Kritik an Wirtschaftsförderung

Von: Udo Stüßer
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Zieht vor dem Parteitag Bilanz: Parteichef Manfred Schumacher. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. „Bürgermeister Thomas Fiedler hat Wirtschaftsförderung zum Beginn seiner Amtszeit zur Chefsache gemacht. Das Ergebnis entspricht dem nicht so. Da erwarte ich mehr.“ Vier Wochen vor der Sitzung des CDU-Stadtverbandes zieht Parteichef Manfred Schumacher eine Bilanz seiner zweijährigen Amtszeit und steckt die Pflöcke für seine politische Arbeit in den kommenden Jahren.

Denn nachdem die rund 460 Christdemokraten in den elf Ortsverbänden getagt hatten, hat sich kein Gegenkandidat für das Amt des Parteivorsitzenden gemeldet. Und dass beim Parteitag am 17. Juli in der Bürgerhalle Würm jemand überraschend seinen Hut in den Ring wirft, ist eher unwahrscheinlich. „Was ständig auf meiner Seele brennt, ist die Belebung der Innenstadt.

Ich werde nicht müde zu betonen, dass man es nicht schafft, einen großen Fachmarkt als Zugpferd in die Innenstadt zu holen. Das ist auch eine Kritik am Bürgermeister, mir fehlt die Fantasie. Geilenkirchen braucht einen Publikumsmagneten.“ Schumacher wünscht sich eine Innenstadt, in der die Käufer länger verweilen, in der der Besucher sein Auto auf dem Beamtenparkplatz abstellt und durch die City bummelt. Für den CDU-Parteichef steht fest: „Vor der Bürgermeisterwahl wird die CDU einen Kandidaten präsentieren.“

Spricht man mit Manfred Schumacher über neue Pläne, gibt er sich zurückhaltend: „Sicherlich kann man viele Ideen haben. Aber man muss sehen, was machbar ist. Wenn man in der Regierungsverantwortung ist, kann man nicht nur Kritik üben, wie es die Opposition tut, sondern man muss mit Blick auf die Haushaltssicherung sehen, was machbar ist.“

Seit zwei Jahren hat Manfred Schumacher das Amt des Parteichefs inne. „Ich habe mich in dieser Zeit bemüht, dass die Partei bürgernäher wird“, erklärt er und hat dabei die Unterstützung seiner Stellvertreter Resi Hensen, Leo Kuhn und Wilhelm-Josef Wolff erfahren.

Auf große Resonanz sei die Reihe „CDU trifft“ gestoßen. Bei diesen Zusammenkünften mit bestimmten Gruppen und Organisationen, wie beispielsweise mit dem Aktionskreis, mit dem Stadtsportverband und mit der Feuerwehr erfahre die CDU, wo der Schuh drückt. „Uns ist es wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und dabei Distanz und Barrieren abzubauen.“ Oft könne man auf dem kleinen Dienstweg Abhilfe schaffen. So sei bei dem Gespräch mit dem Stadtsportverband herausgekommen, dass man auf keinem Geilenkirchener Sportplatz die Prüfungen zum Sportabzeichen ablegen könne. Mit einem kurzen Brief an den Bürgermeister habe man für Abhilfe gesorgt. Bei Bürgergesprächen habe man aktuelle Themen angesprochen, beispielsweise Innenstadtumbau oder Glasfaserausbau.

Während seiner zweijährigen Amtszeit habe sich, so bilanziert Schumacher, die Einrichtung eines Kompetenzteams als sehr sinnvoll erwiesen. „Viele hatten die Befürchtung, dass in dem Gremium Entscheidungen vorweggenommen werden. Ich bediene mich aber einfach nur der Unterstützung fachkundiger Menschen, führender Leute aus der hiesigen Wirtschaft, aber auch interessierter Bürger.“ Mit ihnen diskutiere er dann über wichtige Themen, beispielsweise über den Leerstand in der Innenstadt oder über das Industriegebiet Lindern. „Dabei bekomme ich manchmal auch einen Dämpfer, werde mancher Illusion beraubt oder sehe manche Dinge aus einem anderen Blickwinkel.“

Zehn Jahre war Schumacher Ausbilder bei der Polizei. „Ich glaube, einen guten Draht zu jungen Menschen zu haben. Ich will junge Menschen an die Politik heranführen. Sie müssen natürlich das Gefühl haben, ernstgenommen zu werden.“ Sehr aktiv bei der Akquirierung von jungen Mitgliedern sei die Junge Union unter dem Vorsitz von Lars Speuser: „Diesen müssen wir natürlich eine Perspektive bieten, Schritt für Schritt in die Wahlbezirksarbeit einarbeiten. Denn gerade die Mischung aus Alt und Jung macht es.“ Grundsätzlich bestimmt die Partei die politische Marschrichtung.

Dass diese dann auch in die Fraktion einfließt, ist für den Parteichef selbstverständlich, zumal er selbst auch stellvertretender Fraktionsvorsitzender ist. „Die Zusammenarbeit zwischen Partei und Fraktion ist sehr gut“, lobt er. Und mit den anderen Parteien? „Man kann erkennen, dass wir mit der FDP gut zusammenarbeiten. Mit der Bürgerliste gibt es Schnittmengen. Persönlich komme ich mit fast allen gut aus. Es geht doch um die Sache und nicht um persönliche Anfeindungen. Auch zum Bürgermeister habe ich kein Feindbild aufgebaut. Allerdings haben wir manchmal eine andere politische Sichtweise. Dann muss ich ihn kritisieren.“

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