Geilenkirchen - „Kunst im Krankenhaus“: Bilder strahlen Lebensfreude der Malerin aus

„Kunst im Krankenhaus“: Bilder strahlen Lebensfreude der Malerin aus

Von: Andrea Schever
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Bilder sollen Mut machen: Über die Ausstellung mit Werken von Marga Benders (Mitte) freuen sich Laudator Johannes Bindels (l.) und Meinolf Schrage, Leiter der Gruppe „Kunst im Krankenhaus“. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen. Der Fotoapparat dient ihr als Notizblock, Sand und Kaffeesatz verarbeitet sie zur Strukturpaste und damit die Bilder auch so werden, wie sie sich es wünscht, mischt sie sich die strahlenden Farbtöne ihrer Bilder selbst zusammen.

Wenn Marga Benders zum Pinsel greift – ob es nun strahlender Klatschmohn, zarte Schmetterlinge oder turtelnde Tauben werden – spiegeln die Werke die heitere, kraftvolle Freude der Künstlerin wider.

Ihre aktuelle Ausstellung ist im St.-Elisabeth-Krankenhaus zu bewundern. Im Lichthof der Etagen C3/B3 hängen 25 Bilder mit ausgewogene Mischung verschiedener Motive, darunter Pusteblumen, der Hahn Ferdi, eine Parklandschaft oder zerbrochene Tontöpfe. Die ehrenamtliche Gruppe „Kunst im Krankenhaus“ unter der Leitung von Krankenhausseelsorger Meinolf Schrage hat mit diesem Gast die mittlerweile 55. Ausstellung auf die Stationen der Patienten bringen können, um ihnen etwas bunte Abwechslung zu bescheren.

Der Laudator des Abends, Johannes Bindels, brachte in seine Willkommensworten eine für niemanden zu übersehende Eigenschaft der Künstlerin auf den Punkt: Sie besitzt eine optimistische herzerfrischende Art, mit der sie überall für ein Lächeln zu sorgen vermag. Ihre Lebenseinstellung, dass das Glas immer halb voll und nicht halb leer sei, vermittelt sie auch in ihren Bildern.

Rund 100 Stück an der Zahl, darunter spontane Ideen, sie fesselnde Anblicke oder auch auf Wunsch Auftragsarbeiten, kann die Hobbykünstlerin mittlerweile ihr Eigen nennen. Vor knapp zehn Jahren hätte sie jedoch nie daran gedacht, so erzählt sie, dass sie nun mit einer eigenen Ausstellung in einem Krankenhaus stehen würde, um anderen Menschen ihre Werke zu zeigen. Dass sie dies nun tut, hat für sie einen einfachen Grund: „Ich möchte den Menschen im Krankenhaus etwas Hoffnung und Freude schenken, ihnen Mut machen. Denn das ist unheimlich wichtig, wenn man krank ist.“

Sie spricht aus eigener Erfahrung: Sie selbst hat vor dem Malen mit einer schweren und langjährigen Krebserkrankung gekämpft und 2005 endlich dieses Kapitel ihres Lebens beenden können. Ihre Tochter war es, die ihr in dieser noch trüben Phase dazu riet, einfach mal zu malen. „Das habe ich dann auch getan und mir fiel auf: Oh, ich habe ja einen Tag gar nicht an meine Krankheit gedacht“, spricht Marga Benders offen über die Anfänge ihres neuen Hobbys. „Und dann ging das so weiter und ich hatte drei und vier Tage nicht an den Krebs gedacht.“ Immer etwas Positives in allem sehend resümiert sie später noch: „Ohne die Krankheit wären meine Bilder heute nicht hier.“

Mittlerweile nutzt die Frau aus Waldfeucht-Haaren das Malen nicht nur als Ablenkung, sondern gelegentlich auch als Einschlafhilfe, wenn sie kein Auge zutun kann. Dann entstehen, so erzählt sie, Bilder auch schon einmal in einem Schwung, wenn diese sie gefesselt haben. Auch wenn Marga Benders selbst gerne über die Anekdote zu ihrem ersten Bild lacht – aus dem geplanten Klatschmohn wurde final ein Stiefmütterchen – braucht sie sich nicht wegen ihrer Kunstwerke zu verstecken. Denn die Nachricht der Lebensfreude, die sie in jedem Bild vermitteln will, erkennt man unschwer in jedem einzelnen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 13. November St.-Elisabeth-Krankenhaus zu sehen.

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