Kunsttour 2012: Auf Reisen Motive und Farben entdecken

Von: Andrea Schever und Karl-Heinz Hamacher
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Unter anderem ein beeindrucken
Unter anderem ein beeindruckender „Kreuzweg”, der das Leben von der Wiege bis zur Bahre zum Thema hat, gab es bei der Präsentation von Willi Wagels in Gangelt-Birgden zu sehen. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Geilenkirchen/Übach-Palenberg/Gangelt. Wer einmal wissen wollte, welche Arbeit hinter den vielen Kunstwerken steckt, die die (Hobby-)Künstler der Region schaffen, war an diesem Wochenende richtig bei der „Kunsttour 2012”. Denn zu diesem Anlass öffneten 40 Ateliers und Ausstellungsräume ihre Türen, so dass nicht nur die Bilder, sondern auch einmal die Arbeitsplätze der Kreativen zu betrachten sind.

Mit von der Partie waren in diesem Jahr auch wieder Monika Eßer und Conny Roßkamp. Erstere öffnete die Tore zu ihrem Atelier in der Dammstraße 78 in Übach-Palenberg, um den Besuchern Einblicke in ihre Werke, aber auch Schaffens-Umgebung zu gewähren. „Bei mir dreht sich alles um die Kunst”, kommentiert sie nur, wenn man die vielen Bilder mit verschiedensten Motiven an jeder Wand und auf dem Boden sieht.

Um ihre mittlerweile über 25 Ausstellungen mit immer neuen Motiven und Themen versorgen zu können, reist sie auch quer durch Welt: Spanien, Sri Lanka, Indien, Kuba, Asien. „Ich bin tierisch neugierig, auf Formen, Farben, Gerüche und Themen.” Diese Vielfalt an Eindrücken erkennt man auch in ihren Gemälden, Kollagen, und auch Fotos.

Auch Conny Roßkamp beteiligte sich in diesem Jahr wieder an der Kunsttour in der Freizeitregion Heinsberg. Zusammen mit Wilfried Kleiber, der einige seiner Edelstahlskulpturen im Atelier der freien Malerin präsentierte, brachten sie dem regen Besucherstrom ihre Kunst nahe. Im Gespräch mit der Malerin, deren abstrahierte Ölbilder ihren Weg sogar über den großen Teich nach Amerika finden, erfährt man dann auch interessante Dinge. So weiß sie vor Beginn der Arbeit an einem Bild weder, wie es aussehen wird, noch, wie es heißen soll. Während des Schaffensprozesses entwickelt es sich - entweder erfolgreich oder das angestrebte Farbexperiment läuft nicht gut und wird umgearbeitet oder ganz von der Leinwand abgekratzt.

Willi Wagels aus Gangelt-Birgden war der einzige Kunsttour-Teilnehmer in der Gemeinde Gangelt. Gerne hätte er seine umfangreiche Sammlung an eigenen Kunstarbeiten auch wieder im Garten präsentiert. „Davon hatten wir uns bei dem Wetterbericht aber schon am Samstag verabschiedet”, erzählte er und führte die Besucher durch sein Haus in der Gater-straße, das buchstäblich von oben bis unten vollgepackt ist mit Kunstwerken. Dass der Holzofen knisternde Wärme verbreitete, sorgte für noch mehr Atmosphäre im Haus.

In der ersten Etage dominierten die religiösen Motive. Unter anderem ein beeindruckender „Kreuzweg”, der das Leben von der Wiege bis zur Bahre zum Thema hat. Daneben gab es Collagen und Malerei, Druckgrafiken und Skulpturen zu entdecken. Tiefgründiges, Ironisches, Abstraktes und dazwischen immer wieder Bilder und Arbeiten, die den Künstler Willi Wagels selber zeigen. Einige Werke hatten es allerdings doch in den Garten geschafft, wie zum Beispiel die Geld-Wäsche-Anlage. Wer aus dem kalten Draußen herkam, der hatte sich einen wärmenden Kaffee verdient.

Gleich, welchen Künstler man an diesem Wochenende besuchte, im Nachhinein hatte man immer einen anderen, teils verständnisvolleren Blick auf die so vielfältigen Werke.
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