Geilenkirchen/Übach-Palenberg - Kröten und Frösche sind auf Wanderschaft

Kröten und Frösche sind auf Wanderschaft

Von: Jessica Küppers und Annika Wunsch
Letzte Aktualisierung:
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Wenn es dämmert, werden die Kröten an der Bahnstraße munter und wandern über die Straße. Weil dann viele Menschen von der Arbeit kommen oder zur Arbeit fahren, leben die Tiere dort gefährlich.

Geilenkirchen/Übach-Palenberg. Seit Karsamstag sind die Kröten auch in Geilenkirchen und Übach-Palenberg aktiv. Die warmen Temperaturen bis zu 13 Grad haben die Tiere aus ihrem Winterschlaf geweckt. Nun sind die heimischen Kröten und Frösche auf dem Weg zu ihren Laichgewässern.

„Kröten wandern meistens in der Dämmerung“, sagt Hubert Schippers, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Geilenkirchen. In den frühen Morgenstunden, wenn die Menschen zur Arbeit fahren, oder abends, wenn sie nach Hause kommen, sind also auch die Amphibien auf der Straße unterwegs und leben dort gefährlich. Naturschützer warnen deshalb alle Autofahrer, achtsam zu sein und die Geschwindigkeit zum Schutz der Tiere anzupassen.

In Geilenkirchen und Übach-Palenberg sind momentan vor allem Erdkröten, Teich- und Grasfrösche auf Wanderschaft. Die Weibchen der Erdkröten sind bis zu zwölf Zentimeter groß und tragen ihre kleineren Männchen huckepack zu Tümpeln und Teichen. Dort legen sie ihre Eier ab und wandern zurück. Nach zweieinhalb bis drei Monaten haben sich die Kaulquappen zu kleinen Erdkröten entwickelt und verlassen das Laichgewässer. Dann beginnt die Wanderschaft erneut, weil die Jungtiere sich eigene Lebensräume suchen.

Um die Tiere zu retten, müssten zunächst Schutzzäune aufgestellt werden. „Die gab es in Palenberg mal vor einigen Jahren“, erzählt Schippers. Sie seien aber durch Vandalismus kaputt gemacht worden. Seitdem gibt es keine Zäune mehr, obwohl die Kröten weiterhin wandern – zum Beispiel über die Bahnstraße. „Die kommen vom Bahndamm und wollen Richtung Naherholungsgebiet“, sagt Schippers.

Auch in Geilenkirchen sind ihm keinerlei Krötenschutzmaßnahmen bekannt. „Da könnte man noch viel mehr machen“, sagt der Naturschützer, weiß aber auch, dass in der Bevölkerung mitunter das Verständnis für die Amphibien fehlt. Ehrenamtler, die Kröten einsammeln und in Eimern über die Straße tragen, gebe es kaum, sagt er. Welche Folgen das haben kann, hat ein größeres Krötensterben im vergangenen Jahr auf dem Wurmweg gezeigt. Dort lagen mehrere tote Amphibien auf der Straße. Reifenspuren auf den toten Körpern deuteten damals darauf hin, dass offenbar Fahrradfahrer absichtlich über die Tiere gefahren waren.

Bislang ist es im Vergleich zum vergangenen Jahr noch sehr ruhig um die Kröten. Ob das daran liegt, dass die Tiere gerade erst losgewandert sind, ob es dieses Jahr weniger Kröten gibt oder einfach weniger Meldungen darüber, weiß Schippers nicht. Entsprechende Schilder, die Autofahrer vor der Rutschgefahr durch tote Tiere warnen sollen, wurden jedenfalls nach Aussage der Stadtverwaltungen in Übach-Palenberg und Geilenkirchen nicht aufgestellt.

Auch in Gangelt, wo der Kreis dafür zuständig ist, sind noch keine Schilder installiert worden. Dazu müsse erst ein entsprechender Antrag gestellt werden, sagt Kreissprecher Ulrich Hollwitz. „Es ist natürlich schön, wenn die Verkehrsteilnehmer dadurch langsamer fahren“, sagt er. Dennoch hätten solche Schilder in erster Linie eine Warnfunktion. Auch Uwe Delahaye von der Stadt Übach-Palenberg sieht zur Zeit keinen Anlass für eine Beschilderung. „Mir ist keine Stelle bekannt, wo die Kröten totgefahren werden“, sagt er.

Schippers wird jedenfalls die nächsten zwei bis vier Wochen – so lange dauert die Krötenwanderung – die Augen offen halten. Sobald er die unauffälligen Tiere auf der Straße oder am Straßenrand sieht, will er anhalten, das Warnblinklicht anschalten und wenigstens ein paar der Tiere sicher über die Straße bringen.

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