straße soll einen Großteil der rund 11.000 Fahrzeuge, die tagtäglich durch die Hauptverkehrsader des Dorfes rollen, um den Ort herumlenken. „Für uns ist klar: Die L42n muss kommen – die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen müssen doch bei solchen Entscheidungen vorgehen“, sagt Dietmar Lux.

Bei ihrem Kampf für den Bau der Straße machen sie sich jetzt den Wahlkampf zunutze. „Wir nutzen alle Kanäle“, sagt Grundmann. Vielen Politikern, die in den vergangenen Wochen die Stadt Übach-Palenberg besucht haben, und anderen, die die Stadt noch besuchen werden, drücken sie die Petition, die schon im Petitionsaussschuss des Landes vorliegt, noch ein weiteres Mal in die Hand. „Wir hoffen, dass sich die Standhaftigkeit unserer Forderungen so eines Tages auszahlt“, sagt Grundmann.

Der Petitionsausschuss hat zwar festgestellt, was die Anwohner in den vergangenen 42 Jahren tagtäglich feststellen mussten: dass die Verkehrslage die Wohnsituation belastet. „Der Ausschuss anerkennt die Bedeutung, die eine Umgehungsstraße zwischen der Gemeinde Landgraaf und Übach-Palenberg bei einem Einzugsgebiet von zirka 200.000 Einwohnern insbesondere auch auf niederländischer Seite hat“, heißt es in dem Antwortschreiben des Petitionsausschusses. Doch wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass das Land gegenwärtig keine Finanzierungsmöglichkeiten für die Planung und den Neubau der Straße sieht.

„Das verstehen wir ja – deswegen versuchen wir jetzt, eine Alternative umzusetzen“, sagt Lux. Sie setzen sich nun dafür ein, dass nur eine Teilstrecke der L42n, die von der Grenze, über die Felder bis hin zur Aral-Tankstelle an der Heerlener Straße, Ecke vom-Stein-Straße führen soll, gebaut wird. „Das ist eine Teilstrecke, die auch nur einen Teil der ursprünglichen Straße kostet, aber auch eine Teilentlastung für die Bevölkerung bringt“, sagt Lux.

Zwar sei sie für die Scherpenseeler nicht optimal, weil der Schwerlastverkehr immer noch an der Schule entlangbrettern würde – aber immerhin sei diese Alternative ein erster Schritt in die richtige Richtung, wie Grundmann betont. „Wir haben uns überlegt, das Gesamtprojekt in zwei Schritten anzugehen. Wenn der erste Teil der Umgehung fertig ist, kann man ein paar Jahre später den zweiten Teil angehen“, so Grundmann.

Doch selbst, wenn die Mittel bereitstünden, sei eine Lösung der Verkehrsproblematik nur in einem regionalen Konsenz mit den angrenzenden Städten und Gemeinden möglich. Die Landesregierung meint hier Forderungen der Interessengemeinschaft Grothenrath. Weil die Trassenführung in den ersten Planungen der L42n den Ortsteil der Stadt Geilenkirchen tangiert hätte, wehrten sich die Bürger gegen die Umgehungsstraße. „Dafür haben wir vollstes Verständnis. Doch inzwischen führt in der neusten Variante des Teilstücks der L42n die Trasse nicht mehr an Grothenrath vorbei – dieses Problem kann man also als gelöst betrachten“, so Grundmann.

Lux und Grundmann, so sagen sie, wollen weiterhin den Druck auf die Politiker hoch halten. „Das nächste, was wir beim Thema L42n angehen wollen, ist die Neugründung einer Bürgerinitiative. „Wir wollen die Scherpenseeler und die Bürger der Gemeinde Landgraaf noch einmal motivieren, sich weiterhin für die L42n einzusetzen. Das Thema ist zwar seit Jahrzehnten ein Dauerbrenner – doch sich damit abzufinden ist nicht der richtige Weg“, sagt Lux.

Denn sie sind ganz sicher, dass die Straße kommen wird – wenn nur der Druck stets groß bleibt. Die nächste Kopie der Petition wartet schon auf den nächsten Politiker, der nach Übach-Palenberg kommt.

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