Übach-Palenberg - Kunstwerke aus Müllsäcken und Rettungsdecken

Kunstwerke aus Müllsäcken und Rettungsdecken

Von: Markus Bienwald
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Gerline Baumgarte (links) und die Vorsitzende des Deutschen Klöppelverbandes, Sonnhild Grämer, freuen sich über mehr als außergewöhnliche Schaustücke im Schloss Zweibrüggen. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Juli zu sehen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Solche Arbeiten haben die Gäste des Deutschen Klöppelverbandes garantiert noch nicht gesehen. Denn was unter der scheinbar harmlosen Überschrift „Viele Teile – ein Ganzes“ derzeit im Schloss Zweibrüggen gezeigt wird, ist in allen Belangen außergewöhnlich.

Denn rein gar nichts kommt von der Stange, sondern wurde von Mitgliedern des Verbandes mit Sitz im Schloss Zweibrüggen hergestellt.

„Wir decken damit ein Dreijahresprojekt ab, an dem die beteiligten Aussteller zum Teil lange gearbeitet haben“, sagte Gerlinde Baumgarte bei der Ausstellungseröffnung. Alleine schon beim Blick auf die verwendeten Materialien glaubt man das sofort: da wurden beispielsweise Weinbergnetze mit einfachen, blauen Müllsäcken zu einem filigranen Kunstwerk, das sich theoretisch auch als Oberteil tragen ließe.

Ein anderes Schaustück schimmert silbern und golden, zeigt feinste Strukturen, die bei einer versehentlichen Berührung vielleicht schon aufbrechen würden. „Natürlich sind das Schaustücke, aber manches vom Gezeigten könnte durchaus auch getragen werden“, ergänzt Gerline Baumgarte. Das gold-silberne Teil besteht übrigens aus Rettungsdecken, wie sie in jeden handelsüblichen Verbandskasten gehören.

Was auffällt bei dieser Schau sind aber nicht nur die ungewöhnlichen Werkstoffe, die bis hin zu Kupferdraht reichen, sondern auch die schillernden Farben, in denen die Gesamtheit der Ausstellung strahlt. „In der zeitgemäßen Spitze kommt die Farbe zurück“, weiß die Fachfrau und zeigt auch eher klassische Werkstoffe wie Baumwolle, Leinen oder Seide.

So wird die Ausstellung ihrem Namen mehr als gerecht, denn wer einmal feststellt, was sich aus simplem Bonbonpapier oder dem eigentlich für Geigenbögen gebräuchlichen Rosshaar alles herstellen lässt, findet sicherlich Gefallen an diesen Werken.

Ein besonderes Exemplar sei nicht verschwiegen: so hat es auch niederländische Klöppelkunst nach Übach-Palenberg geschafft. Ein aus Liersekant gefertigtes Exemplar, das die Herkunft des Musters und der Verarbeitung aus der Stadt Lierse und dem Wort „Kant“ für Spitze im Niederländischen verrät, zieht die Blicke auf sich.

So gelang es dem Deutschen Klöppelverband im Wortsinn eine Spitzen-Ausstellung ins Schloss zu holen, die noch bis zum 27. Juli zu sehen ist. Die Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags jeweils von 10 bis 15 Uhr, sowie samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr.

Freitags bleibt die Ausstellung geschlossen, bei Gruppenbesuchen bittet der Verband um vorherige Anmeldung unter Telefon 02451/49985 oder per E-Mail unter info@deutscher-kloeppelverband.de .

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