Kulturagent soll neue Schwerpunkte setzen

Von: Elisa Zander
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Die Würfel sind gefallen: Rund 2150 Schülerinnen und Schüler in Herzogenrath und Übach-Palenberg werden von dem Programm „Kulturagent für kreative Schulen” profitieren. (v.l.) Jens Klein (Europaschule), Jasmin Dudda (Roda-Schule), Manfred Ehmig (Willy-Brandt-Gesamtschule), Andrea Pfeiffer (Roda-Schule), Daniel Bick (Europaschule) und Carla Springer (Willy-Brandt-Gesamtschule) freuen sich darauf. Foto: Elisa Zander

Übach-Palenberg/Herzogenrath. „Jeder will Kultur, aber keiner will dafür zahlen.” Zu diesem Schluss kommt Daniel Bick, Schulleiter der Europaschule Herzogenrath, ganz sachlich. Das würde dann für Schulen, die Kulturarbeit machen wollen, im Umkehrschluss bedeuten, dass man sich „das ganze Geld eben woanders holen muss, denn die Kulturarbeit ist haushaltstechnisch für die Schulträger keine Größe”.

Viele kulturelle Projekte hat die Europaschule in den vergangenen Jahren bereits realisiert, nun kommt ein neues, weitaus größeres Programm auf die Lehrer und Schüler zu. In Kooperation mit der Willi-Brandt-Gesamtschule in Übach-Palenberg und der Roda-Schule in Herzogenrath mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung hatte sich die Schule bei der Ausschreibung um „Kulturagenten für kreative Schulen”, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes und der Stiftung Mercator in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen, beworben.

Angebote ausbauen

Die drei Bildungseinrichtungen wurden nun bundesweit als einer von insgesamt zehn Verbunden à drei Schulen ausgewählt und bekommen ab September für vier Jahre einen Kulturagenten an die Seite gestellt. Mit dieser Unterstützung wollen die Verantwortlichen die schulischen kulturellen Angebote ausbauen, Kontakte, etwa in Kooperationsverträgen, festigen sowie neue Zuständigkeitsvertreter kennen lernen.

„Wir wollen insbesondere”, betont Jens Klein, didaktischer Leiter an der Europaschule, „dauerhaft einen kulturellen, kreativen Schwerpunkt verankern.” Dabei soll es künftig individuelle Angebotserweiterungen an den Schulen geben, hat doch jede Einrichtung für sich bereits eigene Kernpunkte gesetzt. Liegen die bei der Willy-Brandt-Gesamtschule, wie die didaktische Leiterin Carla Springer erklärt, im Bereich Kunst und Musik, ist es bei der Europaschule das Theater und Musical, während die Roda-Schule einen generellen Fokus auf das Erfahren und Erleben von Kultur setzt. „In der Kunst kann sich jeder unserer Schüler ausdrücken”, erklärt Andrea Pfeiffer, stellvertretende Schulleiterin der Roda-Schule, und fährt fort: „Hierbei können sie sich als Gewinner fühlen, erfahren Anerkennung und werden nicht schief angeguckt.”

Start am 21. September

Um mehr Selbstverständnis für Menschen mit Behinderungen aufzubauen, legen die Initiatoren ebenfalls großen Wert darauf, Kooperationsprojekte mit allen drei Verbundschulen zu realisieren. „Es ist spannend, Kinder mit unterschiedlichen Handicaps und Begabungen ans Arbeiten zu bekommen”, so Jens Klein. Auf der einen Seite Berührungsängste abbauen und über Gedankengrenzen hinweggehen, und auf der anderen Seite die Schüler mit Handicap aus dem „Schonraum Schule und Familie” herausholen und ein normales gesellschaftliches Leben führen - das wünschen sich alle. Wie genau das aussehen kann - da lassen sich alle von den Vorschlägen des künftigen Kulturagenten überraschen. Lehrer, Eltern und Schüler werden bei den Entscheidungen aber gleichermaßen mit einbezogen, einiges könnte auch im Fachunterricht umgesetzt werden.

Spätestens am 21. September werden die Verantwortlichen der Schulen den oder die Kulturbeauftragte/n kennenlernen. Einen Einfluss auf die Person haben sie nicht. In jedem Fall wird es ein „aufschlussreicher Prozess” werden, wie Manfred Ehmig, Schulleiter der Willy-Brandt-Gesamtschule, schätzt, in dem sich auch die Lehrer der drei Schulen untereinander intensiver kennenlernen werden. Über vier Jahre ist das Programm ausgelegt, in denen der Kulturagent 32 Wochenstunden im Schulverbund verbringt. Eine Nachhaltigkeit, die sich auszahlen wird. Insgesamt 160.000 Euro stehen den drei Schulen für die vier Jahre zur Verfügung, um die schulische Kulturarbeit auszubauen. Der Kreis schließt sich - Daniel Bick ist zufrieden und der Mehrwert für alle Beteiligten programmiert.

Projekt soll auch Neugier auf die Kunst wecken

Das Programm „Kulturagenten für kreative Schulen” hat das Ziel, bei Kindern und Jugendlichen Neugier auf die Kunst zu wecken und darüber hinaus mehr Kenntnisse über Kunst und Kultur zu vermitteln.

Auf diese Weise soll die Bildung und Stärkung der Persönlichkeit ermöglicht und die Chance zu eröffnet werden, künftig Akteure einer kulturinteressierten Öffentlichkeit zu sein.

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