Geilenkirchen - L42: Eine harte Probe für Fahranfänger

L42: Eine harte Probe für Fahranfänger

Von: Carsten Rose
Letzte Aktualisierung:
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Zwei Stellen, an denen Fahrlehrer Frank Beule mit seinen Schülern oft vorbeikommt: Die Kreuzung auf der L42 und die Einfahrt Stettiner Straße, dessen Straßen- und Durchfahrt-verboten-Schild durch die Hecke verdeckt sind. Ein Schild soll jetzt helfen. Foto: Carsten Rose
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Zwei Stellen, an denen Fahrlehrer Frank Beule mit seinen Schülern oft vorbeikommt: Die Kreuzung auf der L42 und die Einfahrt Stettiner Straße, dessen Straßen- und Durchfahrt-verboten-Schild durch die Hecke verdeckt sind. Ein Schild soll jetzt helfen. Foto: Carsten Rose
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Zwei Stellen, an denen Fahrlehrer Frank Beule mit seinen Schülern oft vorbeikommt: Die Kreuzung auf der L42 und die Einfahrt Stettiner Straße, dessen Straßen- und Durchfahrt-verboten-Schild durch die Hecke verdeckt sind. Ein Schild soll jetzt helfen. Foto: Carsten Rose
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Eine Reihe zu viel: Die Konrad-Adenauer-Straße ist vor der Sparkasse keine Einbahnstraße.

Geilenkirchen. Fahrschüler haben es nicht leicht. Da sind diese Situationen, in denen sie nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Dann ist da der Berg, an dem Gaspedal und Kupplung noch schwerer zusammenarbeiten wollen – und neben einem sitzt jemand, der einen bewusst in diese Situationen bringt.

Frank Beule, 49 Jahre alt und seit 1990 hauptberuflich Beifahrer, ist so jemand. In Geilenkirchen kennt der Fahrlehrer einige Stellen, die aber nicht nur für seine Schüler eine Herausforderung oder gar Gefahr sind.

Er hat auch Vorschläge, wie diese Stellen entschärft werden könnten – auf einen für den Berliner Ring wird die Stadt bald reagieren. An einer anderen Stelle auf der Landstraße 42, die im Fachjargon als Unfallhäufungsstelle gilt, wird sich aber bis auf Weiteres nichts ändern.

Auf dem Berliner Ring ist Frank Beule oft unterwegs, denn dort ist auch die Tüv-Prüfstelle gelegen. Wenn Beule mit seinen Fahrschülern aus Richtung des Kreisverkehrs Am Mausberg/Kreuzstraße kommt, bittet er sie oft, rechts in die Stettiner Straße einzubiegen – und prompt muss er auf die Bremse treten, weil sie eine Einbahnstraße ist. Nur: Das erkennen die Schüler (und nicht nur die) erst, wenn es zu spät ist. Das Schild, das das Rechtsabbiegen untersagt, fehlt, und zusätzlich verdeckt eine angrenzende Hecke die Sicht. „Das Problem ist, dass sich die Autofahrer, die aus der Stettiner Straße kommen und links auf den Berliner Ring abbiegen möchten, sich auch links einordnen. Wenn in dem Moment jemand falsch abbiegt, kann es knallen“, erklärt Beule.

Er habe schon oft von der Tüv-Prüfstelle aus beobachtet, wie Autos erst in die Straße einbogen und abrupt abbremsen mussten. Auf Nachfrage zu dieser etwas kniffligen Stelle hieß es seitens der Stadt Geilenkirchen: „An dieser Stelle fehlt das Schild ,vorgeschriebene Fahrtrichtung: geradeaus‘. Das Schild wird umgehend neu installiert.“ Problem gelöst.

