Übach-Palenberg - Künstlerforum Schloss Zweibrüggen: Erster Jahresempfang seit 1995

Künstlerforum Schloss Zweibrüggen: Erster Jahresempfang seit 1995

Von: a.s.
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In seinem Vortrag zu „Kunst und Märkte“ referierte Prof. Dieter Crumbiegel über die Problematik von künstlerischer und finanzieller Wertschätzung von Werken. Foto: Andrea Schever

Übach-Palenberg. In einem kleinen, offiziellen Rahmen hat das Künstlerforum Schloss Zweibrüggen am Sonntag nicht nur den Frühling, sondern auch zahlreiche Kunstinteressierte zu seinem Jahresempfang willkommen geheißen. Dies geschah jedoch nicht in langjähriger Tradition, sondern zum ersten Mal seit der Gründung 1995.

Geschäftsführer Günter Thiel hieß alle Anwesenden, darunter zahlreiche Aktive und Interessierte aus der Kunstszene sowie Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch und Bundestagsmitglied Wilfried Oellers herzlich willkommen. Er erklärte, dass dieser neue Punkt im Jahresprogramm fortan mehrere Zwecke erfüllen soll: Das Forum soll stärker für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden und die Gruppe dadurch transparenter und konkreter machen.

In einem kurzen Rückblick verwies Thiel neben den zurückliegenden Ausstellungen auf ein Highlight: die Verleihung des Marlies Seelinger-Crumbiegel-Preis. Der im vergangenen Jahr zum ersten Mal überreichte Preis soll von nun an alle zwei Jahre an herausragende Künstler aus den Fachrichtungen Malerei, Zeichnung, Fotografie und Druckgrafik verliehen werden.

Weitere Pläne des neuen Vereinsvorstandes für die nähere Zukunft umfassen neben den regelmäßigen Ausstellungen auch Diskussions- und Vortragsabende zu Themen der aktuellen Kunst sowie die Zusammenarbeit mit Schulen und Bildungseinrichtungen zur kulturellen Jugendförderung.

Auch Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch freute sich über die jahrelange enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Künstlerforum und wünschte dem neuen Vorstand alles Gute für die kommenden Projekte.

Die rund 50 Gäste lauschten im kulturell angemessenen Rahmen des Schlosses Zweibrüggen neben dem Jahresrück und -ausblick des Forums auch einem fachlichen Vortrag zum Thema „Kunst und Märkte“ von Prof. Dieter Crumbiegel. Er referierte über die Problematik der Künstler, dass sich ab dem 18. Jahrhundert die Praxis, Kunstwerke nur auf Auftrag und gegen Bezahlung anzufertigen, auflöste.

Fortan mussten sie ihre Kunst zur Bestreitung des Lebensunterhaltes selber vermarkten. Die zu dieser Zeit verbreitete Sicht, dass sich künstlerische und finanzielle Wertschätzung gegensätzlich verhielten – was manch einen hervorragenden Künstler an die finanzielle Existenzgrenze brachte – sei in heutigen Tagen gänzlich umgekehrt.

Diese Verwobenheit, so gestand Crumbiegel zu, sei für Außenstehende kaum zu durchschauen und könne in ihrem Höhepunkt die fatale Gefahr bürgen, dass der Marktwert eines Bildes auch zu einer künstlerischen, unter Umständen unpassenden Beurteilung eines Werkes führt.

Dem von Crumbiegel geschilderten Szenario, dass ein guter Künstler nur aufgrund seiner fehlenden Bekanntheit auf dem Kunstmarkt nicht zu der Beachtung gelangt, die ihm gebührt, kann und will das Künstlerforum Zweibrüggen entgegentreten, indem es die tagesaktuellen Trends kritisch betrachtet und sich diesen, wo möglich, zu entziehen versucht.

Im Anschluss an die Ansprachen und den Fachvortrag bot sich den Gästen noch die Möglichkeit, sich bei musikalischer Untermalung von Frank Ollertz am Klavier über Kunst und Kultur auszutauschen.

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