Kuriositäten beim Trecker-Treff: Dreirad für den Krankentransport

Von: Georg Schmitz
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Rudolf Feiter aus Heinsberg präsentierte mit dem 1933 gebauten Deutz-Diesel-Stahl-Schlepper den ältesten Trecker beim Treffen in Hochheid.
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Ein besonderer Hingucker war ein wuchtiger U-Boot-Motor von Heinz Davids, der mit Pressluft angeworfen wird. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Hochheid. Eine große Palette von historischen Traktoren gab es am Wochenende beim 7. Trecker-Treffen in Geilenkirchen-Hochheid zu bestaunen. Die IG „Historische Landmaschinen Selfkant 1984 e.V.“ hatte in Zusammenarbeit mit dem Dorfverein Hochheid mitten im Dorf vieles aus der Traktorentechnik ausgestellt.

Dorfvereinsvorsitzender Peter Kuschel und Gerd Werths, Vorsitzender der Landmaschinen-Selfkant, freuten sich über die rege Teilnahme von Oldtimer-Besitzern die an den beiden Tagen rund 200 „alte Schätzchen“ ausgestellt hatten.

Darunter Liebhaber-Produktionen von Hanomag, Eicher, Deutz, Güldner, Allgaier, Ritscher und Lanz. Bei all diesen Namen schlägt das Herz eingefleischter Traktoren-Fans höher. Die alle zwei Jahre auf den Wiesen von Leo Heutz und Gerd Hellenbrand mitten im Dorf stattfindende Ausstellung alter Landmaschinen hat sich von den Anfängen bis heute zu einer stattlichen „Trecker-Schau“ entwickelt.

Die Teilnehmer reisen aus großer Entfernung an, diesmal hatte ein Interessent aus Münster den weitesten Weg zum Treffen nach Hochheid unternommen. Einige hatten auf der Nachbarwiese ihre Zelte auf geschlagen oder einen Campingwagen mitgebracht.

Die Gemeinschaft der Traktorensammler ist sowieso eine „große Familie“. Jeder kennt jeden, und überall wird gefachsimpelt. Den Grundstein für ihr Interesse an alten Traktoren legen viele Teilnehmer durch eine Beschäftigung in der Landwirtschaft. Dabei opfern die Liebhaber der historischen Gefährte unzählige Stunden, um die Fahrzeuge in einen optimalen Zustand zu versetzen.

So auch Vorsitzender Gerd Werths aus Geilenkirchen-Horrig, der unter anderem einen Lanz-Bulldog 3206 aus dem Jahr 1955 aufbieten kann. Das 32 PS starke Gefährt ist ein Halbdiesel, was so viel heißt, dass er mit Benzin gestartet wird, bevor der Motor auf Diesel umschaltet. Der Lanz wurde über den Opa und Vater an den Sohn Gerd Werths weitergegeben. „Da hab‘ ich drauf fahren gelernt“, ist Gerd Werths sichtlich stolz.

Rudolf Feiter aus Heinsberg musste sich als Besitzer des ältesten Traktors am Platz vielen Fragen stellen. Seit knapp zwei Jahren nennt sich der 83-Jährige glücklich Besitzer eines „Deutz-Diesel-Stahl-Schleppers“, Typ 1603 mit Baujahr 1933. Das 25-PS-Gefährt wurde als Ackerschlepper genutzt, und der Motor kann bei Bedarf sogar noch mit einer Drehkurbel angeworfen werden.

Vor zwei Jahren qualmte sein Deutz in Hochheid mächtig. Nachdem Rudolf Feiter ihn höchstpersönlich auseinandergenommen hatte stand die Diagnose fest: „Der spritzte zu spät ein, dadurch zündete er nicht richtig“, erzählt der Fachmann. Klar, dass der Fehler zwischenzeitlich behoben ist.

Frank Hermanns aus Porselen besitzt ebenfalls einen Deutz aus dem Jahre 1955. Seinem Trecker sieht man das Alter an, nicht nur dank des alten Original GK-Kennzeichens. Bestaunt wurde zudem die „Simson Duo“, ein Krankentransportfahrzeug aus der früheren DDR. Bei dem 3,5 PS starken Dreirad dient das Lenkrad auch zum Gas geben und zum Bremsen.

Ein besonderer Hingucker war der schön aufbereitete MAN U-Boot-Motor, gebaut 1944 oder 1945. Vor sechs Jahren hat Heinz Davids das „Riesending“ erworben und restaurieren lassen. Der 8-Zylinder-Motor wird mit Pressluft gestartet, und alleine das Anwerfen war schon sehenswert.

In einer zur Gaststätte umfunktionierten Scheune der Familie Schaaf pflegten alle Beteiligten bei kühlen Getränken und Grillspezialitäten die Geselligkeit; Besucher waren auch dort stets willkommen. Die „Trecker-Frauen“ hatten mit Kaffee und Kuchen eine Cafeteria bestückt, die ebenfalls guten Zulauf fand.

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