Kunsttour: Schickes Ambiente, stimmungsvolle Bilder, scharfe Kritik

Von: Dettmar Fischer
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Eine Station der Kunsttour 2017 war das Carolus Magnus Centrum Übach-Palenberg. Jochen Jung, Erika Giegla, Joep Albertz, Uschi Zantis, Martina Waliczek vom Kulturbüro der Stadt Übach-Palenberg und Marlen Krings (v.l.n.r.) präsentierten die Ausstellung „Verbindungen 2“. Foto: defi

Übach-Palenberg. Das Carolus Magnus Centrum in Übach-Palenberg ist ein schöner Ausstellungsort. Die Architektur der Lohnhalle ist grandios. Und die Idee der Stadt Übach-Palenberg, ihren Künstlern dort eine Ausstellungsmöglichkeit zu bieten, ist naheliegend.

So nutzten zur Kunsttour 2017 fünf Künstler aus der Region auf Einladung des Kulturbüros der Stadt die Möglichkeit, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. „Erika Giegla und Jochen Jung – Verbindungen 2“ heißt die Ausstellung mit vielen Exponaten in zwei Ausstellungsbereichen.

Das CMC hat viele Wände. Und so bot es sich an, Gastkünstler einzuladen. Uschi Zantis, Marlen Krings und Joep Albertz sagten gerne zu. Unter anderem verbindet die ausstellenden Künstler die Mitgliedschaft im Künstlerforum Schloss Zweibrüggen. „Wir wollten wieder was zusammen machen“, sagen die Künstler unisono und betonen das harmonische Miteinander. Das Verhältnis zur Kunsttour ist allerdings nicht ganz so ungetrübt.

Lediglich zwei der fünf Aussteller wurden von der Jury, die für den Veranstalter, den Heinsberger Tourist Service, die Bewerbungen auswertet, zur Kunsttour 2017 zugelassen. Die drei anderen nahmen als „Gäste“ an der Ausstellung teil. Uschi Zantis hatte vom Heinsberger Tourist Service eine Absage erhalten. Ihre Arbeiten würden den Kriterien nicht genügen. Sie kennt das Prozedere, hat seit 2002 zehnmal an der Kunsttour teilgenommen und wurde dreimal abgelehnt.

Auch Marlen Krings war eine Ablehnung erteilt worden. Sie gesteht: „Das ist verletzend und herabwürdigend.“ Uschi Zantis meint, es werde nach den vielen Jahren Zeit, dass man sich wehre. Man solle doch auf die Besucher der Kunsttour vertrauen. Diese würden eine schlechte Präsentation sicherlich nicht zweimal besuchen. Da brauche man keine Jury.

Die Teilnehmer, die keinen Zuspruch erhielten, würden sicherlich ganz von selbst auf eine erneute Teilnahme verzichten. Marlen Krings: „Es geht ja nicht um einen hoch dotierten Kunstpreis.“ Erika Giegla schließt sich an: „Das System der Jurierung ist so nicht richtig.“

Wer versucht, beim Rundgang durch die Ausstellung „Verbindungen 2“ die „gute“ und die „schlechte“ Kunst zu unterscheiden, wird sich sicherlich schwer tun. „Verbindungen 2“ ist eine homogene Ausstellung. Erika Giegla zeigt Acrylbilder. Ihre Arbeiten sind meistens abstrakt. Ihr Thema ist die Farbe. Die Kunstpädagogin malt großflächig.

Ihre gegenständlichen Bilder erzählen von dem, was ihr wichtig ist, vom Meer, vom Wandern und von der Musik. Joep Albertz malt mit Acryl auf Steinpapier, ein spezielles Papier, das kaum Wasser aufnimmt. Albertz: „Mir geht es um die Farbe – nur um Farbe.“ Uschi Zantis zeigt Formen in erdigen Farben. Diese Farben ziehen sich durch ihr ganzes Schaffen. Ihre Arbeitsweise beschreibt die Künstlerin als „fast meditativ“. So entwickelt sie beispielsweise aus einem kleinen Holzspan eine selbstständige Form.

Zantis: „Ich bin auf der Suche nach eher unscheinbaren Dingen.“ Marlen Krings zeigte zur Kunsttour unter anderem Bilder aus ihrer Kosmos-Serie. Einmal explodieren blaue und gelbe Pinselstriche förmlich. Neben ihren Bildern präsentierte die Künstlerin auch eigene Texte mit Bezug zur Kosmos-Serie.

Der fünfte im Bunde ist zweigleisig unterwegs. Jochen Jung haben es die Wurmlandschaft und die Kühe angetan. Jung: „Kühe halte ich für unaustauschbar wichtig.“ Und so malt er sie und malt sie immer wieder. Seine Bilder tendieren zur Abstraktion, aber die Kühe erkennt der Betrachter zumindest auf den zweiten Blick. Neben seiner Malerei ist Jochen Jung auch literarisch aktiv.

Er präsentierte zur Kunsttour eine kleine Fabel, die beginnt so: „Der Fuchs erklimmt den Ziegelstein und wickelt sich in Blätter ein…“ Die Fabel geht dann irgendwie weiter, genau wie die Kunsttour im nächsten Jahr auch weiter geht – wäre schade drum, wenn nicht.

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