„Kultur im Krankenhaus“: Claudia Grafen stellt in St. Elisabeth aus

Von: Annika Wunsch
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Eva-Maria Kozikowski und Hedwig Heinrichs vom Arbeitskreis „Kultur im Krankenhaus“, Seelsorger Meinolf Schrage und die Künstlerin Claudia Grafen (von links) bei der Vernissage. Foto: Annika Wunsch

Geilenkirchen. Am Anfang eines neuen Bildes steht für die Geilenkirchenerin Claudia Grafen die Frage, auf welche Farbe sie gerade Lust hat. Über das Motiv macht sie sich erstmal keine Gedanken. Wie bunt und leuchtend die Werke der Künstlerin und Innenarchitektin dabei werden, zeigt die neue Ausstellung „Begegnungen“ im Krankenhaus St. Elisabeth.

Die vielen verschiedenen, oft auch bunt gemischten Farben fallen als erstes auf, wenn man die Ausstellung mitten im Krankenhaus betritt. Erst auf den zweiten Blick sieht man die Menschen auf jedem Bild. Sie sind nur schemenhaft erkennbar, wirken wie hinter Nebel und zeigen kein Gesicht.

Für Grafen sind es aber keine „leeren Gesichter“, sondern die Möglichkeit für den Betrachter, selbst jemanden hineinzudenken. Auch wenn die Künstlerin aus Geilenkirchen viel Platz um die Menschen lässt, treten sie nie alleine auf, sondern begegnen sich wirklich.

Wie wichtig Begegnungen in einem Krankenhaus seien, betonte auch Krankenhausseelsorger Meinolf Schrage bei der Vernissage zur Ausstellung. Patienten, Besucher und das Personal treffen aufeinander. So könne der Betrachter viel Vertrautes in den Bildern entdecken, aber finde auch immer wieder etwas Neues.

Kultur ins Krankenhaus zu bringen, um von der Krankheit abzulenken und so auch etwas zur Heilung beizutragen, ist Hauptaufgabe des Arbeitskreises „Kultur im Krankenhaus“ Die ehrenamtlichen Mitglieder organisieren regelmäßig Kunstausstellungen, Konzerte und Lesungen. Und das mit Erfolg, weiß Schrage: „Viele Familien, die bisher immer nur über Krankheit gesprochen haben, kommen durch die Ausstellung und sprechen plötzlich über ein Gemälde.“ Für ihn sei es immer wieder schön zu sehen, wie Kunstwerke schwer kranke Menschen für eine Weile froh stimmen können.

Besonders hebt der Seelsorger das Werk der Künstlerin im Lichtschacht der Onkologie 2011 hervor. Sie bemalte damals ehrenamtlich die grauen Kellerwände des Therapieraums mit einer Darstellung der vier Jahreszeiten. Bei den Erkrankten und ihren Angehörigen treffe das Bild auf viel Anklang. Claudia Grafen könne durch einen Krebsfall in der eigenen Familie besonders gut die Situation der Erkrankten und ihrer Angehörigen nachempfinden, ist Schrage überzeugt.

Die Künstlerin selber möchte nicht so gerne über ihre Kunst reden: „Ich finde für meine Bilder oft nicht die richtigen Worte.“ Die Bilder kämen eher von innen heraus und die Arbeit sei Anspannung und Entspannung gleichzeitig. So ist die Kunst für die Diplom-Innenarchitektin mehr als ein Hobby, sondern eine existenzielle Leidenschaft. Sie malt viele verschiedene Motive und widmet sich vielen verschiedenen Kunststilen. Nur eines ist immer gleich: Grafen malt ausschließlich mit dem Spatel.

Fast genauso wichtig wie die Arbeit an den Werken sind ihr die Reaktionen der Betrachter. Sie merke bei jeder Ausstellung im Krankenhaus, wie viele Patienten und Ärzte kunstinteressiert seien. Auf der Straße werde sie sogar schon angesprochen. Auch auf der Eröffnung der Ausstellung fanden immer wieder Begegnungen zwischen der Künstlerin und den Besuchern statt. Sie erzählten von ihren persönlichen Eindrücken bei den Bildern und Grafen hörte mit großem Interesse zu. „Die Freude, die zurückkommt, ist die schönste“, findet sie. So wie der Patient, der beim Durchqueren des Flures rief: „Endlich mal wieder Farbe!“

Die Ausstellung ist im Lichthof der Stationen C3/B3 des St. Elisabeth-Krankenhauses Geilenkirchen noch bis zum 31. Januar täglich während der Besuchszeiten zu sehen.

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