Kunstwerke mit dem „Halbschlag“ fertigen

Von: Markus Bienwald
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Haben die Ausstellung des Deutschen Klöppelverbandes im Schloss Zweibrüggen eröffnet: Stellvertretende Vorsitzende Elke Mauritz, Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, Vorsitzende Sonnhild Grämer und Yolande Beeckman (v.l.). Foto: Markus Bienwald
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Auch die Besucher durften den „Halbschlag“ anhand eines eigens aufgebauten Probentisches einmal selbst ausprobieren.

Übach-Palenberg. „Spitze im Westen“ ist nicht nur der Slogan der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Heinsberg, sondern darf im Schloss Zweibrüggen nun auch wörtlich genommen werden. Denn dort ist nun die Hauptausstellung des 33. Klöppelspitzen-Kongresses in Saarlouis zu bewundern.

Übach-Palenberg als Sitz des Deutschen Klöppelverbandes kommt, wie schon in den Jahren zuvor, die Ehre zuteil, diese einmalige Schau zeigen zu dürfen. Dieses Jahr drehte sich bei der Arbeit im Vorfeld der Ausstellung alles um den so genannten „Halbschlag“. „Er ist relativ einfach zu klöppeln, und wegen seines netzartigen Aussehens wird er viel angewandt“, erklärte die Vorsitzende Sonnhild Grämer diesen Grundschlag beim Klöppeln.

„Der Halbschlag wird aber auch von vielen gefürchtet, weil er durch das Hin- und Herschieben der Klöppel die Halbschlagfläche erst spät zu sehen ist, und damit auch eventuelle Fehler“, so Grämer weiter. Die natürlich fehlerfreien Ergebnisse, die aus einer fast zehnjährigen Beschäftigung mit dem Halbschlag stammen, sind an aktuellen und historischen Spitzen in den Vitrinen im Schloss zu sehen.

Fehler galt es natürlich vor allem auch bei der geklöppelten Blumenwiese zu vermeiden. Esther Wanzenried und 25 Klöpplerinnen aus der Schweiz schufen mit nur einem Grundraster über 100 filigran handgeklöppelte Blumen. So können Besucher nicht nur die Handfertigkeit dieser Damen bewundern, sondern auch an einer echten „Blumenwiese“ im Inneren eines Schlosses sitzen. „Neugier, Experimentierfreude, aber vor allem der Durchhaltewillen der beteiligten Klöpplerinnen führte zu diesen Ergebnissen“, freute sich Grämer.

Zuletzt gibt es aber auch noch einen dritten Ausstellungsteil zu sehen, der sich unter der Überschrift „Verzogenes Raster“ mit außergewöhnlichen Exponaten beschäftigt. Und sicherlich dürfte anhand der Leistungsbreite des Gezeigten und dem extrem hohen Niveau der gezeigten Arbeiten auch die von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch bei der Vernissage geäußerte Idee von Dietmar Lux auf fruchtbaren Boden gefallen sein, einmal einen Klöppelspitzen-Kongress im Schloss auszurichten.

Ausstellung bis 26. Juli

Und einen Blick auf den August 2018, wenn in Brügge der Weltkongress stattfindet, gab es auch schon vom Ersten Bürger. So gibt es dann zeitgleich im Rahmen des Kongresses auch eine Ausstellung des Deutschen Klöppelverbandes im Schloss Zweibrüggen, was vermutlich viele internationale Gäste nach Übach-Palenberg ziehen wird.

Wer bis dahin noch etwas den „Halbschlag“ üben will, kann das übrigens auch an einem eigens eingerichteten Tisch der Ausstellung tun. Aber das bleibt noch Zukunftsmusik. Was feststeht, ist, dass das noch bis einschließlich zum 26. Juli Gezeigte einsame Spitze im Westen bleibt.

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