Geilenkirchen - Kultur im Krankenhaus: „Lineamente und Farbräume“

Kultur im Krankenhaus: „Lineamente und Farbräume“

Von: mabie
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Die Geilenkirchener Künstlerin Karin Thiel (l.) zeigt mit „Lineamente und Farbräume“ eine Werkschau der besonderen Art im Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhaus, wobei Kunsthistoriker Dr. Josef Gülpers die fachliche Einleitung übernahm. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. „Es ist ein seltenes Juwel“, versprach Johannes Bindels von der Gruppe „Kultur im Krankenhaus“ (KiK) bei der Vernissage mit Bildern von Karin Thiel. Im Lichthof des St.-Elisabeth-Krankenhauses in Geilenkirchen sind die abstrakten Werke unter dem Titel „Lineamente und Farbräume“ nun während der üblichen Öffnungs- und Besuchszeiten zu sehen.

Und nicht nur derjenige, der sich nachdrücklich in die Arbeiten der Geilenkirchener Künstlerin vertieft, wie der Aachener Kunsthistoriker Dr. Josef Gülpers, wird feststellen, dass es in den auf den ersten Blick vielleicht simpel wirkenden Werken um tiefgreifende Arbeiten handelt.

Mit einem „Das kann ich auch“, mit dem oft der gegenstandslosen Kunst begegnet wird, hat das wenig zu tun, wie Dr. Gülpers bei seinen eröffnenden Worten betonte. Vielmehr sah er in den aus drei Epochen des künstlerischen Schaffens von Karin Thiel stammenden Bildern eine Entwicklung, die sich anhand der fertigen Werke, aber auch schon anhand der eingesetzten Technik gut nachvollziehen lasse. Als Schülerin von Prof. Dieter Crumbiegel folgte sie in der ersten Phase dessen Hang zum flächigen Ausdruck.

In einer Zwischenphase auf dem Weg zu den heutigen Motiven löste sich die Geilenkirchenerin vom Lehrmeister, band erstmals die heute bestimmenden Linien in ihre Werke ein. Die aktuellsten Arbeiten schließlich gleichen in ihrer Anlage eher einem Labyrinth, „keinem Irrgarten“, wie Dr. Gülpers betonte, denn nicht das Herumirren des Auges sei das Ziel, sondern der Weg, den sich das Auge durch farbige Strukturen auf den Bildern sucht.

Dabei entdeckte der Kunsthistoriker ein Aufleben des steten Kampfes zwischen Chaos und Ordnung, wobei er den Betrachtern überließ, welchen Weg sie letztlich einschlagen. Das passt natürlich auch zur Kunst und zur Künstlerin. „Die Motivation nehme ich aus der Malerei selbst, und mein Ziel ist stets die Darstellung abstrakter, fiktiver Formen“, sagt sie über sich. Und dabei legt sie Wert auf eine eigene Wirklichkeit, die ihre Kunst für sich schafft.

Insofern hatte Johannes Bindels mit seinen einleitenden Worten gar nicht so Unrecht, denn mehr als nur einen Blick, sondern die Entdeckung der Vielschichtigkeit der Arbeit von Karin Thiel ist eine Auseinandersetzung mit ihrem Schaffen Wert. Und dass sie dies auch über Jahre hinweg immer wieder beweist, zeigt auch ein nettes Detail am Rande: so war sie es, die bei der allerersten Ausstellung im Rahmen von „KiK“ überhaupt ihre Werke zeigte. Wer sich selbst ein Bild vom Gezeigten machen will, kann dies noch bis einschließlich 19. Januar bei freiem Eintritt tun.

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