Künstlerin stellt Fabel-Analogismen in Schloss Zweibrüggen aus

Von: Markus Bienwald
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Andrea Zang stellt ihre ungewöhnlichen Fabel-Analogismen noch bis einschließlich 28. Juni im Schloss Zweibrüggen in Übach-Palenberg aus. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Gedeckte Farben, edel golden schimmernde Rahmen und Motive, die mit Adel, Geld und Geltungsbedürfnis auf den ersten Blick viel zu tun haben: das sind die Zutaten, mit denen die Künstlerin Andrea Zang bei ihrer Ausstellung im Schloss Zweibrüggen beeindruckt.

Dabei fällt beim flüchtigen Hinsehen vielleicht gar nicht auf, dass ihre Motive wiederum eigentlich Motive anderer Portraits sein könnten. Wenn da nicht die Köpfe wären, die zu sehen sind. Denn anstelle blaublütiger oder wohlhabender Menschen setzt Andrea Zang bei ihren „Analogismen“, wie sie die Werkschau auch überschrieben hat, rein auf Tiere. Oder auch nicht, denn wenn man ihr ein wenig Gehör schenkt, dann erklärt sie gerne, was dahintersteckt.

Menschen in Fabel-Situationen

„Ich male eigentlich keine Tiere, ich male Menschen in Fabel-Situationen“, sagt sie. Die Tiere dienen dazu, den Charakter des eigentlich darzustellenden Menschen auszudrücken. Welchen Menschen sie darstellt, hänge zudem davon ab, mit welchem Thema sich das zu sehende Bild gerade beschäftigt.

Als besonders beeindruckendes Beispiel dessen, was die Künstlerin mit ihrem Schaffen ausdrückt, darf ohne Zweifel das Triptychon „Werden Sie merken, dass man Geld nicht essen kann“ gelten. Links und rechts vom zentralen Motiv stößt das Auge des Betrachters auf lächelnde Erdmännchen, die sich offensichtlich dem schnöden Mammon verschrieben haben. „Natürlich lächeln Erdmännchen nie, aber ich fand das eine reizvolle Idee“, so Andrea Zang. In der Mitte dann dürfen Hund und Eule das Geld und den Silberteller bewachen, während der Dachs über den Börsen-Dax zu referieren scheint. So mischt sich Augenscheinliches mit Augenzwinkern, so macht Zang subtil und doch mit Nachdruck auf Missstände aufmerksam, die sie sanft kommentiert, aber dem Betrachter nicht die Phantasie nimmt. „Ich habe die Malerei für mich entdeckt, um etwas zu sagen“, sagt die sympathische Künstlerin über sich.

Ein Beispiel dafür, was andere denken, gab es von Prof. Dieter Crumbiegel vom Veranstalter, dem Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen, der als Vorsitzender in die Ausstellung einführte.

Bis zum 28. Juni geöffnet

„Was sie malt, ist realistisch – in bestimmtem Sinne – soll uns in aller Gegenständlichkeit direkt und unmittelbar vorgestellt werden“, fand er. So sah er in Zangs Tieren eigenständig agierende Gestalten, die den Menschen sozusagen abgesetzt haben, zur Bedeutungslosigkeit verdammt und seine Stellung eingenommen haben. „Andrea Zang spielt ein Verwirrspiel mit den Realitäten, ein raffiniertes Spiel mit der Wahrnehmung des Betrachters, das verwirrend und faszinierend zugleich ist“, so Prof. Crumbiegel. Wer sich ein Bild von den Analogismen machen will, kann dies noch bis einschließlich Sonntag, 28. Juni, tun.

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