Noch undurchsichtiger und weitaus gefährlicher findet Frank Beule eine Stelle auf der L42 in Richtung Randerath: die Kreuzung auf Höhe der Straße Am Mühlenkamp, die nach Süggerath führt. Beule erklärt: Autofahrer, die aus dieser Richtung kommen und nach links auf die L42 in Richtung Geilenkirchen abbiegen möchten, hätten gleich drei Probleme. Erstens die Raser in der 70er-Zone, die das „Lückefinden“ oft unmöglich machten. Zweitens, dass sie nach langer Wartezeit gerne die Autos übersehen, die aus der gegenüberliegenden Straße Am Elsenbusch kommen. Und drittens die angrenzenden Maisfelder, die die Sicht erschwerten. Man müsse „höllisch aufpassen“, sagt Beule.

Die Lösungsvorschläge des Fahrlehrers: „Entweder ein Verkehrsspiegel für die Fahrer, die aus Richtung Süggerath kommen, oder gleich einen Kreisverkehr. Dann würden manche Autos auch nicht mehr so schnell fahren. Oder es werden nur 50 anstatt 70 Stundenkilometer vor der Kreuzung erlaubt.“

In der Unfallstatistik der Polizei des Kreises Heinsberg seit 2011 tauchen 18 Verkehrsunfälle an dieser Stelle auf. „Die Kreuzung ist eine Unfallhäufungsstelle“, sagt Karl-Heinz Frenken, der Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Bei den Unfällen haben sich 15 Personen verletzt (eine Differenzierung zwischen leicht und schwer macht die Statistik nicht), und ein Motorradfahrer ist dort im März 2012 ums Leben gekommen.

Seitdem der Blitzer in Richtung Randerath hinter der Kreuzung aufgestellt wurde, habe es keine Unfälle mehr aufgrund überhöhter Geschwindigkeit gegeben, teilt Frenken mit. Ein Unfall aus anderen Gründen ereignete sich im Januar dieses Jahres; zwei Personen wurden leicht und eine schwer verletzt.

Die Stadt Geilenkirchen verwies mit Blick auf die Verkehrssituation darauf, dass der Wechsel von Vorfahrt-gewähren- zu Stoppschildern vor Jahren die Unfallzahlen bereits deutlich reduziert habe. Ein Verkehrsspiegel sei nicht notwendig, da der „Verlauf der L42 weiträumig“ zu überblicken sei; über einen Kreisverkehr kann überdies nur das Straßenbauamt des Landes, Straßen NRW, entscheiden.

Eine Begrenzung auf 50 Stundenkilometer sei zudem nicht sinnvoll, „da es sich um eine Landstraße handelt, bei der die Akzeptanz einer solchen Beschilderung durch den Verkehrsteilnehmer nicht gegeben ist und deshalb auch nicht zu einer Erhöhung der Sicherheit führen würde.“

Die Unfallkommission werde die Kreuzung weiter beobachten.

In der Geilenkirchener Innenstadt gibt es auf der Höhe der Kreissparkasse an der Konrad-Adenauer-Straße eine Stelle, an der Fahrlehrer Frank Beule gerne eine neue Verkehrsregelung hätte. Sie sei zwar kein Unfallschwerpunkt, was auch die Polizei bestätigt (zumindest nicht im Sinne von Personenschäden, weil Blechschäden nicht in die Statistik fließen), aber Beule beobachtet oft, dass sich Autofahrer falsch verhalten. Konkret geht es um die Ausfahrt vom Parkplatz der Kreissparkasse: Fahrer, die auf der Konrad-Adenauer-Straße in Richtung Markt unterwegs sind, würden gerne übersehen, dass Autos vom Parkplatz der Kreissparkasse aus kommend links abbiegen möchten.

„Manche Autofahrer glauben wahrscheinlich, dass die gesamte Konrad-Adenauer-Straße eine Einbahnstraße ist, weil sie kurz hinter der Sparkasse das Schild sehen“, sagt Fahrlehrer Beule, „und deswegen ordnen sie sich zweispurig ein und versperren den Linksabbiegern den Weg. Das führt häufig zu gefährlichen Situationen.“ Sein Wunsch: Vom Parkplatz sollte man nur noch nach rechts in Richtung Markt abbiegen dürfen.

Die Stadt sieht keinen Grund, die Verkehrsführung zu ändern, da die Fahrer vom Parkplatz aus dem Verkehr auf der Konrad-Adenauer-Straße die Vorfahrt gewähren müssen.

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